News: JVC DLA-N-SERIE JETZT MIT DYNAMIK HDR

Foto: Michael B. Rehders

Foto: Michael B. Rehders – JVC DLA-N7


Neues HDR-Feature von JVC
Das neue dynamische Tone Mapping von JVC ist kostenlos. Es soll als FW3.0 ab November erhältlich sein. Für die Installation auf den Projektor reicht es aus, die Software auf einen USB-Stick zu ziehen, diesen hinten in den JVC einzustöpseln und das „Update“ zu starten.
Innerhalb von wenigen Minuten ist die neue Firmware installiert.
Dieses Feature ist ausschließlich der N-Serie vorbehalten.

Mehr sichtbare Inhalte mit dynamischen HDR
Ich halte das dynamische Tone Mapping für überaus sinnvoll, weil Heimkino-Projektoren auf typischen Leinwandgrößen nicht imstande sind, die geforderten Leuchtdichten (bis 10.000 Nits) abzubilden. Darüber hinaus will auch niemand im dunklen Raum mit solch einer Helligkeit geblendet werden.
Bislang mussten sich Nutzer eigentlich entscheiden zwischen maximaler Projektionshelligkeit und vollständiger Bildinhalte, wenn HDR-Content projiziert wird.
Zwar gibt es mittlerweile Helfer, die das HDR-Filmerlebnis verbessern, in dem diese ein Tone Mapping durchführen. Das bedeutet, dass Bildinhalte, die beispielsweise 4000 Nits hell sein sollen, auf einen definierten Wert (z. B. 350 Nits) ausgegeben werden. Damit sind diese Inhalte zwar erkennbar, aber nicht mit der ursprünglich angedachten Helligkeit. Das bezieht vor allem Farben mit ein, die dadurch weniger hell strahlen.
Der größte Nachteil von statischen HDR ist allerdings, dass Einstellungen einmalig anhand der Metadaten im Film durchgeführt werden. Betragen diese beispielsweise 0,005 – 4000 Nits, stellt sich der Projektor darauf ein. Ist nur eine einzige Szene mit 4000 Nits vorhanden, wird die übrige Zeit die Maximalhelligkeit des Projektors nicht ausgeschöpft!

Mit der jetzigen Firmware 3.0 gelingt es JVC, alle Inhalte eine Filmbildes darzustellen – und dabei den vollen Kontrastumfang des Projektors auszuschöpfen. Es finde also keine statische Helligkeitsdarstellung mehr statt, sondern eine dynamische. Davon profitieren vor allem dunkle Szenen, die helle Spitzlichter enthalten. Beispielsweise eine Straßenlaterne bei Nacht, die bei sattem Schwarz maximal hell leuchtet. Aber auch helle Szenen profitieren von diesem Feature. Es müssen nämlich keine Inhalte mehr ins Weiß überstrahlen – und damit „unsichtbar“ werden. Es können nun alle Inhalte vollumfänglich abgebildet werden.
Um das zu erreichen, analysiert der JVC jedes einzelne zugespielte Frame. Selbst Filme, die über keine Metadaten für maximale und minimale Luminanzen verfügen, können mit diesem Feature quasi in Echtzeit ideal projiziert werden.

HDR unabhängig vom Zuspieler
Das beste finde ich daran, dass dies unabhängig vom Zuspieler ist. Es muss also kein spezieller 4K-Blu-ray-Player oder ein Media PC oder ein spezieller Streaming-Player gekauft werden. Es reicht, dem JVC das HDR-Bildsignal zuzuspielen – den Rest macht dann der Projektor!
Wer zum Beispiel HDR-Games via Playstation 4 zocken, HDR-Fußballübertragungen mit Sky sehen und HDR-Filme auf Netflix erleben möchte, der kann deren HDR-Bildsignale direkt zum Projektor schicken. Ebenso von 4K-Blu-ray-Player und SAT-Receiver, die kein Tone Mapping beherrschen, sondern HDR-Signale nativ ausgeben. Damit sind externe und mehrere Tausend Euro teure Media PCs und „Scaler“ unnötig, weil der Projektor das dynamische Tone Mapping übernimmt.

Wer darüber hinaus das Bild anpassen möchte, kann das zusätzlich nach Geschmack machen. Entsprechende Regler stehen dafür im On-Screen-Menü zur Verfügung.

Neben HLG unterstützt das Feature HDR10. Filme mit dynamischen HDR-Technologien (wie Dolby Vision und HDR10 Plus) beinhalten grundsätzlich auch HDR10 als „statische“ Variante. Sollte ein Projektor (wie die JVC-N-Serie) nämlich keine dynamischen HDR-Techniken unterstützen, wird dem JVC der HDR-„Kern“ automatisch zugespielt. Diese Bildsignale analysiert der Projektor Bild für Bild und optimiert diese dynamisch.

Liebgewonnene Features wie Auto Blende (ist ein separater Chip) und FI können weiterhin genutzt werden. Lediglich der digitale Ausgleich für Curved Screens kann damit nicht mehr genutzt werden, weil die Rechenpower nur für eines der beiden Features reicht. Anamorphote Darstellung funktioniert weiterhin.

 

Erste Bildeindrücke
In der Praxis sieht dieses neue Feature absolut vielversprechend aus. Im direkten Vergleich mit dem bekannten Auto Tone Mapping ist die bessere Bilddarstellung mit dem dynamischen Tone Mapping allgegenwärtig. Schwarze Inhalte werden besser durchgezeichnet und helle Szenen überstrahlen nicht mehr ins Weiß. Die Farbdarstellung ist fantastisch dabei.
Darüber hinaus dürften auch suboptimal gemasterte Filme besser abgebildet werden. Durch die dynamische Helligkeitsdarstellung wird auch der maximale Schwarzpegel des Projektors genutzt. Wenn das Schwarz im Film nur 0,005 Nits betragen sollte, stellt der JVC es mit 0,000 Nits dar, also dem dunkelsten Schwarz das er kann.

Fazit:
Der erste Eindruck auf der IFA ist beeindruckend. Im Vergleich zwischen statischen „Auto Tone Mapping“, „HDR PQ“ (Panasonic/JVC-HDR) und dem neuen dynamischen „Frame Adapt HDR“ stellt das neue Feature HDR-Content mit Abstand am besten dar.
Aus diesem Grund freue mich bereits auf die FW3.0, zumal diese eine sichtbare Bereicherung für jegliches HDR-Content bedeutet. Teure Media PC und Skaler werden damit überflüssig, weil HDR-Gaming via Spielekonsole und HDR-Streaming-Sender mittels „Frame Adapt HDR“ zusätzlich nutzbar sind. Darüber hinaus finde ich es überaus lobenswert, dass dieses Update kostenlos für die N-Serie ist. Sobald die Firmware zum Download zur Verfügung steht, werde ich sie auf meinen JVC DLA-N7 aufspielen und schauen, wie sie sich in meinem Heimkino schlägt.

Ein Test folgt in Kürze.

Text und Fotos: Michael B. Rehders

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