PRESSEKONFERENZ: Philips packt aus – THE ONE: Der größte Ambilight-TV der Welt

TP Vision lud ein – und hunderte Fachjournalisten kamen aus ganz Europa nach Berlin, um alles über die Neuheiten der Marke Philips zu erfahren. Meine Highlights waren ein 100-Zoll-TV, ein 85-Zoll großer RGB Mini-LED-TV und AmbiScape. Darüber hinaus wartete das Unternehmen heute mit einem echten Paukenschlag auf: Google TV wurde rausgeschmissen.

Foto: Michael B. Rehders – Philips Pressekonferenz – In Berlin präsentierte Marketingchefin Anette van Dijk die TV-Highlights für das Jahr 2026.

Philips schmeißt Google TV raus

Ein echter Paukenschlag: Philips trennt sich von Google TV.
Bereits im letzten Jahr hatte es sich angekündigt. In Barcelona wurde 2025 das Betriebssystem Titan OS groß eingeführt. Ab 2026 werden alle Smart-TVs der Marke Philips ausschließlich mit Titan OS ausgestattet. Das System bietet die gewohnte moderne Kacheloptik, frei positionierbaren Apps und einen gut funktionierenden Sprachassistenten.

Titan OS bietet aber keinen klassischen App-Store mit Inhalten zum Download. Vielmehr setzt das Betriebssystem auf webbasierte Anwendungen. Demzufolge sind keine App-Downloads erforderlich. Das spart Speicherplatz und kann die Performance verbessern. Die gängigen Streamingdienste stehen allesamt zur Verfügung.

Ambilight wieder mit Philips Hue kompatibel

In allen TV-Tests der letzten Jahre habe ich kritisiert, dass Philips Ambilight nicht mehr mit den Hue-Lampen kombinierbar war. Das ist jetzt vorbei: Philips erweitert das Ambilight-System in ausgewählten TV-Geräten um die neue Funktion AmbiScape. Dieses steuert bis zu vier externe Lichtquellen im Raum und synchronisiert diese mit Ambilight auf dem Bildschirm. Unterstützt werden E27 Smart Lampen der Marken Wiz, NanoLeaf, Ikea und Philips Hue, welche unterschiedliche Lichtszenarien ermöglichen, die im On Screen Menü und via AmbiScape-App konfiguriert werden können.

Foto: Michael B. Rehders – AmbiScape unterstützt auch die Hue-Lampen von Philips wieder.
Foto: Michael B. Rehders – Steuerbar ist AmbiScape über das OSD des TV-Gerätes oder via App.

Der größte Ambilight-TV der Welt

Ich war in Berlin dabei, und mein Highlight ist: „THE ONE“ in 100 Zoll! Ab Oktober 2026 ist die neue PQS9001er TV-Serie erhältlich. Philips kombiniert das dreiseitige Ambilight mit der 7. Generation P5 Prozessor, VRR mit 144 Hz Wide Color Gamut und einem QLED Panel. Bei allen Geräten kommt der MediaTek Pentonic 800 Chipsatz zum Einsatz, der Bandbreiten von bis zu 48 Gbps beherrscht. Die Serie startet mit der 43-Zoll-Version, das über ein 20 Watt starkes 2.0-Soundsystem verfügt. Die Varianten in 50, 55 und 65 Zoll sind mit einem 40 Watt 4.0-Soundsystem ausgestattet, während die Modelle in 75 und 85 Zoll ein 50 Watt 2.1-Soundsystem bieten.

Das Topmodell in 100 Zoll hat ebenfalls das 2.1-Soundsystem mit 50 Watt an Bord. Zum genauen Preis hält sich der Hersteller noch bedeckt. Ich gehe aber davon aus, dass der 100-Zoller unter 6.000 Euro bei Markteinführung kosten wird. Er bietet überdies Dolby Vision 2 Max, AmbiScape, das neue Betriebssystem Titan OS und eine Bildbreite von satten 2,22 Meter.

Die Bildqualität überraschte mich bei näherer Betrachtung positiv, soweit das vor Ort überprüfbar ist. Der TV glänzt mit strahlend hellen und messerscharfen Bildern, natürlichen satten Farben sowie der Abwesenheit von Banding- und Solarisations-Effekten.

Foto: Michael B. Rehders – Satte 100 Zoll misst der größte Ambilight TV der Welt.
Foto: Michael B. Rehders – Hier prüfe ich den „The One“ in 100 Zoll Größe.

Premiere: RGB Mini-LED

Zum ersten Mal setzt Philips auf die neue RGB Mini-LED-Technologie. Die MLED981-Serie kombinieren RGB-Mini-LEDs und dreiseitigem Ambilight. Die Geräte sind leistungsmäßig oberhalb der QLEDs positioniert, aber unterhalb der 800er-Reihe der OLEDs. Der MLED981 kombiniert die 10. Generation P5 AI Prozessing, Dolby Vision 2 Max, ein VVR-Panel mit 165 Hz und 97 Prozent Rec. 2020 Farbraumabdeckung. Die RGB Mini-LED Hintergrundbeleuchtung umfasst 11.520 Dimmingzonen, die sich aus den 3840 RGB-Pixel addieren, und erreicht eine Spitzenhelligkeit von 2500 Nits. Für den guten Ton sorgt ein 4.1-Soundsystem mit 70 Watt.

Zunächst erscheint der MLED981 im Oktober 2026 exklusiv in 85 Zoll Größe. Weitere Modelle folgen dann im Jahr 2027. Den Preis nannte Philips in Berlin noch nicht.

Foto: Michael B. Rehders – RGB Mini-LEDs ohne Panel im Live-Einsatz.

OLED bleibt Referenz

Im Premiumsegment will der OLED+951 Maßstäbe setzen. Er verknüpft dafür die 10. Generation P5 AI Dual Engine Prozessor mit Dolby Vision 2 Max und dem neuen  META 4.0 Primary RGB Tandem 2.0 VRR 165 Hz WOLED Panel. Dieses deckt den Farbraum DCI-P3 mit 99,5 Prozent ab, bleibt damit aber deutlich hinter den RGB Mini-LEDs zurück, die knapp 100 Prozent Rec.2020 abdecken. Darüber hinaus spiegelt das Display der neuen OLED-TVs deutlich weniger und soll 99 Prozent der Reflexionen blockieren, so dass bei Tag deutlich weniger abgedunkelt werden muss.

Der neue Umgebungslichtsensor funktioniert hierbei vortrefflich, so dass ich auch bei sattem Umgebungslicht ein strahlend helles HDR-Bild verzeichne. Die Maximalhelligkeit soll bis zu 4500 Nits (10 % Fenster) und 800 Nits (100 % Flächenweiß) betragen. Im A-B-Vergleich vor Ort war das Bild gegenüber der Vorgängergeneration sichtbar heller, schärfer und brillanter. Besonders angetan hat es mir das HDR-KI-Prozessing. Im Vergleich mit dem Filmmaker-Modus erscheinen Spielfilme heller, feiner aufgelöst, bunter und noch plastischer. Mit einer originalgetreuen Wiedergabe hat das aber nichts mehr zu tun. Trotzdem sah es für mich durchgehend natürlich aus.

Die Geräte gibt es in den Größen: 55, 65, 77 Zoll

Foto: Michael B. Rehders – Chefentwickler Danny Tack demonstrierte die Fähigkeiten der neuen Fernseher.
Screenshot: Der Filmmaker-Modus (links) zeigt natürliche Farben, der KI-HDR-Modus (rechts) zeigt ein deutlich helleres Bild mit einer sichtbar kühleren Farbtemperatur.

Audio

Die Präsentation beschränkt sich nicht nur auf neue Fernseher. Auch abseits der Bildgewaltigen TV-Geräte gab es spannende Produkte zu entdecken. Dazu gehört Dolby Vision 2 inklusive eines A-B-Vergleichs mit der bisherigen Version. Die Vorteile in der Helligkeit und Schärfe waren sichtbar. Ob das Bild nun aber näher am Original ist, bezweifle ich ein wenig.

Die neuen Soundbars klangen überraschend druckvoll. Mitten und Höhen waren fein aufgelöst. Durch die Unterstützung eines Subwoofers wurden auch Grundton und Tiefbass exzellent reproduziert.

Kopfhörer erfreuen sich großer Beliebtheit. Besonders aufgefallen ist mir ein Modell, dass digital personalisiert werden kann. Hierfür wird mit Hilfe des Smartphones ein Foto oder Text auf die Ohrmuscheln gestreamt. Die Bilder lassen sich sogar als Diashow abspielen. Damit kann jeder zu Hause seinen eigenen Kopfhörer schnell erkennen und kreativ erweitern.

Plattenspieler und Kofferradios wurde im Rahmen des 100-jährigen Philips-Jubiläums präsentiert. Vor allem über die Plattenspieler freue ich mich, weil es hier im Hamburger Schanzenviertel (und direkte Umgebung) noch zahlreiche Plattengeschäfte gibt, die fußläufig bequem erreichbar sind.

Der Tag ging viel zu schnell zu Ende. Er wurde aber am Abend im Szene-Club „Tresor“ bei fetziger Musik und kühlen Drinks fortgesetzt. Dort gab es ein striktes Fotografierverbot. Die Objektive der Smartphones wurden zugeklebt, damit alle ungestört und frei feiern konnten. Gut so.

Foto: Michael B. Rehders – Dichtes Gedränge am Einlass der Location „Alte Münze“; hierbei handelt es sich um eine ehemalige Münzprägefabrik aus den 1930er Jahren.
Foto: Michael B. Rehders – Die Chassis einer Philips-Soundbar.
Foto: Michael B. Rehders – Kopfhörer können via App mit Fotos und Text individualisiert werden.
Foto: Michael B. Rehders – Plattenspieler sind wieder in Mode.
Foto: Michael B. Rehders – Ein riesengroßes Buffet für jeden Geschmack sorgte für Stärkung der Fachjournalisten.

Text und Fotos: Michael B. Rehders

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