TEST: JVC DLA-NZ9 – Referenzprojektor mit 8K-E-Shift, Laser und HDR

JVC offeriert mit dem DLA-NZ9 den weltweit ersten Heimkino-Projektor, der 8K/60 Hz via E-Shift-X unterstützt. Darüber hinaus sind Laserlichttechnik, hohe Lichtausbeute und HDR+ ein wesentlicher Bestandteil des riesigen Ausstattungs-Paketes. Wie gut die Bildqualität des Projektors ist, für den immerhin 25.000 Euro aufgerufen werden, berichtet Michael B. Rehders in diesem Testbericht.

Foto: Michael B. Rehders – JVC DLA-NZ9



Styling und Design

JVC hat das Gehäuse vor Jahren so entwickelt, dass sowohl UHP-Lampen als auch Laserlicht-Quellen implementiert werden können. Aus diesem Grund unterscheidet sich der DLA-NZ9 äußerlich nicht von seinem Vorgängermodell. Mit 25,3 Kilogramm ist der Beamer ein echtes Schwergewicht und erscheint mit 50 Zentimetern in Breite und Tiefe überaus imposant. Für die Deckeninstallation bedarf es einer amtlichen Halterung, damit die Konstruktion langfristig und sicher trägt. Das Gerät ist ausschließlich in Schwarz erhältlich, um möglichst wenig Streulicht im Heimkino zu erzeugen.

Foto: Michael B. Rehders – Die Fernbedienung besitzt beleuchtete und kaum fühlbare eingelassene Tasten. Damit lässt sich im dunklen Heimkino relativ gut navigieren, wenn zuvor der Lichtknopf gedrückt wird.



Ausstattung und Technik

Der JVC DLA-NZ9 besitzt drei weiterentwickelte 0,69-Zoll-D-ILA-Chips mit nativer 4K-Auflösung. Die Geschwindigkeit für die Bildwiedergabe ist von 120 Hertz auf 240 Hertz verdoppelt worden. Bis zu 8.192 x 4.320 Pixel kann der Projektor entgegennehmen, verarbeitet und via „8K/e-shiftX“-Technologie sequentiell projizieren. Das ist möglich, weil im Gegensatz zur Vorgänger-Generation (X-Serie) kein einfacher Shift stattfindet, sondern ein vierfacher Shift. Einziges Problem für den Anwender: Es gibt bislang weder Spielfilme noch Player zu erwerben, die 8K nativ unterstützen.

Um die optimale Bildqualität auf die Leinwand zu bringen, ist der DLA-NZ9 mit einem Vollglas-Objektiv ausgestattet. In einem Aluminiumkorpus sind 18 Linsen in 16 Gruppen verbaut. Hierbei werden fünf optische ED-Linsen mit anormaler Dispersion kombiniert, um den unterschiedlichen Brechungsindex der RGB-Farben zu optimieren. Auf diese Weise werden Farbsäume und chromatische Aberrationen vermieden und eine bis in die Ecken knackscharfe Abbildung gewährleistet.

Eine Auto-Kalibrierung ermöglicht nach tausenden Stunden, dass Farbraum, Gamma und Graustufenverlauf präzise dargestellt werden. Dafür wird ein externer Sensor benötigt wie ein X-Rite i1 Pro2 für rund 1.600 Euro. Ein günstiger Spyder X von Datacolor für 120 Euro funktioniert nur dann, wenn dieser zuvor vom Fachmann profiliert worden ist. Anders ist ein brauchbares Messergebnis nicht möglich, weil ohne Profilierung die Messungen an steilen Flanken der Laserlicht-Farbspektren zu einem fehlerhaften Ergebnis führen können. 

Zoom, Fokus und Lens-Shift können bequem mit der Fernbedienung eingestellt werden. Die Lens-Memory-Funktion gestattet es, dass einzelne Parameter gespeichert, benannt und auf Knopfdruck abgerufen werden. Wer eine Leinwand im CinemaScope-Format nutzt, kann die zahlreichen Bildformate (wie 16:9, 2,00:1 oder 2,39:1) damit direkt anfahren. Sogar Sonderfunktionen wie „Maskierung“ (oben/unten) und „Zoom“ können separat hinterlegt werden.

Ein weiteres Highlight ist High Dynamic Range (HDR). Die aktuellen Technologien HDR10 und HLG (Hybrid Log Gamma) werden unterstützt. Neu ist, dass auch das dynamische HDR10+ erstmals in einem Projektor implementiert ist. Überdies erfolgt das Tone Mapping dynamisch mit dem neuen „Theater Optimizer“ im „Frame Adapt HDR“-Modus.

Frame Interpolation, 3D, Pixelanpassung, Maskierung, Anamorphot-Option, Leinwandtypisierung und Seitenverhältnisanpassung vervollständigen das üppige Ausstattungspaket.

Foto: Michael B. Rehders – Das Ganzglas-Objektiv sorgt für gestochen scharfe Bilder bis zum Rand.

Foto: Michael B. Rehders – Alle Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite des Projektors. Zwei HDMI-2.1-Eingänge unterstützen 4K/120 Hz beziehungsweise 8K/60 Hz. Damit ist dann auch Gaming mit HFR (High Frame Rate) möglich.

BLU-Escent Laserlicht-Technologie

Als Lichtquelle verwendet JVC die neueste BLU-Escent Laserlichttechnologie mit blauen Laserdioden. Das Licht wird zunächst durch ein teilreflektierendes Filter geleitet. Dieses Filter reflektiert einen Teil des blauen Lichts unverändert, um das blaue D-ILA-Panel zu beleuchten. Das übrige Licht geht vom Filter zum Phosphor-Element (siehe auf der Grafik unten) und wird in Rot und Grün emittiert. Anschließend werden die entsprechenden D-ILA-Panels beleuchtet.
Der große Vorteil der BLU-Escent Laserlicht-Technologie ist die Langlebigkeit, die JVC mit 20.000 Stunden beziffert. Um diesen Zeitraum mal in der Praxis zu veranschaulichen: Bei zwei Stunden Filmspaß pro Tag sind das über 27 Jahre, bis die Lichtausbeute um 50 Prozent abgenommen hat. Damit gehört der teure Lampentausch endgültig der Vergangenheit an.

Foto: JVC – Die BLU-Escent-Technologie besitzt ein reflektierendes Phosphorrad und kein transmissives, wie es von anderen Hersteller verwendet wird.


Installation und Bedienung

Aufgrund des hohen Gewichts des DLA-NZ9 sollte die Montage zu zweit erfolgen. Ist der Projektor am gewünschten Platz positioniert, geht die Installation recht flott von der Hand, da alle Einstellungen bequem mit der Fernbedienung durchgeführt werden. Die Grundeinstellungen meines Testgastes sind so gut, dass ich keine Anpassungen der Konvergenz vornehmen muss, weil diese bereits über die gesamte Fläche passt.
Die Navigation durch das übersichtliche On-Screen-Menü gelingt zügig. Die meisten Parameter sind selbsterklärend.

Besonders gut gefällt mir, dass für HDR10, HLG, SDR (2D) und SDR (3D) separate Speicherbänke vorhanden sind, die individuell eingestellt werden können. Der JVC greift nämlich automatisch auf den zuletzt genutzten Bildmodus. Schalte ich beispielsweise von einer Live-Sport-Übertragung in SDR auf einen HDR-Spielfilm von der 4K-Blu-ray, wechselt der JVC selbständig in den dafür von mir kalibrierten Bildmodus. Viel bequemer geht es kaum noch.

Die Bildformatwechsel von 16:9 auf 2,39:1 und zurück erfolgen auf Knopfdruck zuverlässig, aber geht relativ langsam vonstatten. Dafür passen nach über 20 Formatwechseln die Bildpositionen exakt, ebenso wie die Schärfe. Ich muss über den gesamten Testzeitraum nicht einmal Endlage, Fokus oder Zoom anpassen.

Das Bildmenü wurde von JVC erweitert. Beim NZ9 lässt sich die Laserlicht-Leistung in drei Stufen regeln. Mit der Blende kann der Lichtstrom in 11 Stufen geregelt werden. In Summe ergibt das 33 statische Helligkeitsabstufungen.

Die Arbeitsweise der dynamischen Steuerung finde ich unauffällig. Im „Modus 1“ wird der Kontrast auf rund 330.000:1 gesteigert, in „Modus 2“ ist dieser unendlich, weil der Laser bei einer Schwarzblende einfach ausschaltet.

8K-E-Shift verbessert die Detailauflösung. Die Analyse meiner Untersuchung ergibt, dass eine digitale Nachbearbeitung zusätzlich zur „Verschiebefunktion“ erfolgt. Allem Anschein nach findet eine Detailschärfeanhebung statt via Pixelkontrastanhebung.

Die Kino Optimierung ermöglicht dem Nutzer, die Leinwanddiagonale in Zoll, das Bildschirmformat und den Leuchtdichtefaktor (Gain) der Leinwand einzugeben – und zwar für jedes gespeicherte Lens-Memory-Preset. Beispielsweise für 16:9 und 2,39:1.

10 Lens-Memory-Speicher stehen zur Verfügung, um verschiedene Bildformate auf meiner Cinemascope-Leinwand darzustellen. Das Hauptmenü in „THE PROTEGÉ“ liegt in 16:9 vor und wird auf meiner CinemaScope-Leinwand vollständig dargestellt.

Ein Tastendruck auf der Fernbedienung reicht aus, sofort wird das 2,39:1-Bild des Spielfilms vollständig auf die gesamte Leinwandfläche vergrößert. Selbst nach 20-maliger Bildformatänderung sitzen Endpositionen und Fokus immer noch perfekt.



Messungen und Diagramme

Die beworbene Maximalhelligkeit von 3.000 Lumen übertrifft mein Testsample mit 3.590 Lumen um gut 19 Prozent. Allerdings besitzt das Bild im Modus „Hohe Helligkeit“ einen unschönen Grünfarbstich. Ich schalte daher auf „User 1“. Mit der Farbtemperatur „7500K“ erzielt der JVC nach meiner Kalibrierung beeindruckende 2.870 Lumen. Die Lichtausbeute reicht für Leinwandbreiten bis zu 5,40 Meter, um diese mit satten 16 Footlambert zu befeuern.

Da das Farbtemperatur-Preset „7500K“ eine höhere Lichtausbeute ermöglicht als „6500K“, sollte dieses unbedingt für die Kalibrierung herangezogen werden. Zum Hintergrund: Das Preset „6500K“ besitzt eine Farbtemperatur von realen 5.900 Kelvin. Um diesen Wert auf 6.500 Kelvin zu korrigieren, müssen Rot und Grün massiv abgesenkt werden. Das „7500K“-Preset macht mit einer Farbtemperatur 6.455 Kelvin fast eine Punktlandung. Da Blau und Grün kaum verändert werden müssen, ist die Lichtausbeute im „7500K“-Preset um rund 47 Prozent heller (siehe Messdiagramme).

Der statische On/Off-Kontrast beträgt hervorragende 34.850:1 und lässt sich dynamisch auf einen unendlichen Wert steigern, weil die Laserdioden bei Schwarzbildzuspielung ausschalten. Der Inbild-Kontrast klettert mit 11.570:1 in neue Sphären, der ANSI ist mit 420:1 ebenfalls auf Topniveau.
Für die Kalibrierung stehen ein Sechs-Achsen-Farbmanagement, RGB-Gain/Offset-Regler und ein rudimentärer Gamma Equalizer für Weiß, Rot, Grün und Blau zur Verfügung. Nach meiner unten aufgeführten Grundeinstellung sind nur noch minimale Anpassungen notwendig, um Farben auf Studiostandard zu erhalten.


Farbraum Rec.709 ab Werk – Ohne eine einzige Anpassungen kann der HDR-Farbraum verwendet werden, da alle Vorgaben praktisch eingehalten werden.

Farbraum Rec.709 kalibriert – Noch einen Hauch besser wird es auf dem Messdiagramm nach der Anpassung. Sichtbar sind diese Unterschiede aber nicht mehr, da sie viel zu gering ausfallen im Bild.

Farbraum DCI-P3 – Ohne Filter wird der HDR-Farbraum P3 mit rund 90 Prozent abgedeckt. Vor allem Grün und Rot sind leicht untersättigt. Die Lichtausbeute beträgt 2.950 Lumen.

Farbraum DCI-P3 – Mit Filter wird der HDR-Farbraum P3 mit rund 99,8 Prozent abgedeckt. Das Filter im Lichtweg reduziert die Lichtausbeute allerdings um rund 29 Prozent. Die Lichtausbeute beträgt 2.119 Lumen.

Gamma 2,2 – Am Gammaverlauf (Weiß) gibt es nichts zu kritteln. Es hält die Vorgabe (gelbe Linie) mustergültig ein. Das Resultat ist eine über alle Helligkeitsabstufungen geradezu perfekte Durchzeichnung.

Graustufenverlauf ab Werk – Mit dem Farbtemperatur-Preset „6500K“ ist die Farbtemperatur zu niedrig. Bei 100 Prozent kommen rund 5.900 Kelvin heraus. Da Blau nicht angehoben werden kann im CMS, müssen Blau und Rot abgesenkt werden, um auf reale 6.500 Kelvin zu kommen.

Graustufenverlauf ab Werk – Mit dem Farbtemperatur-Preset „7500K“ wird das Taget von 6.500 Kelvin über alle Abstufungen sehr viel besser eingehalten. Bei 100 Prozent ist Grün nur noch minimal erhöht.

Graustufenverlauf kalibriert – Mit nur wenigen Anpassungen gelingt ein makelloser Graustufenverlauf über alle IRE-Abstufungen.

Foto: Michael B. Rehders – Meine Makroaufnahme zeigt, wie gut der DLA-NZ9 feinste Schwarz/Weiß-Linien in UHD-Pixelauflösung darstellt.



Einstellungs-Tipps vom Color-Management-Experten:

An dieser Stelle gebe ich ein paar Einstellungs-Tipps für eine natürliche Farbwiedergabe. Diese Grundeinstellungen können als Basis für eine Kalibrierung verwendet werden.

SDR (2D)
Bildmodus              User 1
Farbprofil                Rec.709
Helligkeit                0
Kontrast                 0
Farbtemperatur      7.500 K
Farbe                     0
Gamma                  2.3    
Farbprofil                BT.2020 (Breit)
LD-Leistung            Hoch
Dynamische STRG Aus
8K e-Shift               An
Grafikmodus           Hochauflösend 1
MPC/e-Shift            7 / 0 / 0 / 0 (von oben nach unten)
Bewegungssteuerung: Aus / Gering / Hoch (von oben nach unten)

SDR (3D)
Bildmodus              User 2
Farbprofil                Video
Helligkeit                0
Kontrast                 5
Farbtemperatur      7.500 K
Farbe                     3
Gamma                  2.2    
Farbprofil                BT.2020 (Breit)
LD-Leistung            Hoch
Dynamische STRG Aus
Gamma EQ (Weiß) 0 / 0 / 0 (von oben nach unten)
MPC-Einstellungen 8 / 0 / 0 (von oben nach unten)
3D-Einstellungen => Crosstalk-Canceler +8    
Bewegungssteuerung: Aus / Gering / Hoch (von oben nach unten)

HDR
Bildmodus              Frame Adapt HDR
Farbprofil                BT.2020 (Breit)
Helligkeit                0
Kontrast                 0
Farbe                     5
HDR-Verarbeitung  Bild
Farbtemperatur      7.500 K
HDR-Verarbeitung  Bild
Kino Optimierung    Aus
HDR-Pegel             2
Farbprofil                BT.2020 (Breit)      
LD-Leistung            Hoch
Dynamische STRG Aus
8K e-Shift               An
Grafikmodus           Hochauflösend 1
MPC/e-Shift            7 / 0 / 0 / 0 (von oben nach unten)
Bewegungssteuerung: Aus / Gering / Hoch (von oben nach unten)


Mit obigen Einstellungen wird ein exzellentes HDR-Bild erreicht. HDR-Verarbeitung sollte auf Bild und nicht auf Szene gesetzt werden, weil unter Szene die Verzögerungszeit ansteigt und bei mir dazu führt, dass Filme nicht mehr lippensynchron sind.




Bildqualität in der Praxis: Laserdimming

Der DLA-NZ9 besitzt eine Blende, die im Gegensatz zum Vorgängermodell nicht dynamisch, sondern lediglich statisch auf einen Wert einstellbar ist. Dafür hat er eine dynamische und in drei Stufen regelbare Helligkeitsanpassung für die Laserdioden implementiert.
Während im „Modus 1“ die Laserdioden soweit abdunkeln, dass immer noch ein wenig „Restlicht“ auf der Leinwand zu erhaschen ist, schalten im „Modus 2“ die Laserdioden vollständig aus bei einer Schwarzblende.
Die dynamische Regelung arbeitet überraschend unauffällig. Selbst wenn in einem Abspann nach einem Schwarzbild eine weiße Textzeile erscheint, wird der schwarze Hintergrund nicht sprunghaft heller. Vielmehr wird der Inhalt fast unmerklich angepasst, ähnlich wie eine stufenlose Aufblende. Eine Einfärbung, wie ich sie noch beim Vorgängermodell kritisiert habe, tritt beim NZ9 nicht mehr auf. 


Foto: Michael B. Rehders – Meine Original-Aufnahme von Hamburg wird in 8K-Auflösung zugespielt und vom DLA-NZ9 projiziert.

So fein aufgelöst habe ich meine Aufnahme noch nie auf der Leinwand erlebt. Der JVC DLA-NZ9 holt alle vorhandenen Details glasklar heraus. In der Ausschnittsvergrößerung ist hervorragend zu erkennen, dass sogar die feinen Applikationen am Doppeldecker originalgetreu reproduziert werden.



Frame Adapt HDR – Dynamisches Tone Mapping

So muss das sein: Alle Bereiche von 0,001 bis 10.000 Nits werden via Dynamischen Tone Mapping (DTM) reproduziert, ohne dass eine weitere Einstellung durch den Nutzer nötig ist.
Während ein statisches Tone Mapping einmalig beim Start des Films den Wertebereich einstellt, führt der JVC via „Frame Adapt HDR“ die Analyse und Optimierung passgenau für jedes Einzelbild durch. Die Genauigkeit bei der Gammaverarbeitung wird durch die Erhöhung von 12 auf 18 Bit nochmals gesteigert, in dem noch feinere Abstufungen ermöglicht werden.
Die „Kino Optimierung“ sorgt im „Frame Adapt HDR“-Modus für eine weitere automatische Anpassung, da Parameter wie Leinwandgröße und Gain mit einbezogen werden.

Trotz Inhalten bis zu 10.000 Nits, die in „Inferno“ vorhanden sind, lässt sich der JVC DLA-NZ9 nicht aus dem Tritt bringen. Im Basar werden helle und dunkle Inhalte perfekt reproduziert.

Nach Verhinderung des Attentats wird Professor Langdon ärztlich versorgt. Auch diese Nachtaufnahme erscheint originalgetreu und überaus realistisch, dank Frame Adapt HDR.



Full HD und UHD

Zunächst starte ich meine subjektive Kontrolle mit ein paar Testbildern. Angefangen mit einer Grautreppe ist offensichtlich, wir präzise Helligkeitsabstufungen dargestellt werden. Vollkommen frei von unschönen Verfärbungen sehen Schwarz/Weiß-Inhalte absolut farbneutral aus. Die Schärfe ist über die gesamte Fläche tadellos. Sogar ganz nah am Randbereich sitzt der Fokus perfekt.

Wird „8K-e-shiftX“ zugeschaltet, legen Auflösung und Schärfe noch eine kleine Schippe drauf. Das ist nicht viel, aber in Summe sofort sichtbar. Auffällig ist in diesem Zusammenhang auch noch, dass 8K-E-Shift nicht nur mit 8K-Kontent exzellent funktioniert, sondern auch 4K-Filme sichtbar mehr Auflösung und Schärfe verleiht.
In dunklen Szenen ist kein Grauschleier vorhanden, dank des überragenden Kontrastumfangs mit sattem Schwarz.
Mit 98 Prozent ist die Ausleuchtung über die gesamte Projektionsfläche beispielhaft. In „Monster Hunter“ sind die Wüstenaufnahmen bis zum Rand gleichmäßig hell. Es gibt keine sichtbare Abschattung im Himmel oder auf den Dünen.

Die hohe Maximalhelligkeit des JVC macht sich nicht nur auf extrem großen Leinwänden bezahlt. Es profitieren davon auch Nutzer von kleineren Bildbreiten.
Infolge der hohen Lichtausbeute leuchten Farben in kaum vorher gesehener Pracht. Überdies wird die Durchzeichnung von dunklen Inhalten massiv verbessert.
Darüber hinaus ist der DLA-NZ9 flüsterleise mit 24 Dezibel. Auf der niedrigen Laserlichtstufe ist er mit 20 Dezibel dann kaum noch hörbar.

Als nächstes projiziere ich „The Protégé“ von Martin Campbell (Casino Royale) von der 4K-Blu-ray. Es werden in der Nachtaufnahme (Kapitel 1) von Vietnam alle Personen im Regen auf der Straße dargestellt. Selbst feinste Abstufungen in der Kleidung sind zu erkennen. Die roten, gelben und grünen Lampen leuchten farbenfroh, wie ich es bislang noch nicht so oft gesehen habe auf meiner Drei-Meter-Leinwand. Zu verdanken ist das dem erweiterten Farbspektrum DCI-P3, das im Farbprofil „BT.2020 (Breit)“ praktisch zu 100 Prozent abgedeckt wird. Feinste Regentropfen werden aus dem Bild herausgeschält. Nasse Oberflächen entfalten kaum für möglich gehaltenen Glanz, feinste Spitzlichter werden überaus hell reproduziert. Tageslichtaufnahmen erscheinen fast schon realistisch hell.

Wird das Farbprofil auf „BT.2020 (Normal)“ geändert, verbessert sich die Lichtausbeute von 2.110 auf beeindruckende 2.955 Lumen. Das ist eine Steigerung von 39 Prozent. Die Plastizität nimmt jetzt nochmals zu. Allerdings sehen Rot und Grün nicht mehr ganz so satt aus, weil die Farbraumabdeckung auf etwa 90 Prozent zurückgeht. Für größere Bildwände (als in meinem Heimkino) können dadurch erhebliche „Reserven“ ausgeschöpft werden, die allerdings zulasten von weniger präzisen Farben gehen. Ich bleibe daher im Modus „BT.2020 (Breit)“.

In „Sully“ sind alle Inhalte auf den Displays vorhanden, als Captain Sully nachts über den Times Square joggt. Satte Rotfarbtöne und helle Spitzlichter vor rabenschwarzen Himmel beeindrucken nachhaltig.
Im Vergleich mit meinen JVC DLA-N7 (Test aus Dezember 2020), der ein überaus begeisterndes Bild in HDR und SDR darstellt, macht der JVC DLA-NZ9 alles besser. Viel besser. Es vergeht fast eine Woche, bis mir das Bild meines DLA-N7 wieder gefällt, nachdem ich den NZ9 getestet habe. So gewaltig ist der Unterschied – das hätte ich niemals erwartet!


Als die Passagiermaschine von einem Vogelschwarm getroffen wird, versucht Captain Sully zurück zum Flughafen zu fliegen (Kapitel 1). In den frühen Morgenstunden sind der blaue Himmel und alle Fenster der Wolkenkratzer klar erkennbar.

Als das Flugzeug in New York einschlägt, gibt der JVC DLA-NZ9 die Explosion überaus brillant und mit vorher noch nie gesehener Plastizität wieder.

In „Cruella“ erscheint das Kleid der Baronin in der Schaufensterauslage sattrot. Schattierte Bereiche im Laden sind perfekt durchgezeichnet.

In „Monster Hunter“ kommen die Farben erst richtig zur Geltung, wenn das Rec.2020-Farbfilter aktiviert ist, so dass das Spektrum des Film vollumfänglich projiziert wird.



Zwischenbildberechnung

In „Tenet“ gefällt mir bereits das ins Bild schwenkende knackscharfe Warner-Bros.-Logo mit seinem satten Rot. Während der Kamerafahrten sind in der Oper die Zuschauer klar und deutlich zu erkennen. Der Smoking des Dirigenten weist alle im Original vorhandenen Elemente auf. Die Fahrt auf dem Katamaran besticht nicht nur durch seine hohe Plastizität, dank des hohen ANSI/Inbild-Kontrastes, sondern auch mit der natürlichen Bewegungsdarstellung. Erfolgt ohne Zwischenbildberechnung die 24-Hz-Wiedergabe bereits makellos, nimmt die Schärfe mit „Clear Motion Drive – Niedrig“ sichtbar zu, ohne dass der berüchtigte Seifenoper-Effekt auftritt. Bei ganz genauer Betrachtung können wir minimale Artefakte um den Kopf des Protagonisten wahrnehmen, die vollständig verschwinden, wenn zusätzlich „Bewegungsverbesserung – Hoch“ ausgewählt wird.
Zu verdanken sind diese Umstände der Tatsache, dass JVC die FI komplett neu bearbeitet hat, aufgrund der weiterentwickelten D-ILA-Chips.

Als der Protagonist in „Tenet“ mit seiner weiblichen Begleitung am Hafen entlanggeht, profitiert die Szene maßgeblich von der gleichmäßigen Ausleuchtung und dem hohen Kontrast des JVC DLA-NZ9. Schatten besitzen viel Zeichnung und ein Helligkeitsabfall zur Seite ist nicht auszumachen.

Die Explosion der Laderampe in „Tenet“ erscheint überaus brillant. Die Plastizität ist hierbei umwerfend, dank des hohen Kontrastumfangs des Projektors.



3D auf der großen Leinwand

Zuletzt steht noch „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ auf dem Programm. So hell und brillant habe ich einen 3D-Film noch nicht auf meiner Drei-Meter-Leinwand gesehen. Crosstalk-Effekte sind kaum einmal vorhanden. Die Bildtiefe zieht mich vor allem im Weltraum tief ins Geschehen. Schon die gelbe Laufschrift am Anfang von Episode 9 sprüht nur so vor Plastizität. Als Kylo Ren am Anfang gegen eine Übermacht kämpft, leuchtet das rote Laserschwert so hell und beeindruckend, dass ich Angst um meine Leinwand bekomme. Die Landschaftsaufnahmen auf dem Rebellenstützpunkt stehen dem großartigen ersten Eindruck nicht nach. Die Tiefenstaffelung gelingt dem JVC bestens. Strahlendhell, realistisch und von unfassbarer Tiefe sind Wälder und Stützpunkt. Auf Exegol trifft Rey auf den Imperator, der ihr offenbart, dass sie seine Enkelin ist. Die finale Schlacht bietet ein paar spektakuläre Popout-Effekte und eine Brillanz, die ich mit anderen Projektoren bei 3D-Filmen bislang vermisst habe. Dank seiner hohen Lichtausbeute und herausragend hohen Kontrast, ist der JVC DLA-NZ9 für 3D wie geschaffen.


Foto: Michael B. Rehders – JVC DLA-NZ9

Fazit

Volltreffer! Der JVC DLA-NZ9 ist ein High-End-Heimkino-Projektor mit 8K-E-Shift und überaus heller Laserlicht-Technologie. Dank umfangreicher Ausstattung und bequemer Bedienerfreundlichkeit ist er voll auf Höhe der Zeit. Seine exzellente Schärfe, der hohe Kontrast und die hohe Lichtausbeute sorgen für überaus farbstarke HDR-, SDR- und 3D-Bilder, die sich auf Studioniveau befinden. An dieser Bildqualität werden sich zukünftige Projektoren messen lassen müssen, weil der JVC DLA-NZ9 in allen Belangen Referenzqualität bietet.


Pro & Contra

+ 4K/UHD plus 8K-e-Shift-Technologie
+ Dynamisches Tone Mapping für HDR
+ Exzellenter Kontrast
+ hohe Lichtausbeute
+ perfekte Schärfe
+ HDR mit 4K/120 Hz und 8K/60 Hz
+ 3D mit Funk-Technik
+ angenehm leise
+ Lens-Memory mit 10 Speichermöglichkeiten
– unpraktische Fernbedienung


Technische Daten und Messungen

Modell: JVC DLA-NZ9
Technik: 3-Chip D-ILA
Helligkeit: 2.870 Lumen (SDR), 2.950 bzw. 2.110 Lumen (HDR)
Kontrast: 34.850:1 (On/Off), 420:1 (ANSI), 11.570:1 (Inbild)
Schwarzwert: 0,08 Lumen
Bildauflösung: 4.096 x 2.160 Pixel (8.192 x 4.320 Pixel via E-Shift)
Lichtquelle: Laser/Hybrid
Leistungsaufnahme: 380 Watt
Betriebsgeräusch: 20 dB (Eco-Lampenmodus), 24 dB (hoher Lampenmodus)
Lens-Shift: Ja (vertikal und horizontal)
3D-Wiedergabe: Ja
3D-Transmitter: optional erhältlich gegen Aufpreis
3D-Brille: optional erhältlich gegen Aufpreis
Ausführungen: Schwarz
Abmessungen (HBT): 234 x 500 x 528 mm
Gewicht: 25,3 Kg
Preis: 24.990,00 Euro
Garantie: 2 Jahre (3 Jahre bei Fachhändlerkauf)

Test, Text und Fotos: Michael B. Rehders
Screenshots im Rahmen des Zitatrechts: 
Tenet (Warner Bros.), Cruella (Walt Disney), Sully (Warner Bros.) , Monster Hunter (Contantin Film / Universal Pictures), Inferno ( Sony Pictures Home Entertainment), Hamburg Panorama (Michael B. Rehders)



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