ERSTE BILDEINDRÜCKE: JVC DLA-Z1 – Der 4K-Projektor mit Laser-Technologie

Auf der IFA 2016 feierte JVC eine echte Weltpremiere. Dort wurde der Laser-Projektor DLA-Z1 mit nativer 4K-Auflösung der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Datenblatt besticht mit Superlativen. Hier sind die ersten Bildeindrücke!

JVC DLA-Z1 - Satte 39 Kilogramm bringt der Laser-Projektor auf die Waage. Und die lässt sich JVC mit 35.000,- Euro (UVP) fürstlich bezahlen. Foto: Michael B. Rehders

JVC DLA-Z1 – Satte 39 Kilogramm bringt der Laser-Projektor auf die Waage. Und die lässt sich JVC mit 35.000,- Euro (UVP) fürstlich bezahlen.
Foto: Michael B. Rehders

Design und Verarbeitung
Der DLA-Z1 erinnert an einen der ersten Projektoren, die JVC für den Heimbereich herausgebracht hat: Den DLA-HD1. Doch der brandneue DLA-Z1 ist größer, viel größer! Satte 39 Kilogramm bringt dieser Projektor auf die Waage. Das symmetrisch aufgebaute Gehäuse ist mit einem Aluminium-Finish im Mittelteil veredelt. Das Gehäuse ist in Mattschwarz lackiert, um Reflexionen im Heimkino/Vorführraum zu verringern.
Auffällig ist darüber hinaus das riesige Ganzglas-Objektiv im feinsten Aluminiumkorpus. 18 Glaslinsen sind in 16 Gruppen aufgeteilt. Der Durchmesser beträgt satte 10 cm. Auf diese Weise soll die native 4K-Auflösung mit allen 4096 x 2160 Pixel auf der Leinwand abgebildet werden.

Die JVC DLA-X5000 (Mitte) und LX-FH50 (rechts) sehen fast schon niedlich aus neben dem großen JVC DLA-Z1 (links). Dabei hat bereits der DLA-X5000 mit rund 50 cm Tiefe ordentliche Ausmaße. Foto: Michael B. Rehders

Die JVC DLA-X5000 (Mitte) und LX-FH50 (rechts) sehen fast schon niedlich aus neben dem großen JVC DLA-Z1 (links). Dabei hat bereits der DLA-X5000 mit rund 50 cm Tiefe ordentliche Ausmaße.
Foto: Michael B. Rehders

Ausstattung und Technik
Der JVC DLA-Z1 ist der erste D-ILA-Heimkino-Projektor mit nativer 4K-Auflösung. Die Oberfläche der D-ILA-Panels wurde weiter entwickelt und ist jetzt noch planer als bei den Vorgängermodellen. Diese weitere Verringerung von Unebenheiten ermöglicht es, dass die bereits geringe Streuung des Lichts noch weiter reduziert wird. Die Folge ist ein nochmals verbesserter Kontrast, den JVC nativ mit 120.000:1 angibt, bei satten 3000 Lumen Lichtleistung. Damit werden Bildbreiten bis zu 6,00 Meter strahlend hell ausgeleuchtet und sogar die strenge Norm von THX für gewerbliche Kinos erfüllt.
Der dynamische Kontrastumfang soll unglaubliche ∞:1 betragen. Erreicht wird dieses Kontrastverhältnis allerdings mit einem kleinen Trick: Bei zugespielten Schwarzbildern wird der Laser einfach abgeschaltet.
Der Füllfaktor der 0,69 Zoll messenden D-Ila Panels liegt bei über 95 %. Damit ist keinerlei Pixelstruktur mehr auf der Leinwand zu erkennen, und allernächste Sitzabstände sind möglich.
Motorischer Zoom, Fokus und Lens-Shift gehören ebenso zum Standard wie die Lens-Memory-Funktion. Hiermit können verschiedene Bildformate auf der Leinwand angefahren, gespeichert und bequem per Knopfdruck wieder abgerufen werden. Es stehen 10 Speicherbänke zur Verfügung, in die gleichfalls noch Bildmaskierungen einbezogen werden können – zum Beispiel für die Projektion von Filmen im Cinemascope-Format.
3D-Filme können nach wie vor projiziert werden. Dank der hohen Lichtausbeute und dem alles überragenden nativen Kontrastverhältnis sind spektakuläre räumliche Bilder möglich.
High Dynamik Range (kurz HDR) beherrscht der DLA-Z1 ebenfalls. Bis zu 4K/60p mit einer Farbabtastung von 4:4:4 unterstützt dieser Projektor.
Eine „Auto-Kalibrierungs-Funktion“ ist implementiert, damit jeder technisch versierte Laie die Möglichkeit zu Hause hat, das Bild entsprechend der Normen zu kalibrieren – und zwar auf Knopfdruck.
Die „Multi Pixel Control“-Technologie wurde weiter entwickelt, um die Abbildung von Feindetails und den Schärfeeindruck zu verfeinern, ebenso wie die „Motion Enhance“-Technik, welche die Bewegungsschärfe deutlich verbessert.
HDMI 2.0 und HDCP 2.2 werden selbstverständlich unterstützt; ebenso eine Datenübertragungsrate von 18 Gbps.
Das neue Herzstück dieses Projektors ist aber zweifelsfrei die neue Lichtquelle. Durch die Laser-Technologie kann die Lichtleistung ohne Verzögerung in Echtzeit gesteuert werden. Das erlaubt eben die oben beschriebenen unendlichen Kontraste für lebensechte Bilder. Gleich 39 Lasereinheiten sind implementiert, die bis zu 20.000 Stunden halten sollen. Um aus dem blauen Laser-Licht Weiß zu generieren, ist kein mechanisches und sich drehendes „Phosphor“-Rad implementiert. Es kommt ein statisches physikalisches Element/Objekt/Bauteil zum Einsatz, das durch die auftreffende Energie des blauen Lasers angeregt wird. Im angeregten Zustand emitiert es dann weißes Licht. Vereinfacht formuliert wandelt dieses statische Objekt das blaue Laserlicht zu Weiß.

Der DLA-Z1 klotzt nicht gerade mit Schnittstellen. 2 HDMI-Eingänge, ein LAN-Port sowie eine RS-232- und eine USB-Schnittstelle für Updates sind vorhanden. Foto: Michael B. Rehders

Der DLA-Z1 klotzt nicht gerade mit Schnittstellen. 2 HDMI-Eingänge, ein LAN-Port sowie eine RS-232- und eine USB-Schnittstelle für Updates sind vorhanden.
Foto: Michael B. Rehders

 

 Im „4K KINO“ von JVC wurden Heimkinoträume wahr. Foto: Michael B. Rehders


Im „4K KINO“ von JVC wurden Heimkinoträume wahr.
Foto: Michael B. Rehders

Bildeindrücke
Das 4K-Messekino von JVC ist ganz in Schwarz gehalten. Die Leinwand im Cinemascope-Format von Stewart ist 3,10 Meter breit, was durchaus Heimkinoabmessungen entspricht.
Zunächst startet der Film „Lucy“ von Luc Besson in HDR. Als Morgan Freeman in der Universität einen Vortrag über die prozentuale Nutzung des menschlichen Gehirns hält, werden seine Haare abgrundtief Schwarz dargestellt. Trotzdem sind alle Haare zu sehen. Dein Teint sieht natürlich aus. Das schwarze Jackett eines Zuschauers wird so dunkel dargestellt, wie ich es bei noch keinem Projektor zuvor gesehen habe. Hier schlägt der herausragend hohe Kontrast des DLA-Z1 voll durch. Feinste Nadelstreifen sind zu erkennen. Sogar die Nähte am Kragen und dem Revers sind sichtbar, ebenso die Webstruktur des Stoffes. Das ist fantastisch!
Als Lucy sich aus ihrer Gefangenschaft befreit hat, zwingt sie einen Taxifahrer, sie ins nächste Krankenhaus zu fahren. Die Wolkenkratzer in der Nacht weisen bis zum Horizont feinste Strukturen auf. Es ist sogar möglich, durch das eine oder andere Fenster dem Treiben in den Geschäften kurz zu folgen.
Eine so hohe Bilddynamik habe ich bislang von noch keinem Heimkino-Projektor gesehen.
Es ist zudem erstaunlich, wie gut dieses Vorserienmodell funktioniert. Abstürze gibt es keine in der Vorführung. Der Handshake dauert nicht lange – und fällt sehr viel kürzer aus als bei den aktuellen DLA-X5000/7000/9000-Modellen. Bravo!
Als nächster Film landete „Kingsman“ im Player. Als der alte Professor Arnold (glänzend gespielt von Mark Hamill, den viele noch als jungen Luke Skywalker in Erinnerung haben dürften) auf einen Stuhl gefesselt ist, scheint das grelle Tageslicht durch das Fenster ins Zimmer. Etwa 2100 Lumen knallt der JVC DLA-Z1 auf die 3 Meter breite Leinwand. Das ist hell genug, um jedes Detail im sonnendurchfluteten Zimmer förmlich erstrahlen zu lassen. Arnolds zerzausten Haare und jede Falte im Gesicht werden klar und deutlich abgebildet. Das sieht wunderbar nach analogem Film aus, weil keinerlei Pixelstruktur auf der Leinwand vorhanden ist – nein, das sieht besser aus als je ein analoger 35mm- oder 70mm-Film ausgesehen haben im Kino. Das ist die Zukunft. Und ich bin Zeuge von etwas ganz Großem geworden.

Der JVC DLA-Z1 ist im Design an den ersten Heimkino-Projektor von JVC angelehnt, den DLA-HD1. Foto: Michael B. Rehders

Der JVC DLA-Z1 ist im Design an den ersten Heimkino-Projektor von JVC angelehnt, den DLA-HD1.
Foto: Michael B. Rehders

Fazit
JVC ist mit dem DLA-Z1 ein ganz großer Wurf gelungen. Neben einem ausgesprochen eleganten Design, hochwertigen Materialen und einer wunschlos glücklich machenden Ausstattung, projiziert dieser Projektor mit 4K-Laser-Lampen-Technik ein Bild auf die Leinwand, das zum Träumen anregt. Beim Traum vom DLA-Z1 wird es für viele Heimkinofans dann wohl aber auch bleiben, ob des Preises, den JVC für diesen innovativen und zukunftsweisenden Projektor veranschlagt. Doch dieser Projektor ist seine 35.000,00 Euro wert – und zwar jeden einzelnen Cent davon!

Bildeindrücke, Text und Fotos: Michael B. Rehders

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