TEST: BENQ W2000 – NATÜRLICHE FARBEN MIT „CINAMATIC COLOR“-TECHNOLOGIE

Der BenQ W2000 ist ein leiser Full-HD-Projektor mit natürlichen Farben, vorzüglicher Schärfe und vollständigem Farbmanagement. Darüber hinaus sieht er auch noch richtig schick aus.

BenQ W2000 - Foto Michael B. Rehders_MBR16 (1)
Foto: Michael B. Rehders
BenQ W2000: Das neue Design sieht nicht nur edel aus, der Projektor ist auch richtig leise.

Ausstattung und Technik
Der BenQ W2000 ist ein Ein-Chip-DLP-Projektor und besitzt eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixel. 3D-Filme werden mit bis zu 144 Hz (Triple-Flash) projiziert. 2 Meter Bildbreite werden aus einem Abstand von 2,30 – 3,00 Meter erreicht. Dabei kann der W2000 in Höhe der Unterkante der Leinwand platziert werden – oder wird über Kopf an die Decke montiert. Der vertikale Lens-Shift ist zwar nicht besonders groß bemessen, bietet aber etwas mehr Flexibilität, um das Bild nach oben und unten zu verschieben.
Die Fernbedienung erlaubt eine schnelle Navigation durch die Menüs. Die rot beleuchteten Tasten sind gut lesbar beschriftetet.
MHL fähige Endgeräte, wie beispielsweise Smartphones oder Tablets, können direkt mit dem Projektor verbunden werden.
Das Highlight ist zweifelsfrei die neue „CinematicColor“-Technologie von BenQ. Eine farbverbindliche Wiedergabe von Filmen wird ermöglicht, in dem die sechs Farbsegmente im Farbrad modifiziert wurden. Unterstützt wird mit der „CinematicColor“-Technologie der HDTV-Standard REC 709. Die Farben von Filmen auf Blu-ray werden so projiziert, wie sie vom Regisseur vorgesehen sein dürften.

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Foto: Michael B. Rehders
Alle vorhandenen Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite: 2 HDMI (einmal MHL-fähig), 1 USB, 1 Video, 1 Computer-IN, 1 Component, 1 Audio (Stereo), RS232 sowie 1 Audio In/Out.

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Foto: Michael B. Rehders
Die Regler für Lens-Shift, Zoom und Fokus sind in der Gehäuseoberseite eingelassen. Die Schiebeklappe dient nicht nur als eleganter „Sichtschutz“, sondern verhindert ein versehentliches Verstellen der Einstellungen.

Einstellung und Bedienung
Ab Werk ist der Bildmodus „Cinema(Rec. 709)“ aktiviert. Bildschärfe und Zoom lassen sich bequem und präzise einstellen. Die Regler machen einen wertigen Eindruck, wenn sie betätigt werden. Der Lens-Shift-Regler hat hingegen ein wenig Spiel. Einmal richtig eingestellt, projiziert der W2000 auf der gesamten Leinwandfläche ein scharfes Bild. Die minimalen chromatischen Aberrationen im Randbereich sind nur der Vollständigkeit halber erwähnt – auf normale Sitzabstände sind diese nicht zu sehen.

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Für Laien gibt es ein „Basic“-Menü mit rudimentären Einstellmöglichkeiten.

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Fortgeschrittene können im „Erweiterten Bildmenü“ zusätzliche Einstellungen vornehmen.

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Profis und technisch versierte Laien haben die Möglichkeit, sich in den Tiefen der Menüs so richtig auszutoben. Um die Bildparameter den persönlichen Wünschen anzupassen, hat der BenQ W2000 ein 6-Achsen 3D-Farbmanagement. Somit muss nicht auf das ISF-Menü zugegriffen werden, welches ohnehin nur ISF-zertifizierten Fachleuten mit einem Passwort vorbehalten ist.


Einstellungstipps vom Fachmann

Wer über keine Kalibrierkenntnisse verfügt oder schlicht keine Lust hat, sich erst lange mit dem Thema Kalibrierung auseinanderzusetzen, dem gelingt es mit ganz wenigen Handgriffen, die bereits ordentliche Bildqualität noch weiter zu verbessern.
Im Bildmenü „Cinema(Rec. 709)“ kann die Schärfe auf „10“ gestellt werden. Wer danach auf „Erweitert“ klickt, sollte den Weichzeichner „Geräuschreduktion“ auf „0“ stellen. Auf diese Weise wird förmlich das letzte Quäntchen Schärfe aus dem W2000 heraus gequetscht. Das Gamma sollte von 2.2 auf 2.1 geändert werden, um alle Details im Bild sichtbar zu machen.

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Hinter dem nichtssagenden Begriff „Geräuschreduktion“ verbirgt sich ein Weichzeichner. Dieser digitale Filter sollte idealerweise ausgeschaltet werden.

Messungen
Aus dem Karton ist die Farbtemperatur etwas zu niedrig. 6300 Kelvin sorgen für einen ganz leichten Rotfarbton. Dabei beträgt die Maximalhelligkeit 1272 Lumen. Das reicht aus bis 3,90 Meter Bildbreite, um die von THX für gewerbliche Kinos vorgegebene Leuchtdichte (14 fL) einzuhalten. Während der Kontrast mit 1280:1 durchaus verbesserungswürdig ist, fällt der Schwarzwert mit 0,99 Lumen preisklassenüblich aus.
Wer eine höhere Lichtausbeute benötigt, kann „Brilliant Color“ einschalten. Hierdurch steigt die Lichtleistung auf satte 1660 Lumen – genug um am Samstagnachmittag bei kontrolliertem Restlicht die Fußball-Bundesliga zu schauen.
Im „Bright“-Modus knallt der BenQ W2000 sogar 1850 Lumen auf die Leinwand. Allerdings sind die Farben nur bedingt brauchbar, weil sie einen sichtbaren Grünstich besitzen. Für Präsentationen kann dieser Modus aber durchaus genutzt werden, weil hier Lichtleistung vor Farbgenauigkeit geht.

 

BenQ W2000 - Farbraum - Werkseinstellung
Werkseinstellung: Das schwarze Dreieck zeigt die Sollkoordinaten des Farbsegels. Das weiße Dreieck dokumentiert den gemessenen Ist-Zustand.
Das Farbsegel ist ab Werk ein wenig erweitert. Aus diesem Grund erscheint Rot ein wenig zu satt, wovon aber Hautfarben durchaus profitieren, ohne bonbonfarbig zu erscheinen. Grüne Wiesen und Wälder sehen ebenfalls noch natürlich aus und weisen feinste Abstufungen auf. In dieser Beziehung kann die neue „CinematicColor“-Technologie von BenQ schon mächtig Punkten.
Engagierte Laien können die gute Werkseinstellung problemlos verbessern.

BenQ W2000 - Farbraum - Kalibriert
Kalibriert: Mit ganz wenigen Handgriffen gelingen die Korrekturen, um den W2000 punktegenau auf die HDTV-Norm einzustellen. Das CIE-Diagramm sieht nun vorbildlich aus.

BenQ W2000 - Graustufenverlauf - Werkseinstellung
Werkseinstellung: Idealerweise sollten Rot/Grün/Blau um 100 % betragen, damit der Graustufenverlauf auf allen Helligkeitsebenen verfärbungsfrei aussieht.
Ab Werk ist der Graustufenverlauf relativ homogen, was die etwas zu niedrige Farbtemperatur (6300 Kelvin) erklärt.

BenQ W2000 - Graustufenverlauf - Kalibriert
Kalibriert: Um den Graustufenverlauf zu korrigieren, müssen die RGB-Gainregler nur ein wenig verändert werden. Die vorzüglichen Delta-E-Werte zeigen eindrucksvoll auf, wie gut das Farbmanagement funktioniert. Die Farbtemperatur macht mit 6509 Kelvin (D65) fast eine Punktlandung.

BenQ W2000 - Gamma - Werkseinstellung
Werkseinstellung: Das Gamma fällt mit dem Wert 2.2 zu hoch aus. Vor allem in dunklen Bildinhalten saufen Details nahe Schwarz ab.

BenQ W2000 - Gamma - Kalibriert
Kalibriert: Da der BenQ W2000 keinen Gamma-Equalizer besitzt, sollte der Wert „Gamma 2.1“ ausgewählt werden. Zwar ist das Gamma immer noch nicht perfekt, aber dunkle Bildinhalte werden nun deutlich besser durchgezeichnet. Es sind jetzt alle Details nahe Schwarz zu sehen.

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Alle Pixel unseres Full-HD-Testbildes werden vollständig dargestellt.

Bildeindrücke
Sofort nach dem Einschalten des Projektors fällt auf, wie angenehm leise der BenQ W2000 ist. Selbst im hohen Lampenmodus kann es dieser DLP-Projektor mit deutlich teureren Modellen aufnehmen. Ich empfinde ich vergleichbar leise wie die JVC DLA-X30/500 oder den Sony VPL-VW520.
2D: Nach den schnell erledigten Korrekturen von Farbraum, Gamma und Farbtemperatur läuft der W2000 zur Hochform auf. Bilderbuchmäßig werden alle Farben reproduziert. Im Kapitel 1 in „Casino Royale“ sitzt James Bond in der dunkel Ecke eines Zimmers. Das Revers seines Mantels hebt sich plastisch vom schwarzen Hintergrund ab. Die einzelnen Knöpfe sind allesamt zu erkennen. Der so genannte Regenbogen-Effekt fällt in dieser Szene relativ moderat aus. Sogar das übliche Rauschen von DLP-Projektoren in dunklen Elementen, aufgrund der so genannte „Pulse Weiten Modulation“, hat BenQ beim W2000 eindrucksvoll reduziert. Das Ergebnis ist ein angenehm rauscharmer Bildeindruck.
Als James Bond auf den Bahamas landet, erstrahlt das türkisfarbene Meer in voller Pracht. Das weiße Flugzeug hebt sich vollkommen verfärbungsfrei vom Hintergrund ab. Die Palmen und der blaue Himmel versprühen förmlich Urlaubsfeeling. Das sonnengebräunte Gesicht des Geheimagenten zeigt der W2000 so detailliert und farbgenau wie kaum ein anderer Projektor in dieser Preisklasse.
In „Interstellar“ werden alle Sterne in der Nähe des Schwarzen Loches gezeigt. Das innere des Raumschiffes erscheint greifbar. Auch wenn der verbesserungswürdige Kontrast kein dunkleres Schwarz ermöglicht, erscheinen die Aufnahmen im IMAX-Format glaubwürdig. Der Flug auf dem Eisplaneten mit den gefrorenen Wolken offenbart, dass keine Details nahe Weiß überstrahlen.
3D: Mit „Jurassic World“ in 3D trumpft der W2000 dann aber so richtig auf. Frei von jeglichen Crosstalk-Effekten (Ghosting) wird das Geschehen auf Isla Nublar ungemein räumlich ins Heimkino transportiert. Während der Hubschrauber über die Wälder fliegt, offenbart der W2000 einzelne Bäume und Felsen im Hintergrund. Die Raptoren laufen in Windeseile durch den Park, dicht gefolgt von Owen Grady auf seinem Motorrad, und der BenQ enthält dem Zuschauer kein einziges Detail vor. So machen Filme wirklich Spaß!

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Foto: Michael B. Rehders
Diese Fotoaufnahme von Hamburg schoss ich aus der 21. Etage. Das Bild eignet sich vorzüglich zur Bewertung von Projektoren, weil es zahlreiche Details besitzt, welche die Stärken und Schwächen aktueller Projektoren sofort aufdeckt.

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Die Farben des Doppeldeckers werden originalgetreu reproduziert. In der Ausschnittsvergrößerung ist gut zu erkennen, dass der Schriftzug „STADTRUNDFAHRT“ fast vollständig abgebildet wird. Der Asphalt erscheint farbneutral und die Tür des roten Backsteingebäudes wird mit allen Details reproduziert.

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Foto: Michael B. Rehders
BenQ W2000: Zum Lieferumfang gehört diese beleuchtbare Fernbedienung.

Fazit
BenQ präsentiert mit dem W2000 einen ausgesprochen leisen DLP-Projektor, der 3D-Filme mit 144 Hz (Triple-Flash) projiziert. Bereits in der Werkseinstellung gefällt das Bild mit natürlich erscheinenden Farben. Dank der neuen „CinematicColor“-Technologie bedarf es nur weniger Einstellungen, um die Bildqualität in Richtung Perfektion zu trimmen. Auf diese Weise können Filme so erlebt werden, wie es sich die Filmemacher vorgestellt haben – mit normnahen Farben und allen Details im Bild.

Technische Daten und Messergebnisse:
Modell:
BenQ W2000
Technik: 1-Chip-DLP
Helligkeit: 1162 Lumen (D65)
Kontrast (On/Off): 1180:1
Schwarzwert: 0,98 Lumen
Lens-Shift: vertikal
Zoom: 1,3:1
Lampe: 240 Watt UHP
Maße: 381 x 122 x 277 mm
Gewicht: 3,6 kg
Garantie: 2 Jahre (Projektor), 1 Jahr oder 2000 Stunden (Lampe)
Preis: 1399,- Euro (UVP)

Test, Text & Fotos: Michael B. Rehders

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