AKTUELL: HEIMKINO-MAGAZIN – DER LETZTE VORHANG IST GEFALLEN

Nach 33 Jahren folgt der Abspann. Im Oktober 2025 kam die letzte Ausgabe 1/2026 der HEIMKINO heraus. Damit endet eine Ära, die im Jahr 1993 mit der ersten Ausgabe begann.

Foto: Michael B. Rehders
Das letzte „Leserkino des Monats“ war ein Wohnzimmerkino, welches ich für die HEIMKINO in Leverkusen besuchte.

Das Ende einer Ära

Im Oktober 2025 kam die letzte Ausgabe 1/2026 der HEIMKINO heraus. 1993 erschien die erste Ausgabe des Magazins im Michael E. Brieden Verlag.

Mit Print war schon vorher Schluss:

Die letzte Printausgabe der HEIMKINO war die 2/2024. Danach erschien das Magazin zunächst noch als Online-Ausgabe. Zweimal im Jahr (Juni und Oktober) konnten Leser neue Heimkinos, Wohnzimmerkinos und alles rund um das Hobby erleben. Doch damit ist (Stand jetzt) Schluss.

Mit der Online-Ausgabe 1/2026 (erschien im Oktober 2025) wird die Produktion der HEIMKINO eingestellt. Im Jahr 2026 gibt es keine weitere Ausgabe des Magazin.

Den Lesern, die ich für die nicht mehr erscheinenden Juni- und Oktoberausgaben besuchen wollte, um das „Leserkino des Monats“ zu küren, habe ich bereits abgesagt.

Damit endet leider eine Ära.

Foto: Michael B. Rehders – Meine Reise führte mich auch nach Wien, um mir dort ein Heimkino anzuschauen, das 1,3 Millionen Euro gekostet hat. Das Besondere neben dem 130.000 Euro teuren Projektor (Barco Freya) ist der Weinkeller, der neben der Leinwand über eine Tür erreichbar ist.

33 Jahre Heimkino

Im Jahr 2010 erhielt ich den HEIMKINO-Award für das „Beste Bild“. Damals hätte ich nicht gedacht, dass ich ein paar Jahre später selbst als Redakteur losziehen würde, um für das Magazin die „Leserkino des Monats“ zu besuchen. Dort habe ich liebenswerte Menschen kennengelernt, großartige Interviews geführt (die Tonaufnahmen sind teilweise einzigartig), und dutzende von Heimkinos erkunden dürfen.

Am spannendsten fand ich ein Leserkino nahe Lübeck, das im Grunde gar kein Heimkino ist: Üblicherweise kaufen sich Menschen ein Haus und bauen dort ihr Heimkino hinein. Stefan hat sich hingegen ein altes Kino gekauft (mit Vorführlizenz), und dort hat er seine gemütliche Wohnung in den ehemaligen Büroräumen des Obergeschosses integriert. Foyer, Kino und Vorführraum werden weiterhin von ihm genutzt – bis heute. Sogar die Außenbeleuchtung funktioniert noch. Über 200 Sitzplätze hat dieses Kino, die allesamt in liebevoller Kleinarbeit restauriert wurden.

Hier mal ein paar Impressionen zum Abschluss.

Foto: Michael B. Rehders
Als Heizung befinden sich Infrarot-Panels unter der Decke, um das Kino schnell auf Temperatur zu bekommen.
Foto: Michael B. Rehders
Was für eine grandiose bauliche Meisterleistung: Hier wird die komplette linke Seitenwand verschoben, um den Eingang zu verschließen, damit der Raum voll symmetrisch bleibt, wenn alle Zuschauer im Saal sind.
Foto: Michael B. Rehders
Das kleinste Kino, das ich besucht habe, befindet sich südlich von Hamburg. Es misst lediglich 10 m² netto und wurde von der Firma Matinee-AV entworfen und gebaut. Das Besondere daran ist, dass Lautsprecher und Subwoofer unsichtbar in den 10 cm abgekofferten Wänden untergebracht sind. Die Decke fungiert überdies als riesiger Bassabsorber.
Foto: Michael B. Rehders – Der Cineast ist gelernter Malermeister und hat den Großteil der ägyptischen Stilelemente selbst geschaffen.
Foto: Michael B. Rehders
Damit seine Familie im Wohnzimmer über dem Kino nicht gestört wird, hat HEIMKINO-Leser Gunnar eine Raum-im-Raum-Lösung zur Schalldämpfung umgesetzt. Einzigartig ist auch das Heizungskonzept, das via Energieaufbereitung funktioniert.
Foto: Michael B. Rehders
Der schönste Sternenhimmel ever – und eine frei im Raum schwebende Leinwand.
Foto: Michael B. Rehders – Auf dem Weg zum Kino, ist die Star-Wars-Sammlung des stolzen Heimkinobesitzers allgegenwärtig.
Foto: Michael B. Rehders
Auch so kann ein Vorraum aussehen. Hier hat sich ein Star-Wars-Fan seinen Traum erfüllt.
Foto: Michael B. Rehders
Das Bat-Cave ist handgefertigt. Darin befindet sich das Kino mit dem wohl heftigsten Bass, den ich bis dato erlebt habe.
Foto: Michael B. Rehders – Bequeme Ledersessel und ein 130.000-Euro-Projektor (Barco Freya), der hinter dem Kino im abgetrennten Bereich der Sauna installiert ist, sorgen für ein fantastisches Filmerlebnis. Es wird schlicht und ergreifend das beste Bild geboten, das ich jemals in einem Heimkino gesehen habe.
Foto: Michael B. Rehders – Neben der Leinwand führt eine Tür direkt zum Weinkeller meines Gastgebers.
Foto: Michael B. Rehders
Barefood Design: Ursprünglich hat der Designer Nick Schweiger (der Bruder von Hollywood-Star Til Schweiger) das Kino entworfen. Der neue Eigentümer hat das gesamte Kino über Kleinanzeigen gekauft, zerlegt und zu Hause Stück für Stück an die eigenen räumlichen Gegebenheiten angepasst.
Foto: Michael B. Rehders
Mein eigenes Heimkino fand ebenfalls den Weg ins Magazin – und das bereits im Jahr 2009. Darüber hinaus wird es im Buch „Die besten Heimkinos der Welt“ vorgestellt.
Foto: Michael B. Rehders
Manch einer kauft sich ein Haus und erschafft sich darin ein gemütliches Heimkino. Stefan hat sich ein altes Kino gekauft und in den ehemaligen Büroräumen des Obergeschosses seine behagliche Wohnung eingerichtet.
Foto: Michael B. Rehders
Der HEIMKINO-Award 2010 für das „Beste Bild“ ging an mich. Vielen Dank an Roman Maier, der mittlerweile Herausgeber des Lite-Magazins ist.

Text und Fotos: Michael B. Rehders

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