TEST: ALPHALUXX VARIO KIT – Elektrische Kaschierung für Leinwände

„Sie besitzen eine Cinemascope-Leinwand und möchten das Bild links und rechts elektrisch kaschieren? Kein Problem!“ – In Sekundenschnelle soll die Kaschierung nachträglich befestigt sein. Das verspricht jedenfalls der Leinwandhersteller Alphaluxx. Ich habe das Vario-Kit mal geordert und geprüft, wie gut es in der Praxis funktioniert – und ob die Installation wirklich so einfach ist.

Das Alphaluxx-Vario-Kit kommt ganz ohne Kabel aus, dank Akku-Betrieb. Foto: Michael B. Rehders

Das Alphaluxx-Vario-Kit kommt ganz ohne Kabel aus, dank Akku-Betrieb.
Foto: Michael B. Rehders

Elektrische Kaschierung
In vielen Heimkinos hängen Leinwände im Cinemascope-Format, um den gleichen Bildeindruck wie im großen Kino zu erhalten. Filme wie „Star Wars“, „Harry Potter“ und „James Bond – Spectre“ erscheinen im superbreiten Cinemascope-Format. Idealerweise werden diese Filme auch zu Hause größer projiziert als eine TV-Sendung oder ein Fußballspiel.
Ein beträchtlicher Nachteil der verschiedenen Bildformate ist aber, dass es auf der Leinwand unbeleuchtete Bereiche gibt, die schlicht und ergreifend weiß bleiben. Dadurch wird nicht nur unnötiges Streulicht erzeugt, welches das Bild aufhellt und letztendlich zu Kontrasteinbußen führt, sondern auch optisch wird das Bild unzureichend abgegrenzt.
Bis heute sind vollständig maskierbare Rahmenleinwände relativ teuer, und Selbstbaulösungen nur mit hohem Aufwand zu fertigen.
Wer dennoch seine Leinwand gerne kaschieren möchte, um den Kontrast und den Bildeindruck zu verbessern, dem bietet die deutsche Leinwandmanufaktur Alphaluxx eine tolle Lösung.
Das Vario-Kit ist eine elektrisch betriebene Kaschierung, die bequem vom Sitzplatz aus per Fernbedienung gesteuert wird.

Das Gehäuse wird am Rahmen der Leinwand befestigt. Foto: Michael B. Rehders

Das Gehäuse wird am Rahmen der Leinwand befestigt.
Foto: Michael B. Rehders

Ausstattung und Technik
Zum Vario-Kit gehören zwei elegante und formschöne Metallgehäuse, in denen sich die „Gorex“-Kaschierungen  sowie die Akkus befinden, ein Funk-Handsender zum Aus- und Einfahren der Kaschs, plus zwei lange Netzkabel zum Laden der Akkus. Das kurze Antennenkabel schaut seitlich aus dem Gehäuse heraus, es kann aber problemlos hinter diesem „versteckt“ werden, so dass es vom Sitzplatz nicht mehr sichtbar ist.
Das Gehäuse hat eine Länge von rund 55 cm. Auf der Rückseite sind starke Neodym-Magneten angebracht. Außerdem befinden sich links und rechts kleine Löcher, um die Gehäuse alternativ auf einen Holzrahmen zu schrauben. Darüber hinaus bietet  Alphaluxx weitere Halterungen an, damit die Gehäuse auf jedem Material befestigt werden können. Für Nutzer eines schalldurchlässigen Leinwandtuches gibt es optional obendrein eine akustisch transparente Kaschierung.
Die handliche Fernbedienung besitzt drei Tasten: „Runter“ – „Stopp“ – „Rauf“
Die leistungsstarken Akkus sind im schicken Gehäuse verbaut. Bei täglicher Nutzung (einmal aus/einfahren) soll die Ladekapazität rund 3 Monate reichen. Aufgeladen werden die Akkus mit den beiliegenden Ladekabeln. Die Anschlussbuchsen befinden sich leicht zugänglich an den Vario-Gehäusen.

Zum Handsender gehört auch eine passende Wandhalterung. Foto: Michael B. Rehders

Zum Handsender gehört auch eine passende Wandhalterung.
Foto: Michael B. Rehders

 

Zum Laden der Akkus ist es nur notwendig, den Stecker in die Anschlussbuchse am Vario-Gehäuse einzustöpseln. Foto: Michael B. Rehders

Zum Laden der Akkus ist es nur notwendig, den Stecker in die Anschlussbuchse am Vario-Gehäuse einzustöpseln.
Foto: Michael B. Rehders

Installation und Bedienung
In nur einer Sekunde ist das Vario-Gehäuse befestigt! Da keinerlei Kabelverbindungen vorhanden und notwendig sind, kann der Filmspaß sofort beginnen. Die millimetergenaue Ausrichtung der Kaschierung ist im Handumdrehen erledigt. Einen so kurzen Testaufbau hatte ich bislang noch nie.
Ein Druck auf die Fernbedienung genügt bereits, und die „Gorex“-Kaschierung fährt zügig die gewünschte Endposition an.

Hier ein Blick auf die Cinemascope-Leinwand ohne Kaschierung. Foto: Michael B. Rehders

Hier ein Blick auf die Cinemascope-Leinwand ohne Kaschierung.
Foto: Michael B. Rehders

 

Das Vario-Gehäuse ist mit nur einem Handgriff befestigt. Die starken Neodym-Magneten sorgen für einen zuverlässigen Halt. Foto: Michael B. Rehders

Das Vario-Gehäuse ist mit nur einem Handgriff befestigt. Die starken Neodym-Magneten sorgen für einen zuverlässigen Halt.
Foto: Michael B. Rehders


Angenehm unauffällig befinden sich die Multiformat-Gehäuse oben an meiner Rahmenleinwand. Foto: Michael B. Rehders

Angenehm unauffällig befinden sich die Multiformat-Gehäuse oben an meiner Rahmenleinwand.
Foto: Michael B. Rehders

 

Mit einem Knopfdruck fahren die „Gorex“-Kaschierungen zügig herunter. Foto: Michael B. Rehders

Mit einem Knopfdruck fahren die „Gorex“-Kaschierungen zügig herunter.
Foto: Michael B. Rehders

 

An den Endpositionen stoppen die Motoren automatisch. Jetzt ist die Bildwand auf 16:9 kaschiert. Foto: Michael B. Rehders

An den Endpositionen stoppen die Motoren automatisch. Jetzt ist die Bildwand auf 16:9 kaschiert.
Foto: Michael B. Rehders

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Kurzreview: „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ (Bildformat: 1,78:1)
Monsieur Ibrahim betreibt einen kleinen Lebensmittelladen in Paris. Für den jungen Moses ist es die tägliche Anlaufstelle, um für seinen Vater das Abendessen zu kaufen. Im Laufe der Zeit verbindet Ibrahim und Moses eine Freundschaft, die auch den Tod des Vaters überdauert…
„Monsieur Ibrahim und die Blumen das Koran“ ist eine kleine Filmperle aus Frankreich, die vor allem durch ihre sympathischen Darsteller überzeugt. Allen voran Omar Sharif als liebenswerter Monsieur Ibrahim und Pierre Boulanger als Momo tragen diese tolle Geschichte.

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Kurzreview: „James Bond – Spectre“ (Bildformat: 2,39:1)
Eine mysteriöse Nachricht der verstorbenen „M“ veranlasst James Bond, ohne Erlaubnis des neuen „M“ nach Mexico und Rom zu reisen. Dort findet Bond heraus, dass sich seine ehemaligen Kontrahenten verbündet haben. Er schleicht sich in diese Organisation ein, die den Namen „Spectre“ trägt und wird entdeckt…
Nach einem ausgesprochen spektakulären Anfang flacht der Plot leider ab. Die viel zu lange Geschichte bietet zwar zahlreiche Schauwerte, gewohnt schöne Location und einen stets bemühten Daniel Craig, schafft es aber nicht, die Spannung über die Laufzeit aufrecht zu erhalten. Letztendlich wirkt der „Showdown“ am Ende konstruiert. Gerade Christoph Walz („Django Unchained“) vermag wenig zu überzeugen, da er in seiner Rolle als Blofeld unglaubwürdig erscheint. Trotzdem setzt dieser Bond lückenlos und routiniert die Geschichte nach „Skyfall“ fort, ohne allerdings dessen Klasse zu erreichen. So verbleiben ein paar (wenige) Höhepunkte, durch welche die Reihe ab „Casino Royale“ nun abgeschlossen zu sein scheint.

Wie auf den Screenshots gut zu sehen ist, werden die projizierten Bilder perfekt vom schwarzen Kasch umhüllt. Das Streulicht links und rechts wird zuverlässig absorbiert. Nichts lenkt jetzt noch vom schönen Heimkinoerlebnis ab. Der Zuschauer kann vollkommen in den Film eintauchen. Der angenehme Nebeneffekt des Alphaluxx-Vario-Kits ist: Sowohl messtechnisch als auch subjektiv steigt der Im-Bild-Kontrast.

Nach der Vorstellung schließt sich der Vorhang, und die Bühnenbeleuchtung sorgt für ein stimmiges Licht. Darüber hinaus kann die Kaschierung jetzt auch „unsichtbar“ auf das gewünschte Bildseitenverhältnis hinter dem geschlossenen erfolgen, dank des RF-Funksenders/Empfängers des Alphaluxx-Vario-Kits. Foto: Michael B. Rehders

Nach der Vorstellung schließt sich der Vorhang, und die Bühnenbeleuchtung sorgt für ein stimmiges Licht. Darüber hinaus kann die Kaschierung jetzt auch „unsichtbar“ auf das gewünschte Bildseitenverhältnis hinter dem geschlossenen erfolgen, dank des RF-Funksenders/Empfängers des Alphaluxx-Vario-Kits.
Foto: Michael B. Rehders

Fazit
Alphaluxx hält Wort. In nur einer Sekunde ist das Vario-Gehäuse befestigt. Im Handumdrehen ist die Kaschierung millimetergenau ausgerichtet. Da keinerlei Kabelage vorhanden ist, kann der Filmspaß im Heimkino sofort beginnen. Die elektrische Kaschierung links und rechts geschieht zügig, dank der zuverlässigen und kräftigen Motoren im Akku-Betrieb. Mit Hilfe der Funk-Technik gelingt die Steuerung bequem vom Sitzplatz aus. Das Alphaluxx-Vario-Kit ist für alle Heimkinofreunde empfehlenswert, die ihre Cinemascope-Leinwand nachträglich kaschieren wollen – und das zu einem durchaus attraktiven Preis.

Technische Daten:
Modell: Alphaluxx Vario Kit
Technik: Motorgesteuerte Kaschierung
Abmessungen: 550 x 70 x 70 mm
Gewicht: 1,5 kg
Garantie: 2 Jahre
Preis (UVP): 899,- Euro (Akkuvariante mit Funktechnik und Ladestation)
599,- Euro (230 V Ausführung mit Aufputzschalter)
Website: www.alphaluxx.de

Pro & Kontra
+ Sekundenschnelle Installation
+ keine Kabelage bei der Akku-Variante
+ Fernbedienung
+ Metallausführung

– Keine

Test, Text und Fotos: Michael B. Rehders

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