TEST: BENQ W1700 – Preiswerter 4K-Projektor mit HDR und 3D

Der W1700 ist der erste Heimkino-Projektor von BenQ, der 3D, 4K und HDR entgegennimmt und projizieren kann. Der Hersteller verspricht höchste Farbqualität und beste Schärfe für ein authentisches Kinoerlebnis zu Hause. Was für 1700 Euro an Qualität erwartet werden kann, zeigt dieser Test.

Foto: Michael B. Rehders Sieht richtig schick aus: Der BenQ W1700

Foto: Michael B. Rehders
Sieht richtig schick aus: Der BenQ W1700

 

Design und Verarbeitung
Der BenQ W1700 sieht mit seinem schwarz/weißen Gehäuse und dem goldenen Objektivring richtig schick aus. Die Regler für Schärfe und Bildgröße laufen angenehm leicht und erlauben, dass die jeweiligen Parameter präzise eingestellt werden können. Die Anschlüsse auf der Rückseite nehmen alle Verbindungskabel sicher auf. Da wackelt nichts, so dass eine störungsfreie Signalübertragung gewährleistet ist. Mit seinen 4,5 kg Gewicht lässt er sich bestens im geschmackvoll eingerichteten Wohnzimmer einfügen, zumal er nur etwas größer ist als ein DIN A4 Blatt. Einer Deckenaufhängung steht daher nichts im Wege.

Foto: Michael B. Rehders Sämtliche Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite. Einer der HDMI-Eingänge unterstützt HDMI 2.0 und HDCP 2.2. Damit gelingt die Zuspielung von modernen und hochaufgelösten UHD-Filmen von Netflix, Amazon und der neuen 4K-Blu-ray.

Foto: Michael B. Rehders
Sämtliche Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite. Einer der HDMI-Eingänge unterstützt HDMI 2.0 und HDCP 2.2. Damit gelingt die Zuspielung von modernen und hochaufgelösten UHD-Filmen von Netflix, Amazon und der neuen 4K-Blu-ray. Überdies können alle Einstellungen auch direkt am Projektor vorgenommen werden, falls die Fernbedienung mal nicht zur Hand sein sollte.

 

Ausstattung und Technik
Filme und Fotos können dem BenQ W1700 mit maximal 3840 x 2160 zugespielt werden. Seine native Auflösung beträgt 2048 x 1200 Pixel, wovon der BenQ aber nur 1920 x 1080 Pixel nutzt. Trotzdem kann er Filme und Fotos mit UHD-Auflösung wiedergeben. Zu verdanken ist das der XPR-Shift-Technologie. Hierbei handelt es sich um eine Verschiebefunktion (engl. Shift), mit der die 1920 x 1080 verwendeten Pixel mehrfach nacheinander und leicht versetzt darstellt werden. Die Darstellung der verschiedenen Bilder geschieht so schnell (240 Hz), dass das gesunde menschliche Auge diese als ein einziges Bild wahrnimmt.
Das Objektiv besitzt eine Spezialbeschichtung, durch die störende Lichtstreuungen reduziert werden. Damit übertrifft der W1700 andere Projektoren unter 2000 Euro, die nicht 4K-fähig sind, mit hochauflösenden Bildwerken sichtbar.
Der Zoomfaktor beträgt 1,2 und ist nicht besonders groß. Es reicht aber aus, um die finale Installation maßgeblich zu erleichtern. Darüber hinaus ist der Wirkungsbereich so groß, dass der BenQ W1700 eine 2,50 Meter breite Leinwand von 3,67 – 4,40 Meter vollflächig ausleuchten kann. Für größere Bildbreiten wird der Projektor entsprechend weiter hinten platziert.
Da eine Lens-Shift-Funktion ist nicht vorhanden ist, muss der Projektor auf Höhe der Leinwandunterkante aufgestellt werden, beispielsweise auf einem Tisch für die gelegentliche Nutzung, oder überkopf unter der Zimmerdecke auf Höhe der Leinwandoberkante.
Ein vollständiges Sechs-Achsen-Farbmanagement ist vorhanden, ebenso ein verschlüsseltes isf-Menü. Enthusiasten und Profis können Gamut, Farbtemperatur und Gamma trotzdem wunschgemäß ändern.
Ein weiteres Highlight ist die 3D-Darstellung. Als einer der ersten 4K-DLP-Projektoren-Hersteller hat BenQ nicht nur HDR implementiert, sondern auch 3D. Damit reagiert das Unternehmen auf den Wunsch vieler Cineasten, die gerne Spielfilme in 3D auf der Großbildwand genießen wollen. Verständlich, machen derlei Filme bei Bildbreiten über zwei Meter doch richtig viel Spaß. Obendrein ist der W1700 auch noch hell genug für 3D-Filme.
Eine 3D-Brille kann optional erworben werden von BenQ.

Wer schon mal einen BenQ-Projektor eingestellt hat, wird sich im aktuellen On-Screen-Menü sofort zurechtfinden. Die einzelnen Reiter sind selbsterklärend und logisch aufgebaut.

Wer schon mal einen BenQ-Projektor eingestellt hat, wird sich im aktuellen On-Screen-Menü sofort zurechtfinden. Die einzelnen Reiter sind selbsterklärend und logisch aufgebaut.

 

Foto: Michael B. Rehders Die Fernbedienung liegt sicher in der Hand. Die beleuchtete Tastatur ist übersichtlich gestaltet und gut beschriftet. Die Navigation durchs On-Screen-Menü gelingt zügig und treffsicher.

Foto: Michael B. Rehders
Die Fernbedienung liegt sicher in der Hand. Die beleuchtete Tastatur ist übersichtlich gestaltet und gut beschriftet. Die Navigation durchs On-Screen-Menü gelingt zügig und treffsicher.

 

Foto: Michael B. Rehders Die Regler für Zoom und Fokus sind ins Gehäuse eingelassen. Ein versehentliches Verstellen ist somit ausgeschlossen.

Foto: Michael B. Rehders
Die Regler für Zoom und Fokus sind ins Gehäuse eingelassen. Ein versehentliches Verstellen ist somit ausgeschlossen.

 

Messungen
Die Maximalhelligkeit beträgt 2364 Lumen im Bildmodus „Bright“ und übertrifft sogar die Herstellerangabe um 164 Lumen. Für suboptimale Räume mit Restlicht kann dieser Bildmodus verwendet werden, wenn Lichtleistung vor Farbpräzision gehen sollte. Das ist zum Beispiel während der Dämmerung der Fall, wenn abens im Garten ein Spielfilm oder im Juni die Fußball WM mit Freunden geschaut wird. Die Farben erscheinen wie bei fast allen Projektoren in derartigen Modi zu grün. Für eine deutlich bessere Farbdarstellung ist die Werkseinstellung mit dem Bildmodus „Vivid“ bereits geeignet. Satte 1900 Lumen erzielt der W1700, wenn er zum ersten Mal eingeschaltet wird. Der Kontrast beträgt 1005:1 (On/Off) und 287:1 (ANSI). Hier kommt bereits die dynamische Lampensteuerung zum Einsatz.
Wird der Projektor im Bildmodus „Cinema“ kalibriert, erreicht er im REC.709-Standard immer noch hervorragende 1421 Lumen (D65), dann aber mit präziser Farbdarstellung. Der Kontrast reduziert sich auf stark verbesserungswürdige 475:1 (On/Off) und 275:1 (ANSI). Die Leuchtdichte reicht aber immer noch aus, um auf einer 4,10 Meter breiten Leinwand satte 14 fL zu erhalten. Das sorgt für ausgesprochen brillante und plastische Bilder.

Bildmodus Cinema Farbraum: Bereits in der Werkseinstellung (links) kommen Primär- und Sekundärfarben ihren Sollwerten angenehm nahe. Nach der Kalibrierung (rechts) werden alle Koordinaten perfekt getroffen.

Bildmodus Cinema
Farbraum: Bereits in der Werkseinstellung (links) kommen Primär- und Sekundärfarben ihren Sollwerten angenehm nahe. Der linke Farbraum entspricht auch der Darstellung, die der Projektor für Spielfilme in HDR nutzt. Nach der Kalibrierung (rechts) werden alle REC.709-Koordinaten perfekt getroffen.

 

Bildmodus Cinema Tabelle Farbraum: Während die Farbtemperatur in der Werkseinstellung noch kühle 8481 Kelvin beträgt, kommt sie nach der Kalibrierung dem Ideal von 6504 Kelvin (D65) sehr nahe. Das RGB-Niveau fällt mit 100 % Rot, 100 % Grün und 99 % Blau hervorragend aus. Obendrein sind alle Delta-E-Werte (0,5 – 1,1) der Primär- und Sekundärfarben im grünen Bereich.

Bildmodus Cinema
Tabelle Farbraum: Während die Farbtemperatur in der Werkseinstellung noch kühle 8481 Kelvin beträgt, kommt sie nach der Kalibrierung dem Ideal von 6504 Kelvin (D65) sehr nahe. Das RGB-Niveau fällt mit 100 % Rot, 100 % Grün und 99 % Blau hervorragend aus. Obendrein sind alle Delta-E-Werte (0,5 – 1,1) der Primär- und Sekundärfarben im grünen Bereich.

 

Gamma: In der Werkseinstellung (links) ist der Gammaverlauf suboptimal. Ab 60 IRE wird das Bild massiv aufgehellt, was zu wenig plastischen Bildern führt. Das ist die Folge der dynamischen Helligkeitsregelung und Brilliant Color. Wird das Gamma auf 2.3 gestellt und die Lampe auf Hoch sowie Brilliant Color ausgeschaltet, sieht der Gammaverlauf ab 20 IRE schon ordentlich aus.

Gamma: In der Werkseinstellung (links) ist der Gammaverlauf suboptimal. Ab 60 IRE wird das Bild massiv aufgehellt, was zu wenig plastischen Bildern führt. Das ist die Folge der dynamischen Helligkeitsregelung und Brilliant Color. Wird das Gamma auf 2.3 gestellt und die Lampe auf Hoch sowie Brilliant Color ausgeschaltet, sieht der Gammaverlauf ab 20 IRE schon ordentlich aus.

 

Graustufenverlauf: In der Werkseinstellung (links) schlagen die dynamische Helligkeitsregelung und Brilliant Color auch auf den Graustufenverlauf voll durch. Zwar sehen die Bilder wunderbar unverfärbt aus. Aber der zu hohe Blauanteil ist sofort im Diagramm erkennbar. Mit minimalen Änderungen im Bildmodus Cinema (rechts) ist der Graustufenverlauf sehr gut.

Graustufenverlauf: In der Werkseinstellung (links) schlagen die dynamische Helligkeitsregelung und Brilliant Color auch auf den Graustufenverlauf voll durch. Zwar sehen die Bilder wunderbar unverfärbt aus. Aber der zu hohe Blauanteil ist sofort im Diagramm erkennbar. Mit minimalen Änderungen im Bildmodus Cinema (rechts) ist der Graustufenverlauf sehr gut.

 

UHD-Pixelauflösung: Um die Arbeitsweise der XPR-Technologie nachzuvollziehen, habe ich ein Testbild u. a. mit Schachbrettmuster in UHD-Pixelauflösung (oben links) zugespielt. In der Makroaufnahme fällt sofort auf, dass es praktisch keine einzelnen Felder mehr gibt, sondern die ganze Fläche grau verfärbt erscheint. Dies lässt darauf schließen, dass sich schwarze und weiße Felder überlagern, so dass die „Mischfarbe“ Grau entsteht. Das kenne ich auch so von anderen Projektoren mit eShift-Technologie und Full-HD-Auflösung (Epson EH-TW9300 und JVC DLA-X5900). Rechts neben dem UHD-Schachbrettmuster befindet sich ein Schachbrett mit Full-HD-Auflösung. Hier werden hingegen alle Pixel vollständig dargestellt, wenn auch mit reduziertem Kontrast.

UHD-Pixelauflösung: Um die Arbeitsweise der XPR-Technologie nachzuvollziehen, habe ich ein Testbild u. a. mit Schachbrettmuster in UHD-Pixelauflösung (oben links) zugespielt. In der Makroaufnahme fällt sofort auf, dass es praktisch keine einzelnen Felder mehr gibt, sondern die ganze Fläche grau verfärbt erscheint. Dies lässt darauf schließen, dass sich schwarze und weiße Felder überlagern, so dass die „Mischfarbe“ Grau entsteht. Das kenne ich auch so von anderen Projektoren mit eShift-Technologie und Full-HD-Auflösung (Epson EH-TW9300 und JVC DLA-X5900). Rechts neben dem UHD-Schachbrettmuster befindet sich ein Schachbrett mit Full-HD-Auflösung. Hier werden hingegen alle Pixel vollständig dargestellt, wenn auch mit reduziertem Kontrast.

 

Ausleuchtung: Wie gleichmäßig der BenQ W1700 sein Licht auf die Leinwand wirft, offenbart mein Uniformity-Testbild. Das Kreuz in Pixelauflösung am linken Bildrand (Kreuz links) unterscheidet sich kaum vom Kreuz, das auf dem Testbild in der Bildmitte (Kreuz rechts) dargestellt wird.

Ausleuchtung: Wie gleichmäßig der BenQ W1700 sein Licht auf die Leinwand wirft, offenbart mein Uniformity-Testbild. Das Kreuz in Pixelauflösung am linken Bildrand (Kreuz links) unterscheidet sich kaum vom Kreuz, das auf dem Testbild in der Bildmitte (Kreuz rechts) dargestellt wird.

 

Einstellungstipps vom Fachmann: So gelingen natürliche Farben
Der „Cinema“-Bildmodus liefert bereits ordentliche Farben, die im Grunde keiner großen Änderungen bedürfen. Dank der Cinematic-Color-Technologie können die nachfolgenden Werte als Grundeinstellung verwendet werden, um den Projektor weiter zu optimieren, wenn entsprechendes Messequipment verfügbar sein sollte. Wenn nicht, einfach genießen.
– Bildmodus „Cinema“
– Gamma „2,3“
– „Brilliant Color: Aus“
Mehr Änderungen sind nicht nötig, um das ganz große Kinoerlebnis nach Hause zu holen.

Foto: Michael B. Rehders Jedes Mal wenn 3D aktiviert wird, erscheint obiger Hinweis. Sollen später wieder 4K-Filme projiziert werden, muss die 3D-Funktion ausgeschaltet werden, damit XPR wieder „arbeiten“ kann.

Foto: Michael B. Rehders
Jedes Mal wenn 3D aktiviert wird, erscheint obiger Hinweis. Sollen später wieder 4K-Filme projiziert werden, muss die 3D-Funktion ausgeschaltet werden, damit XPR wieder „arbeiten“ kann.

 

Bildeindrücke
Als das erste Bild auf die Leinwand projiziert wird, fallen mir gleich mehrere Dinge auf. Erstens bin ich von der sehr guten Schärfe und der Detaildarstellung begeistert, die dieser Projektor sogar mit hochskaliertem Full-HD-Content darzustellen vermag. Zweitens fällt mit ein leichter Lichthof rund ums Bild auf. Hierbei handelt es sich um die nicht genutzten Pixel des „2048 x 1200“-Pixel-DLP-Chips. Dass ein Projektor mehr Pixel besitzt als genutzt werden, ist allerdings völlig normal und bei fast allen Projektoren vorzufinden. Dadurch kann vielfach ein Bild etwas verschoben werden, ohne dass es sofort links und rechts beschnitten wird. Da der BenQ W1700 nur 1920 x 1080 Pixel nutzt, beträgt der nicht genutzte Panelbereich rund 60 Pixel pro Seite. Das ist sichtbar mehr als bei vielen anderen mir bekannten Projektoren. Das erklärt obendrein den dunklen Rahmen ums Bild, der mit dem dunkelsten Schwarz dargestellt wird, das der Benq darzustellen vermag. Dieser Bereich wird im hohen Lampenmodus im Bildmodus Cinema mit 2,99 Lumen beleuchtet. Idealerweise verschwindet dieser Lichthof aber im Kasch der Leinwand. Bei einem 2,50-Meter-Bild muss die Kaschierung acht Zentimeter umlaufend betragen, um den Lichthof vollständig aufzunehmen. Wird das Bild größer projiziert, muss natürlich auch der Kasch entsprechend breiter sein.

Foto: Michael B. Rehders Meine 4K-Aufnahme vom Hamburger Hafen erstrahlt in originalgetreuen Farben. Der Schriftzug „Der König der Löwen“, der sich auf dem Theater an der Elbe befindet (siehe oben links), wird beinahe vollständig abgebildet. Auch der Löwenkopf im Hintergrund weist fast alle Strukturen auf, die in der Originalaufnahme vorhanden sind. Ein reiner Full-HD-Projektor bekommt diese Detaildarstellung nicht hin. Insofern macht sich die XPR-Technik durchaus positiv bemerkbar.

Foto: Michael B. Rehders
Meine 4K-Aufnahme vom Hamburger Hafen erstrahlt in originalgetreuen Farben. Der Schriftzug „Der König der Löwen“, der sich auf dem Theater an der Elbe befindet (siehe oben links), wird beinahe vollständig abgebildet. Auch der Löwenkopf im Hintergrund weist fast alle Strukturen auf, die in der Originalaufnahme vorhanden sind. Ein reiner Full-HD-Projektor bekommt diese Detaildarstellung nicht hin. Insofern macht sich die XPR-Technik durchaus positiv bemerkbar.

 

Upscaling von Full-HD in 4K
„Alien: Covenant“ sieht bereits in Full-HD-Auflösung prächtig aus. Vor allem die grandiose Schärfe des BenQ W1700 schält zahllose Details heraus, die Full-HD-Projektoren nicht so gut zeigen. Ganz offensichtlich funktioniert das Upscaling des W1700 ganz vorzüglich. Als die Covenant (Kapitel 3) durchs All fliegt, sind dunkle Elemente bestens durchgezeichnet. Hier kommt aber auch eine Schwäche dieses Projektors zur Geltung. Der Schwarzwert ist doch extrem verbesserungswürdig. Das ist die Folge des suboptimalen Kontrastumfangs. Trotzdem zeigt der Projektor mehr Inhalte als beispielsweise ein BenQ W1050, den ich erst kürzlich getestet habe. Während die Covenant Richtung Zielplanet fliegt, erscheinen Aufbauten und Sterne im Hintergrund strahlendhell. Die Streben sehen ausgesprochen plastisch aus. Allerdings bemerkte ich ein ganz leichtes Ruckeln, das auf einen 3:2-Pulldown schließen lässt. Positiv finde ich das Betriebsgeräusch. Im niedrigen Lampenmodus liegt es unter 30 dB, was ich als leise empfinde. Aber auch im hohen Lampenmodus bleibt das Lüftergeräusch angenehm. Sobald Filmton erklingt, gesellt es sich für mich in den Hintergrund. Der Regenbogen-Effekt (kurz: RBE) ist auf gewohnt niedrigem Niveau aktueller DLP-Projektoren.

HDR: Hervorragende Werkseinstellung mit allen Details
Als nächstes wechsle ich die Disc und starte den Film in HDR. Nahezu alle Abstufungen von 0,000 – 1000 Nits sind vorhanden. Obwohl der Farbraum nicht die Koordinaten des DCI-P3-Farbraummodells erreicht, sondern etwas größer ausfällt als der REC.709-Farbraum, leuchten bei ausgeschalteten „Brilliant Color“ die goldenen Sonnensegel im All prächtig. Die Anzeigen, Lampen und Dioden im Raumschiff sprühen nur so vor Brillanz. Die höhere Auflösung macht sich aber noch mehr bemerkbar, als Mitglieder der Covenant auf dem Planeten landen, von dem sie einen Notruf erhalten haben. Der Himmel sieht wunderbar düster aus. Alle Abstufungen in den Wolkenstrukturen sind zu sehen. Letztendlich weisen sogar weit entferne Bäume mehr Strukturen auf als von der Standard-Blu-ray. Toll!

Die dunklen Bereiche des Testbildes weisen eine vorzügliche Durchzeichnung auf. Erstaunlich ist allenfalls, dass zwischen 0.001 und 0.005 keine Abstufung besteht, während zwischen 0.001 und 0.000 Nits eine Abstufung erkennbar und messbar ist. Ab Werk ist das Clipping so eingestellt, dass erst oberhalb von1000 Nits nichts mehr sichtbar ist.

Die dunklen Bereiche des Testbildes weisen eine vorzügliche Durchzeichnung auf. Erstaunlich ist allenfalls, dass zwischen 0.001 und 0.005 keine Abstufung besteht, während zwischen 0.001 und 0.000 Nits eine Abstufung erkennbar und messbar ist.
Ab Werk ist das Clipping so eingestellt, dass erst oberhalb von1000 Nits nichts mehr sichtbar ist.

 

Wenn HDR-Content dem BenQ W1700 zugespielt wird, schaltet der Projektor zusätzliche Reiter im Bildmenü frei. Das Feature „HDR Helligkeit“ gehört beispielsweise dazu. Erscheint nun ein Film von Netflix oder der 4K-Blu-ray zu dunkel - oder sollten helle Bereiche offensichtlich überstrahlen - bietet „HDR Helligkeit“ Abhilfe. Auf Wunsch kann das projizierte Bild heller oder dunkler eingestellt werden. Damit können einerseits dunkle Bereiche mehr Durchzeichnung erhalten, oder hellen Szenen (wie Wolken) eine bessere Differenzierung verschafft werden. Sehr praktisch und einfach zu bedienen.

Wenn HDR-Content dem BenQ W1700 zugespielt wird, schaltet der Projektor zusätzliche Reiter im Bildmenü frei. Das Feature „HDR Helligkeit“ gehört beispielsweise dazu. Erscheint nun ein Film von Netflix oder der 4K-Blu-ray zu dunkel – oder sollten helle Bereiche offensichtlich überstrahlen – bietet „HDR Helligkeit“ Abhilfe. Auf Wunsch kann das projizierte Bild heller oder dunkler eingestellt werden. Damit können einerseits dunkle Bereiche mehr Durchzeichnung erhalten, oder hellen Szenen (wie Wolken) eine bessere Differenzierung verschafft werden. Sehr praktisch und einfach zu bedienen.

 

3D-Spaß auf großer Leinwand
Als letztes interessiert mich die 3D-Darstellung. Dafür hat BenQ mir auf meinen ausdrücklichen Wunsch noch eine 3D-Brille mitgegeben zum Testen.
„Wonder Woman“ steht auf dem Programm. Die Landschaftsaufnahmen von der Insel der Amazonen sehen fantastisch aus. Eine derartig lückenlose Staffelung und räumliche Tiefe habe ich ganz selten gesehen. Die präzise Farbdarstellung des W1700 kommt uneingeschränkt zur Geltung. Allem voran das satte Grün der Gräser, Bäume und bewachsenen Hügel sehen prachtvoll aus. Frei von jeglichen Crosstalk-Effekten tollt die junge Diana zwischen den trainierenden Amazonen umher. Die goldenen und sonnendurchfluteten Bilder lösen einen 3D-Wow-Effekt nach dem anderen in mir aus. Eine der Amazonen wirft ihr Schwert durch die Gegend. Es fliegt direkt aus der Leinwand heraus, quer durchs Heimkino und an meinem Kopf haarscharf vorbei. Eine andere Kriegerin fängt das Schwert auf, dreht sich blitzartig um und schlägt damit zu. So muss 3D aussehen! Jawoll!

 

Foto: Michael B. Rehders Das Hamburg Panorama habe ich aus der 21. Etage des Hanseatic Trade Centers geschossen. Auf dem Foto werden die Farben originalgetreu reproduziert. Der leichte Blauverlauf im Himmel gelingt dem W1700 übergangslos mit allen Nuancen. In der Ausschnittsvergrößerung (oben links) wird deutlich, wie hervorragend die Schärfe dieser UHD-Auflösung projiziert wird. Der Schriftzug „STADTRUNDFAHRT“ wird vollständig auf dem roten Doppeldecke abgebildet. Der Asphalt ist farbneutral und die orangenen U-Bahntüren realistisch.

Foto: Michael B. Rehders
Das Hamburg Panorama habe ich aus der 21. Etage des Hanseatic Trade Centers geschossen. Auf dem Foto werden die Farben originalgetreu reproduziert. Der leichte Blauverlauf im Himmel gelingt dem W1700 übergangslos mit allen Nuancen. In der Ausschnittsvergrößerung (oben links) wird deutlich, wie hervorragend die Schärfe dieser UHD-Auflösung projiziert wird. Der Schriftzug „STADTRUNDFAHRT“ wird vollständig auf dem roten Doppeldecke abgebildet. Der Asphalt ist farbneutral und die orangenen U-Bahntüren realistisch.

 

Foto: Michael B. Rehders Eine weitere Aufnahme habe ich in Rom geschossen. Auf dem Platz vor dem Kolosseum sind einzelne Personen gut konturiert. Das Gebäude im Hintergrund zeigt alle einzelnen Steine. Selbst die feine Struktur der Mauer auf dem oberen Innenring des Kolosseums ist sichtbar. Darüber hinaus gelingt die nuancierte Darstellung der verschiedenen Grünfarbtöne der Bäume und Sträucher ganz hervorragend.

Foto: Michael B. Rehders
Eine weitere Aufnahme habe ich in Rom geschossen. Auf dem Platz vor dem Kolosseum sind einzelne Personen gut konturiert. Das Gebäude im Hintergrund zeigt alle einzelnen Steine. Selbst die feine Struktur der Mauer auf dem oberen Innenring des Kolosseums ist sichtbar. Darüber hinaus gelingt die nuancierte Darstellung der verschiedenen Grünfarbtöne der Bäume und Sträucher ganz hervorragend.

 

Foto: Michael B. Rehders Auch in meinem Heimkino macht der BenQ W1700 eine gute Figur. Links daneben steht der 4K-Blu-ray-Player von Sony (UBP-X800), der die Zuspielung der 4K-Fotoaufnahmen und Spielfilme übernimmt.

Foto: Michael B. Rehders
Auch in meinem Heimkino macht der BenQ W1700 eine gute Figur. Links daneben steht der 4K-Blu-ray-Player von Sony (UBP-X800), der die Zuspielung der 4K-Fotoaufnahmen und Spielfilme übernimmt.

 

Fazit
BenQ dringt mit seinem jüngsten 4K-Projektor in den Preisbereich der Full-HD-Bildwerfer ein. Der W1700 sieht mit seinem schwarz/weißen Gehäuse und dem goldenen Objektivring zudem richtig schick aus. Die Installation zu Hause und unterwegs gelingt quasi im Handumdrehen. Der 4K-fähige Projektor bietet obendrein eine herausragende Schärfe und höchste Farbpräzision. Allenfalls der verbesserungswürdige Kontrast und das leichte Ruckeln von Spielfilmen mit 24 Hz schmälern den ansonsten hervorragenden Eindruck ein wenig. In der Summe besticht der BenQ W1700 mit seiner praxisnahen Ausstattung, der guten Werkseinstellung im Bildmodus Cinema und macht mit 4K/UHD, HDR und 3D auf der großen Leinwand richtig viel Spaß – und das für einen ausgesprochen attraktiven Preis.

Pro und Kontra
+ 4K/UHD-fähig mit XPR-Technologie
+ 3D mit 144 Hz
+ HDR-10
+ sehr gute Schärfe
+ hohe Lichtausbeute
+ gute Werkseinstellung im Bildmodus Cinema
– 3/2-Pulldownruckeln von 24 Hz-Content
– verbesserungswürdiger Kontrast
– keine Frame Interpolation
– kein Lens-Shift
– kleiner Zoom

Messergebnisse und Technische Daten
Modell BenQ W1700
Technik: 1-Chip DLP
Garantie: 2 Jahre
Abmessungen (HBT): 135 x 353 x 272 mm
Helligkeit: 2364 Lumen / 1421 (nach Kalibrierung)
Kontrast: 475:1 (On/Off) – 275:1 (ANSI)
Schwarzwert: 2,99 Lumen (nach Kalibrierung)
Bildauflösung: 1920 x 1080 Pixel (3840 x 2160 mit XPR-Technologie)
Lens-Shift: Nein
3D-Wiedergabe: Ja (144 Hz)
3D-Transmitter Ja
3D-Brille: Optional erhältlich
Gewicht: 4,2 Kg
Ausführungen: Schwarz/Weiß/Gold
Vertrieb: BenQ, Oberhausen
Tel.: 0208 / 409420
www.benq.de
Preis (UVP): 1699,00 Euro

Test, Text und Fotos: Michael B. Rehders

Ein Kommentar zu “TEST: BENQ W1700 – Preiswerter 4K-Projektor mit HDR und 3D

  1. Pingback: Anonymous

Schreibe einen Kommentar