TEST: DANGBEI MP1 MAX – Fexibler Laserprojektor mit HDR und Autofokus für 1.999 Euro

Dangbei offeriert für 1.999 Euro einen kompakten 4K-Heimkino-Projektor, der mit heller Laser-LED-Lichtquelle, großem Farbspektrum, HDR und 3D die heimischen Lichtspielhäuser erobern möchte. Für wen er geeignet ist, zeigt dieser Test.

Foto: Michael B. Rehders – Dangbei MP1 Max

Inhaltsangabe:

  1. Kurz und knapp
  2. Styling und Design
  3. Ausstattung und Technik
  4. Installation und Bedienung
  5. Messungen und Diagramme
  6. Einstellungstipps
  7. Bildeindrücke
  8. Pro & Contra
  9. Technische Daten und Messergebnisse

Kurz und knapp

Der Dangbei MP1 Max ist ein stylischer und heller 4K-Projektor, der seine UHD-Auflösung mit Hilfe der XPR-Technologie erzeugt. Der graue Transportkoffer ist bestens geeignet, um den Projektor, Netzkabel und die Fernbedienung gut geschützt zu Freunden mitzunehmen. Aufstellung, Installation und Bedienung sind angenehm leicht, weil der MP1 Max sowohl die Schärfe als auch die Geometrie automatisch anpasst. Dank des Gimbels lässt sich das Gerät um 360 Grad drehen und nach oben/unten schwenken. Damit ist sogar eine Deckenprojektion möglich.
Google TV bietet alle von den TVs bekannten Streamingdiensten, inklusive Netflix, Prime Video und YouTube. Die hohe Lichtausbeute von über 2000 Lumen, die es nach der Kalibrierung erzielt, bezieht das Gerät aus der Laser-LED-Hybridlichtquelle. Bis auf Dolby Vision werden alle aktuellen HDR-Technologien unterstützt. Statisches HDR10 wird überzeugend mit Hilfe des dynamischen Tone-Mappings reproduziert. Die Farben erscheinen natürlich, die Bilder sind messerscharf und die Ausleuchtung über die gesamte Fläche homogen. Freunde von 3D kommen voll auf ihre Kosten, weil der MP1 Max alle gängigen Formate wiedergibt.
Wer auf der Suche nach einem mobilen Projektor ist, der helle und knackscharfe Bilder mit natürlichen Farben projiziert, sollte sich den Dangbei MP1 Max unbedingt näher anschauen.

Foto: Michael B. Rehders – Stabiler Transportkoffer

Styling und Design

Geliefert wird der Dangbei MP1 Max in einem grauen Koffer, in dem sich neben dem Projektor, das externe Netzteil, Controller mit Batterien sowie eine Installationsbrochüre befinden. Den Projektor gibt es ausschließlich in Dunkelgrau. Die Vorderseite ist in Hochglanz gehalten. Hier ist das Objektiv mit goldener Applikation und 4K-Schriftzug eingelassen. Daneben sind Lichtsensor und Autofokus untergebracht.

Foto: Michael B. Rehders – Sicher verpackt und gut geschützt sind Projektor, Kabel, Fernbedienung und Broschüre im Koffer verstaut.

Vertrauenserweckende 5,6 Kilogramm bringt der Lichtwerfer auf die Waage, so dass er für stabile Stative wie geschaffen ist, weil ein passendes Gewinde unter dem runden Standfuß vorhanden ist. Überdies lässt er sich im Wohnzimmer und unterwegs auf einem Tisch nutzen. Mit dem integrierten Standfuß lässt sich der Bildwerfer um 360 Grad horizontal drehen und mit dem Gimbel um 135 Grad vertikal neigen. Damit ist sogar eine Deckenprojektion möglich. Der Stromverbrauch überzeugt auf ganzer Linie, fällt dieser doch mit 149 Watt sehr gering aus für einen Beamer, der nominell 3100 Lumen Lichtausbeute erreichen soll.

Die wenigen Anschlussterminals befinden sich allesamt auf der Rückseite des Gehäuses. Sie sind gut zugänglich, die verbundenen Stecker sitzen fest in den Ports, so dass eine störungsfreie Signalübertragung gegeben ist.

Foto: Michael B. Rehders – Auf der Rückseite befinden sich alle Schnittstellen. Es sind vorhanden: Kopfhöreranschluss, USB-Port und zwei HDMI-Anschlüsse, von denen einer eARC-fähig ist und somit Dolby-Atmos-Ton zu einem AV-Receiver übertragen kann.

Ausstattung und Technik

Der Dangbei MP1 Max ist ein Ein-Chip-DLP-Projektor mit 0,47 Zoll messendem DMD und nativer Full-HD-Auflösung, der Bildinhalte bis zu 3840 x 2160 Pixel entgegennimmt, verarbeitet und via XPR-Shift-Technologie auf die Leinwand wirft.

Das Herzstück ist die Hybrid-Lichtquelle aus Triple-Laser und LED. Hierbei handelt es sich um rote, grüne, blaue Laserdioden sowie grüne und blaue LEDs, die in Kombination eine Maximalhelligkeit von 3100 Lumen erzielen sollen. Über die Lebensdauer macht der Hersteller keine Angaben. Erfahrungsgemäß sollte die Lichtquelle aber erst nach 20.000 Stunden rund 50 Prozent an Helligkeit einbüßen. Der Rec.2020-Farbraum soll mit 110 Prozent abgedeckt werden.

Das Objektiv besitzt eine Festbrennweite mit einem Faktor von 1,2:1. Eine 2,50 Meter breite 16:9-Leinwand kann aus einer Distanz von 3,00 Metern vollständig ausgeleuchtet werden. Für größere oder kleiner Bilder wird der Projektor etwas vor- oder zurückgezogen.

Für die Installation stehen ein Autofokus, eine automatische Bildanpassung an die Leinwand und eine Auto-Geometriekorrektur zur Verfügung.

Ein Sechs-Achsen-Farbmanagement ist ebenso vorhanden wie rudimentäre Gammaparameter, RGB-Gain/Offsetzregler und ein 11 Punkte Weißabgleich, um die Farben weiter zu trimmen.

High Dynamic Range (HDR) wird vom MP1 Max unterstützt. Ein dynamisches Tone-Mapping sorgt dafür, dass HDR-Filme von Streaming-Diensten und 4K-Blu-ray strahlend hell dargestellt werden. HDR10+ ist überdies implementiert, um entsprechend kodierte Filme bestmöglich zu projizieren. Dolby Vision fehlt.

Hinter „Adaptive Luma-Steuerung“ und „Lokalen Kontrast einstellen“ befindet sich eine Art „Dynamic Black“. Hier werden die Inhalte der zugespielten Signale zunächst analysiert. Im Anschluss wird die Lichtquelle passend gedimmt und in verschiedenen Bildbereichen die Helligkeit angepasst. Das Ergebnis ist ein dunkleres Schwarz mit verbessertem Kontrastumfang im Bild. Das Feature funktioniert erfreulich gut, weil es zu keinem Helligkeitspumpen innerhalb eines Filmes kommt.

Das Betriebssystem Google TV bietet zahlreiche Smartfunktionen und Apps. Alle von unserem Fernseher bekannten Streaminganbieter werden unterstützt. Dazu gehören: Netflix, YouTube, Disney+, Prime Video, Apple TV+, Paramount+, Wow. Auf Mediatheken kann überdies zugegriffen werden, um verpasste Filme, Nachrichten und TV-Shows anzuschauen.

Eine Zwischenbildberechnung ist vorhanden, diese heißt MEMC. 3D und ein Audiosystem mit 2 x 12 Watt komplettieren das gut gefüllt Ausstattungspaket.




Foto: Michael B. Rehders – Fernbedienung vor MP1 Max.

Installation und Bedienung

Blitzschnell fährt der Projektor hoch: In einer Rekordzeit von drei Sekunden gelingt es dem MP1 Max, das zugespielte Bildsignal auf die Leinwand zu projizieren. Ebenso schnell fährt er wieder herunter, lange Abkühlphasen entfallen dadurch.

Nach der ersten Inbetriebnahme öffnet sich ein Installationsmenü, das ganz ähnlich angelegt ist wie von einem modernen TV-Gerät. Zunächst wird die gewünschte Sprache ausgewählt, dann folgt das Land, in dem der Beamer betrieben wird.

Im zweiten Schritt wird Google TV installiert. Hierfür soll ein QR-Code mit dem Smartphone fotografiert werden, um den Projektor mit der Google-TV-App und dem eigenen Google-Konto ganz bequem zu koppeln. Das funktioniert aber zunächst nicht, weil der MP1 Max noch gar nicht online gegangen ist. Dies erfolgt erst im dritten Schritt, in dem das Gerät mit dem WLAN-Netzwerk verbunden wird. Jetzt geben wir das Passwort für unseren Google-Account ein – und schon wird der Projektor damit gekoppelt. Alle unsere Apps stehen zur Verfügung. Sehr gut.

Der Projektor besitzt einen leichten Offset, wie die meisten DLP-Projektoren in diesem Preissegment. Er strahlt nach oben ab, so dass er auf Höhe der Leinwandunterkante aufgestellt werden kann.

Für die finale Ausrichtung gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Manuell wird der Projektor exakt dort platziert, wo er die Leinwand komplett ausleuchtet. Für ein größeres oder kleineres Bild wird das Gerät etwas näher oder weiter weg platziert.
2. Alternativ übernimmt der Projektor die Anpassung an die Leinwand selbst. Das Bild muss lediglich so groß sein, dass es die Leinwand komplett abdeckt. Auf Knopfdruck passt der Beamer das Bild zentimetergenau an. Diese digitale Bildanpassung ist überaus bequem, kostet aber Auflösung, weshalb ich letztendlich davon abrate.

Das Bild stellt sich selbständig scharf auf der Leinwand. Dafür besitzt der Dangbei MP1 Max einen Autofokus, das seine Arbeit sehr gut verrichtet. Nur selten muss ich das Ergebnis korrigieren, in dem ich manuell per Fernbedienung die Schärfe wunschgemäß anpasse.

Autofokus: Wie von Geisterhand stellt sich das unscharfe Bild selbständig scharf
Autofokus: Es braucht nur wenige Sekunden, dann ist das Bild bis in die Ecken gestochen scharf

Die Bedienung des Projektors ist ganz simpel. Via Controller kann ich schnell durch das On-Screen-Menü (OSD) navigieren. Das Bildmenüs sind selbsterklärend benannt.

Installation: Direkt nach dem ersten Einschalten wird die gewünschte Sprache ausgewählt
Installation: Im zweiten Schritt soll Google TV eingerichtet werden. Das funktioniert aber nicht, weil noch keine Internetverbindung besteht
Installation: Erst im dritten Schritt erfolgt innerhalb des Installations-Menüs die Internetverbindung, in dem der Projektor mit meinem Netzwerk verbunden wird
Google TV: Via Passwort logge ich mich in meinen Google-Account ein, nachdem die Internetverbindung besteht. Nun stehen alle Dienste zur Verfügung, die ich auch auf den anderen Geräten (Projektor, TV) nutze
Listenanordnung: Ganz bequem können die Apps in der Übersichtsleiste verschoben werden. Zattoo setze ich ganz nach vorne, um direkten Zugriff auf die TV-Sender zu erhalten

Der schwarze Controller besitzt keine Input-Taste, so dass ich im OSD zwischen Google TV und 4K-Blu-ray-Player auf HDMI 2 wechseln muss. Um zurück zu kommen reicht es, auf dem Controller der „Home“-Taste zu drücken. Darüber hinaus besitzt die Fernbedienung keine hintergrundbeleuchtete Tastatur, was die Bedienung in dunkler Umgebung zusätzlich erschwert.

Die Kalibrierung gestaltet sich ein wenig umständlich. Für jede Änderung der Parameter muss durch das umfassende OSD navigiert werden. Zunächst wird dafür die Taste an der rechten Seite der Fernbedienung gedrückt. Während der obere (rote) Knopf für den Fokus bestimmt ist, stehen beim Druck auf die untere Taste mehrere Parameter zur Auswahl. Der untere Reiter „GTV“ öffnet das OSD auf der rechten Bildseite. Von hier kann ich über „Bild“ zu den gewünschten Parametern navigieren. Darüber hinaus können individuelle Anpassungen für SDR, HDR und HDR10+ vorgenommen werden. Der Projektor speichert die Eingaben automatisch und ruft sie selbständig auf, sobald ein passendes Signal anliegt.

Foto: Michael B. Rehders – Die Fernbedienung bietet nicht nur Direktwahltasten für YouTube, Netflix und Prime Video, sondern an der Seite den Fokusregler und darunter die Taste, mit der ins OSD gelangt wird
Foto: Michael B. Rehders – OSD: Nachdem die untere Taste auf der Seite der Fernbedienung gedrückt wir, öffnet sich das Bildschirmmenü. Ganz untern via GTV-Einstellungen kann man tiefer ins OSD eintauchen
Foto: Michael B. Rehders – OSD: Wird GTV-Einstellungen gedrückt, öffnet sich auf der rechten Seite das OSD, während das zugespielte Bildsignal vom 4K-Blu-ray-Player bestehen bleibt
Foto: Michael B. Rehders – OSD: Bild ermöglicht es, den Bildmodus auszuwählen. Ich empfehle für tiefergehende Anpassungen Benutzerdefiniert
Foto: Michael B. Rehders – OSD: Experten-Einstellungen bietet eine dynamische Lichtsteuerung, Lokalen Kontrast (Dynamic Black)
Foto: Michael B. Rehders – OSD: Experten-Einstellungen bietet die Möglichkeit, den Farbraum auszuwählen und Zugriff auf das Color-Management-System für die Farbraumanpassung
Foto: Michael B. Rehders – OSD: Feinabstimmung der Farbe bietet ein vollständiges 6-Achsen-CMS plus die klassischen RGB-Gain-Offset-Regler
Foto: Michael B. Rehders – OSD: Eine perfekte Graustufendarstellung von 5 bis 100 Prozent wird ermöglicht durch Korrektur des Weißabgleichs mit 11 Punkten
Foto: Michael B. Rehders – OSD: Ton bietet mehrere Klangpresets. Benutzerdefiniert erlaubt es, Bass und Höhen einzustellen, um den etwas dumpf klingen Sound auf die Sprünge zu helfen

Messungen und Diagramme

Ab Werk ist der Bildmodus „Standard“ aktiv, der eine stark gesättigte Farbdarstellung erzeugt. In Wohnzimmern dürfte das vielen Nutzern entgegenkommen, da der Farbraum DCI-P3 mit rund 110 Prozent abgedeckt wird. Mit den satteren Farben kann sich der Beamer gut gegen kontrolliertes Umgebungslicht behaupten.

Die vom Hersteller beworbenen 110 Prozent BT.2020 habe ich in keinem Modus ermitteln können.

Helligkeit:
Ungeachtet der Farbgenauigkeit beträgt die Maximalhelligkeit meines Testgerätes 3000 Lumen, die im Farbmodus „Hohe Leistung“ erzielt wird. Sie liegt damit 100 Lumen unter der Herstellerangabe. Da mir der erzeugte Grünfarbstich nicht gefällt, und das Preset sehr laut ist mit über 40 Dezibel, schalte ich in den Bildmodus „Benutzer“. Jetzt ist der Beamer mit 26 Dezibel angenehm leise. Die Lichtausbeute nach der Kalibrierung beträgt ordentliche 2020 Lumen. Das reicht aus für Bildbreiten bis 4,10 Meter, wenn diese mit SDR-Inhalten und 20 Footlambert befeuert werden, respektive bis 3,25 Meter mit HDR-Inhalten, wenn die Leuchtdichte 32 Footlambert beträgt.

Kontrast:
Der statische On/Off-Kontrast beträgt stark verbesserungswürdige 820:1 ganz ohne Helligkeitstricksereien. Dynamisch lässt sich der Kontrastumfang auf bis zu 2500:1 steigern. Der Inbild-Kontrast (1 % ADL) fällt mit 810:1 und der ANSI-Kontrast mit 247:1 nur durchschnittlich aus für einen aktuellen Projektor in diesem Preissegment. Wünschenswert ist überdies ein dunkleres Schwarz als die ermittelten 2,45 Lumen. Mit Hilfe der dynamischen Regelung kann der Messwert auf 0,81 Lumen verbessert werden, was ebenfalls eher mittelmäßig ist.

Color Uniformity:
Die Ausleuchtung fällt mit 95 Prozent hingegen sehr gut aus. Leichte Abschattungen in Weißbildern am Rand sind nicht ersichtlich, weil die Abweichung unterhalb der Wahrnehmungsschwelle von 10 Prozent liegt.

Farbraum HDTV ab Werk: Der Rec.709-Farbraum wird ab Werk im Bildmodus „Benutzer“ mit 100 Prozent abgedeckt. Das Ergebnis sind sehr natürliche Farben
Farbraum HDTV kalibriert: Der Rec.709-Farbraum wird kalibriert im Bildmodus „Benutzer“ ebenfalls mit 100 Prozent abgedeckt. Das Ergebnis sind sehr natürliche Farben, die sich von der Werkseinstellung kaum unterscheiden
Farbraum HDR ab Werk: Weiß ist zu kühl und die übrigen Farben liegen allesamt knapp neben ihren Sollpunkten.
Farbraum HDR kalibriert: Weiß macht mit 6500 Kelvin eine Punktlandung. Auch die übrigen Farben liegen viel näher am Soll. Das etwas erweiterte Rot nehme ich gerne mit. Sinnvoll anpassen lässt es sich ohnehin nicht
Graustufenverlauf ab Werk: Die RGB-Balance ist bereits ab Werk hervorragend
Graustufenverlauf kalibriert: Nach der Kalibrierung ist das Ergebnis nur minimal besser
Gamma 2,2 ab Werk: Die etwas wellig verlaufende Gammadarstellung hat ihre Ursache in der dynamischen Helligkeitsregelung. Diese dunkelt Inhalte etwas ab
Gamma 2,2 kalibriert: Wird das Preset Gamma „Dunkel“ verwendet und die dynamische Helligkeitsregelung im Menü ausgeschaltet, ergibt sich eine tadellose Gammadarstellung. Helle und dunkle Inhalte werden vollständig reproduziert
DeltaE für Graustufen ab Werk: Die gute Werkseinstellung spiegelt sich mit sehr guten 1,4 DeltaE im Durchschnitt wieder. Die Maximalwert beträgt 2,0 DeltaE
DeltaE für Graustufen kalibriert: Mit wenigen Anpassungen verbessert sich der Wert auf 0,7 DeltaE im Durchschnitt. Die Maximalwert beträgt nur noch 1,5 DeltaE
DeltaE des Farbraums ab Werk: Im Durchschnitt erzielt der Projektor 1,7 DeltaE, was ein exzellenter Wert ist. 5,6 DeltaE im Maximum für Blau sind immer noch gut

DeltaE des Farbraums kalibriert: Im Durchschnitt erzielt der Projektor jetzt 1,4 DeltaE, was in der Praxis aber kaum sichtbar ist.. 4,4 DeltaE im Maximum für Blau sind ebenfalls etwas besser

Nachfolgend habe ich die Lichtausbeute in allen Bildmodi aufgeführt:

BildmodusLichtausbeuteAnmerkungen
Benutzer (SDR)2020 LumenD65-kalibriert
Benutzer (HDR)2020 LumenD65-kalibriert
Hohe Leistung3000 Lumenzu Grün und zu laut
Standard2360 Lumen
Natürlich2360 Lumen
Lebhaft2400 LumenGrünfarbstich sichtbar
Film2100 Lumen
Spiel2940 Lumen
Benutzer2360 Lumenab Werk

Einstellungstipps vom Color-Management-Experten:

Die Einstellungsempfehlungen fußen auf umfangreichen Messergebnissen, die ich im Rahmen des Testprozederes ermittelt habe. Sie bieten eine gute Grundlage für die Kalibrierung. Wer kein Messequipment besitzt, erhält damit eine normnahe Wiedergabe.

SDR
Bildmodus: Benutzer
Helligkeit: 50
Kontrast: 50
Sättigung: 55
Bildschärfe: 12
Farbtemperatur: Nutzer
Adaptive Luma-Steuerung: Aus
Lokalen Kontrast einstellen: Aus
Farbraum: sRGB/BT.709
MEMC: Niedrig

HDR
Bildmodus: Benutzer
Helligkeit: 48
Kontrast: 51
Sättigung: 58
Bildschärfe: 12
Farbtemperatur: Nutzer
Adaptive Luma-Steuerung: Mittel
Lokalen Kontrast einstellen: Mittel
MEMC: Niedrig
Farbraum: BT.2020

Bildeindrücke

Mit rund 26 Dezibel ist der Dangbei MP1 Max flüsterleise. Selbst leise Dialoge in Filmen übertönt er nicht.

Spielfilme mit 24 Bildern in der Sekunde wandelt der Projektor in 60 Hz, so dass sich ein leichtes Ruckeln einstellt. Mit Hilfe der Zwischenbildberechnung (MEMC) auf „Niedrig“ gelingt es, das Manko des 3:2-Pull-Down-Ruckelns auszugleichen.

High Dynamic Range:
4K-Filme mit HDR (High Dynamic Range) werden hell, fehlerfrei und gestochen scharf projiziert. Die Farben erscheinen herrlich satt, weil der Farbraum DCI-P3 vollständig abgedeckt wird. In „West Side Story“ leuchtet der rote Schriftzug des Kaufhauses beeindruckend. Aber auch mit der Durchzeichnung von Schattenbereichen gibt sich der MP1 Max keine Blöße. Hier sind alle Details gut zu sehen, die im Quellmaterial vorhanden sind.

Das dynamische Tone Mapping macht hierbei einen ordentlichen Job und stellt nach der Kalibrierung alle Bildsignale von von 0,0 bis 10.000 Nits dar, die im Quellmaterial vorhanden sind. Dunkel gemasterte Filme wie „Top Gun: Maverick“ erscheinen ebenfalls wunderbar hell auf der Leinwand. In schwierigen Filmen wie „Sully“ überstrahlen hingegen die Displays am Times Square teilweise ins Weiß. Das lässt sich nicht korrigieren. Mit „Elvis“ von der 4K-Blu-ray läuft der Lichtwerfer zu Hochform auf. Wenn Elvis auf der Bühne steht, sind einzelne Zuschauer glasklar zu sehen. Sein Make-up und seine strähnigen Haare werden fein herausgearbeitet. Die Bewegungsdarstellung ist natürlich, dank der Zwischenbildberechnung. Einen Soapopera-Effekt verzeichnen wir auf „Niedrig“ nicht. Darüber hinaus ist der Regenbogen-Effekt (RBE) kaum noch zu sehen, dank der schnell schaltenden Laser-LED-Hybridtechnologie. Sogenanntes Laserspeckle ist gar nicht mehr vorhanden.

Screenshot: „West Side Story“ stellt die rote Leuchtreklame prachtvoll dar
Screenshot: In der Ausschnittsvergrößerung ist gut zu sehen, dass man bis ins Restaurant hineinschauen kann
Screenshot: Wenn Maria mit ihren Kolleginnen im Gimbels putzt, erscheinen die Kittel mit originalgetreuen Farben
Screenshot: In „Sully“ überstrahlen ein paar Displays ins Weiß und verlieren Inhalte, die im Original vorhanden sind
Screenshot: In „Elvis“ wird der Titelvorspann bis in die Ecken messerscharf dargestellt. Alle im Quellmaterial enthaltenen Elemente sind vorhanden

SDR:
HDTV-Filme und Live-Sport-Übertragungen skaliert der Dangbei MP1 Max ordentlich auf seine native Auflösung hoch. Fehler sind dabei nicht ersichtlich. Die Schärfe ist bis zum Rand sehr gut. In hellen Tageslichtaufnahmen beeindruckt uns die Homogenität. Weder Abschattungen zum Rand noch Einfärbungen sind vorhanden. Schwarz-Weiß-Bilder sind herrlich farbneutral.

Original: Hamburg Skyline von Michael B. Rehders
Screenshot: In der Ausschnittsvergrößerung ist gut zu sehen, dass der Schriftzug „Stadtrundfahrt“ und das Hamburg Wappen links daneben vollständig reproduziert werden

3D:
3D-Filme stellt der Projektor zunächst Oben/Unten dar. Im OSD muss einmalig bei der Wiedergabe von 3D-Filmen von Blu-ray in „Frame Packing“ geschaltet werden. Fortan erkennt der Beamer dieses Signal und schaltet selbständig in den 3D-Modus.
Leider werden alle Spielfilme mit 60 Hz projiziert, so dass sich ein leichtes Ruckeln einstellt. MEMC steht für 3D erwartungsgemäß nicht zur Verfügung. Der Rotblitz, der zur Synchronisation von 3D-Brillen und Beamer da ist, wird von den Gläsern der Brille zuverlässig geschluckt. Die Räumlichkeit in „Star Wars: Rogue One“ ist hervorragend. Die Tiefenstaffelung gelingt natürlich und Popout-Effekte sind das Salz in der Suppe.

Screenshot: Zunächst wird ein 3D-Film von der Blu-ray als Oben/Unten dargestellt. Hier ist es erforderlich einmal auf Blu-ray-3D umzuschalten, um das Bild richtig zu sehen
Screenshot: DLP-Link nutzt den Rotblitz zur Synchronisation von Brille und Projektor
Screenshot: Durch die 3D-Brille fotografiert wird deutlich, dass der Rotblitz vollständig geschluckt wird und der Titel „Rogue One“ klar zu lesen ist
Screenshot: „Rogue One“ zeigt in der 3D-Fassung von der Blu-ray eine tolle Tiefenstaffelung, die vom Projektor präzise wiedergegeben wird


Pro & Contra

+ Dynamisches Tone-Mapping für HDR
+ HDR10+
+ sehr gute Farbdarstellung
+ sehr gute Schärfe
+ Autofokus und automatische Bildanpassung
+ sehr leise mit 26 dB
+ Smartfunktionen mit zahlreichen Apps
+ 3D
– besserer Schwarzwert wünschenswert
– Fernbedienung nicht hintergrundbeleuchtet
– umständliche Kalibrierung

Technische Daten und Messergebnisse

Modell: Dangbei MP1 Max
Technik: 1-Chip-DLP
Helligkeit: 2020 Lumen (SDR), 2020 Lumen (HDR)
Kontrast On/Off: 820:1 (statisch), 2500:1 (dynamisch)
Kontrast ANSI: 247:1
Kontrast Inbild: 810:1
Schwarzwert: 2,45 Lumen (statisch), 0,81 Lumen (dynamisch)
Bildauflösung: 1920 x 1080 Pixel (nativ) / 3840 x 2160 Pixel (via XPR-Shift)
Lichtquelle: RGB-Laser-GB-LED
Leistungsaufnahme: 149 Watt
Betriebsgeräusch: 26 dB
Lens-Shift: nein
3D-Wiedergabe: ja
3D-Transmitter: ja
3D-Brille: nein
Ausführungen: Dunkelbraun
Abmessungen (BxTxH): 296 x 230 x 247 mm
Gewicht: 5,6 Kg
Preis: 1.999 Euro (UVP)
Garantie: 2 Jahre

Test, Text und Fotos: Michael B. Rehders
Titelfoto: Michael B. Rehders
Screenshots im Rahmen des Zitatrechts: 
 Hamburg Panorama (Michael B. Rehders), West Side Story (Walt Disney / LEONINE), Star Wars: Rogue One (Walt Disney / LEONINE
), Elvis (Warner Bros /Universal Pictures Germany GmbH)

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