TEST: Xgimi Horizon 20 Max – Flüsterleiser 4K-Projektor mit heller Laserlichtquelle, HDR und 3D

Xgimi hat auf der IFA 2025 zahlreiche neue Heimkinoprojektoren vorgestellt. Der flüsterleise Horizon 20 Max stammt aus dieser Serie und will mit bester Bildqualität eine neue Ära starten.

Foto: Michael B. Rehders – Xgimi Horizon 20 Max

Inhalt

  1. Kurz und Knapp
  2. Lieferung und Design
  3. Ausstattung und Technik
  4. Installation und Bedienung
  5. Messungen und Diagramme
  6. Einstellungstipps vom Experten
  7. Bildeindrücke: SDR, HDR und 3D
  8. Fazit
  9. Technische Daten und Messergebnisse
  10. Pro & Contra

Foto: Michael B. Rehders – Auf der IFA 2025 stellte Xgimi seine nagelneue Serie von Heimkinoprojektoren vor.

Kurz und Knapp

Mit dem Horizon 20 Max offeriert Xgimi seinen neuen Heimkinoprojektor, der in angesagter Würfeloptik mit Gimbel zur flexiblen Aufstellung erscheint. Implementiert ist eine leistungsstarke RGB-Laserlichtquelle, die kalibriert 3220 Lumen erzielt. Damit lassen sich Leinwandbreiten bis 5,10 Meter strahlendhell ausleuchten. Seine 4K-Auflösung erzielt er via XPR-Shift-Technologie und sequenzieller Bilddarstellung. Freunde von umfangreichen 3D-Filmsammlungen kommen ebenfalls auf ihre Kosten, weil er auch diese Technologie unterstützt.

Der Projektor ist mit 22 Dezibel so leise, dass er im Raum praktisch nicht mehr zu hören ist. Seine Aufstellung ist denkbar einfach, weil der Beamer mit Autofokus, automatischer Bildanpassung und 1,25-fachem Motor-Zoom-Objektiv bestens ausgestattet ist.

Die neuesten HDR-Technologien Dolby Vision und HDR10+ bringt er mit. Für eine optimale Darstellung werden aber auch die statischen Varianten HDR10 und HLG strahlend hell projiziert, dank des dynamischen Tone Mappings.

In der Preisklasse bis 5.000 Euro wird es schwer, einen besseren Projektor für das Heimkino zu finden.

Xgimi bietet 2 Jahre Garantie. Aufgerufen wird ein Preis von 2.999 Euro.

Foto: Michael B. Rehders – Zum Lieferumfang gehören: Grauer Transportkoffer, Xgimi Horizon 20 Max, Fernbedienung, Batterien, externes Netzteil, Garantiekarte und Schnellanleitung

Lieferung und Design

Auf der IFA 2025 stellte der chinesischer Hersteller Xgimi seine komplette Serie von neuen Heimkinoprojektoren vor. Neben dem brandneuen Modell Titan erreicht uns auch der Horizon 20 Max. Den Letztgenannten lassen wir zuerst auf unseren Testparcours.

Geliefert wird der Xgimi Horizon 20 Max gut geschützt in einem grauen Karton. Zum Lieferumfang gehören: Transportkoffer, Projektor, Fernbedienung mit Batterien, externes Netzteil, Quick-Start-Anleitung und Garantiekarte.

Mit einer Stellfläche von 29,8 x 19 Zentimeter passt er auf jeden Tisch und ist mit einem Gewicht von 5,4 Kilogramm überdies für den mobilen Einsatz wie geschaffen. Das graue Finish mit schwarzglänzender Objektiveinfassung sieht elegant aus. Der würfelförmige Korpus sitzt auf einem Gimbel, der es unterwegs ermöglicht, den Beamer leichter auf die Bildwand auszurichten. Darüber hinaus befindet sich im Gimbel die Buchse für den Stromanschluss. Das Netzteil finden wir aber relativ unhandlich, aufgrund der Größe und des Gewichts.

Typische Stellregler gibt es nicht, wie sie bei Projektoren in diesem Preissegment üblich sind. Stattdessen werden alle Regelungen via Fernbedienung durchgeführt, da das Objektiv voll elektrisch betrieben ist.

Mit der silber-schwarzen Fernbedienung gelingt die Navigation durch das OSD im dunklen Heimkino komfortabel, weil das Tastaturenfeld fast vollständig beleuchtet sind. Lediglich die Direktwahltasten für YouTube, Netflix, Prime Video und Shortcut sind nicht illuminiert. Die Fokustaste bietet sofortigen Zugriff auf den Autofokus. Für die Pegelanpassung der Lautsprecher und die Sprachsteuerung gibt es separate Buttons.

Die Leistungsaufnahme liegt mit gemessenen 195 Watt auf höchster Lichtstufe noch unter der Herstellerangabe von 280 Watt – und darf als lobenswert ökonomisch bezeichnet werden.

Foto: Michael B. Rehders – Im Gimbel ist der Stromanschluss eingelassen.
Foto: Michael B. Rehders – Das 1,25-fache Zoomobjektiv ist vollständig motorisiert.
Foto: Michael B. Rehders – Auf der Rückseite des Projektors befinden sich alle Schnittstellen sowie der Ein/Ausschalter.

Ausstattung und Technik

Der XGIMI Horizon 20 Max besitzt den 0,47 Zoll großen Full-HD-Chip von Texas Instruments. Er kann 4K-Signale bis 3840 x 2160 Pixel entgegennehmen, verarbeiten und via XPR-Shift sequentiell projizieren.

Das Herzstück ist der RGB-Triple-Laser mit Speckle-Reduktion. Eine Angabe über die Lebensdauer macht der Hersteller nicht. Wir gehen aber davon aus, dass diese bei rund 20.000 Stunden liegt, bis sich die Lichtausbeute halbiert hat.

Freunde von natürlichen Farben können sich freuen. Ein Sechs-Achsen Colormanagement-System für den Farbraum ist ebenso vorhanden wie ein 2-Punkte- und 11-Punkte-Weißabgleich für die Korrektur von Weißpunkt, Graustufenverlauf und Gamma. Für SDR, 3D und HDR sind separate Anpassungen möglich.

Das Betriebssystem Google TV bietet die vollständige Auswahl an Apps und Streamingdiensten, die wir von unserem Fernseher kennen. Dazu gehören: Disney+, Netflix, Amazon Prime Video, YouTube, WOW, DAZN, RTL+, Apple-TV+, Paramount+, die Öffentlich-rechtlichen Rundfunksender und deren Mediatheken. Fehlt etwas, lässt sich das aus dem Google Play Store ganz leicht installieren. Überdies können die einzelnen Apps auf der Leiste wunschgemäß angeordnet werden.

Alle 3D-Formate werden unterstützt. Eine Zwischenbildberechnung namens „MEMC“ funktioniert vortrefflich für HDR und SDR; für 3D-Signale ist eine Nutzung hingegen nicht vorgesehen.

Das verbaute  Soundsystem von Harman/Kardon mit 2 x 12 Watt, ein Autofokus und ein Gaming-Modus mit VRR sowie einer Verzögerungszeit von 1 Millisekunde (1080p@240Hz) komplettieren das volle Ausstattungspaket und machen den Beamer auch für Zocker attraktiv.

Foto: Michael B. Rehders – Fernbedienung

Installation und Bedienung

Die Aufstellung und Bildausrichtung gehen angenehm leicht von der Hand, weil der Xgimi Horizon 20 Max die Schärfe selbständig auf der Leinwand einstellt. Dank des motorischen 1,25-fachen-Zoomobjektivs wird eine 2,50 Meter breite Leinwand aus einer Entfernung von 3 bis 3,75 Meter vollständig ausgeleuchtet. Ein optisches Lens-Shift ermöglicht, dass das Bild vertikal (+/- 120 Prozent) und horizontal (+/- 45 Prozent) elektrisch verschoben werden kann. Das erhöht die Aufstellungsflexibilität beträchtlich, weil der Beamer leicht außermittig unterhalb oder oberhalb der Leinwand platziert werden kann.

Die Installation der Smartfunktionen erfolgt in Sekundenschnelle per QR-Code und Smartphone. Beim Horizon S Max kritisierten wir noch, dass beim Signalwechsel die Farbräume nicht mit umgeschaltet werden. Diese Kritik hat Xgimi angenommen, so dass dieser Bug im Horizon 20 Max nicht vorhanden ist. Wechseln wir von einem Spielfilm in SDR (Farbraum Rec.709) zu einem HDR-Blockbuster (Farbraum Rec.2020) und zurück, schaltet der Proband zuverlässig in den richtigen Farbraum.

Der QR-Code dient dazu, den Beamer in Sekundenschnelle mit dem Internet und Google TV zu verbinden.
Maximal Weitwinkel: Minimal Zoom ermöglicht das größte Bild.
Minimal Weitwinkel: Maximal Zoom sorgt für das kleinste Bild. In Sekundenschnelle kann das Bild verkleinert werden.
Lens-Shift: Optisch lässt sich das Bild vertikal und horizontal verschieben.
Autofokus: Der Projektor stellt die Schärfe selbständig ein.

On Screen Display
Xgimi hat die Beschriftung des On-Screen-Menüs übersichtlich gegliedert. Alle Tools sind sauber bezeichnet und selbsterklärend angeordnet. Die Navigation durch das OSD ist zügig und verzögerungsfrei.

Foto: Michael B. Rehders – OSD: Hauptmenü
Foto: Michael B. Rehders – OSD: Bild
Foto: Michael B. Rehders – OSD: Farbraumeinstellungen
Foto: Michael B. Rehders – OSD: Bildmodus Film
Foto: Michael B. Rehders – OSD: Erweiterte Einstellungen mit AI PQ
Foto: Michael B. Rehders – OSD: Erweiterte Einstellungen – Farbraum Rec.709
Foto: Michael B. Rehders – OSD: Erweiterte Einstellungen – Weißabgleich mit 11 Punkten für Gamma und Graustufenverlauf
Foto: Michael B. Rehders – OSD: Sound – Equalizer mit 6 Stützstellen

Die Navigation durch die typische Kachel-Struktur der Menüs von Google TV funktioniert fehlerfrei und zuverlässig. Darüber hinaus gefällt uns die Sprachsteuerung. Sie hilft dabei, Serien, Filme und Musikstücke schneller zu finden. Bei der Vielzahl an Diensten geht schon mal die Übersicht verloren, wo welche Serie oder Spielfilm gerade läuft. Also sagen wir zum Beispiel: „Superman“, und schon werden alle Dienste aufgelistet, die Superman-Filme anbieten. 

Praktisch finden wir: Apps in der Startleiste zu verschieben. Besonders die viel genutzten Dienste verlegen wir an vordere Positionen, um schneller Zugriff darauf zu haben, wenn diese nicht als Direktwahltasten auf der Fernbedienung vorhanden sind.

Google TV: Startseite

Messungen und Diagramme

Helligkeit:
Die beworbene maximale Helligkeit von 5700 Lumen übertrifft unser Testgerät sogar geringfügig mit 31 Lumen im Bildmodus „Hohe Leistung“. Erwartungsgemäß erzeugt er hierbei einen Grünfarbstich, weil die Laser ungeachtet der Farbtreue alles an Leistung raushauen. Darüber hinaus ist der Proband viel zu laut in diesem Betriebsmodus. Über 40 dB(A) erzeug er herbei. Das ist nicht mehr praxisgerecht und finden wir für Wohnzimmer unzumutbar.

Es geht aber auch deutlich leiser: Für eine präzise Farbdarstellung wechseln wir in den Modus „Film“. Hierin ist der Horizon 20 Max mit 22 Dezibel praktisch unhörbar und erreicht kalibriert 3220 Lumen. Das reicht aus für Bildbreiten bis 5,10 Meter mit 20 Footlambert, die wir für SDR ansetzen, respektive 4,10 Meter mit 32 Footlambert, die wir für HDR empfehlen.

Erstrebenswert wäre noch ein besserer Schwarzwert, da dieser nativ mit 1,79 Lumen eher Grau aussieht.

Kontrast:
Der statische Kontrast beträgt 1810:1 (On/Off), 1796:1 (Inbild) und 420:1 (ANSI), was in dieser Preisklasse exzellente Werte sind. Dynamisch lässt sich der Kontrast von 13.600:1 bis 630.000:1 steigern. Weiße Schrift auf schwarzen Hintergrund erhält mit der dynamischen Regelung jedoch einen massiven Rot/Magentafarbstich, und es entstehen Schleierwolken um die Buchstaben herum, die ohne dynamische Helligkeitsregelung nicht vorhanden sind. Aus diesen Gründen raten wir von der Nutzung der „Dynamischen Schwarzwertverbesserung“ ab (siehe auch Bildeindrücke unten).

Der Horizon 20 Max besitzt ein dynamisches Tone Mapping. Er analysiert jedes Bild und kombiniert High Dynamic Range mit einer passenden PQ (Perceptual Quantization). Diese deckt die Range von 0 bis 6000 cd/m² ab. Der Projektor mappt diese Signale in den darstellbaren Bereich. Das funktioniert in der Praxis so gut, dass wir uns bei der Wiedergabe von HDR-Signalen um nichts weiter kümmern müssen.

Color Uniformity:
Die Ausleuchtung ist mit 97 Prozent herausragend gut, weil weder Helligkeitsabfall noch Einfärbungen zu den Seiten vorhanden sind. Schwankungen der Farbtemperatur sind ebenfalls nicht auszumachen. Allenfalls leichte Chromatische Aberrationen verzeichnen wir in Pixelgröße, die wir der suboptimalen Güte des Objektivs zuschreiben.

Farbdarstellung:
Die Farbräume Rec.709 (100 Prozent) und Rec.2020 (99 Prozent) werden exzellent abgedeckt. Nach der Kalibrierung liegen Primär- und Sekundärfarben noch eine Spur besser und der Weißpunkt macht eine Punktlandung mit 6505 Kelvin und D65.

Farbraum Rec.709: Ab Werk wird der Farbraum 100 % abgedeckt. Grün und Rot sind herbei ein wenig erweitert, was für etwas sattere Farben sorgt.
Farbraum Rec.709: Kalibriert werden die Sollkoordinaten nun fast getroffen. Eine noch bessere Annäherung ist nicht möglich, ohne dass in den Helligkeitsabstufungen Fehler auftreten.

Farbraum Rec.2020: Ab Werk stellt sich bereits ein sehr gutes Ergebnis ein. Lediglich Grün liegt leicht neben seinem Zielpunkt.
Farbraum Rec.2020: Kalibriert nähern sich alle Primär- und Sekundärfarben ihren Targets. Die geringe Abweichung von Grün ist nicht mehr praxisrelevant.
Graustufenverlauf: Ab Werk ist ein Rotdifizit und ein Grünüberschuss erkennbar.
Graustufenverlauf: Kalibriert via 11-Punkte Equalizer ergibt sich ein mustergültiges Ergebnis.
Gamma 2,4: Ab Werk ist der Verlauf schon sehr gut um den Sollwert herum.
Gamma 2,4: Kalibriert gelingt der Helligkeitsanstieg praktisch perfekt.
DeltaE: Ab Werk wird im Graustufenverlauf (oben) ein Wert von 4,4 dE im Durchschnitt und 7,8 dE in der Spitze erzielt. Das ist der erhöhten Gründarstellung geschuldet. Der Farbraum (unten) erreicht 4,8 dE im Durchschnitt und 11,3 dE im Maximum, was vor allem dem zu kühlen Weißpunkt von 9682 Kelvin und Rot zuzuschreiben ist.
DeltaE: Kalibriert wird im Graustufenverlauf (oben) ein Wert von 0,4 dE im Durchschnitt und 0,8 dE in der Spitze erzeugt. Das ist ein herausragendes Erebnis, dass sogar vielfach teurere Projektor so gut nicht erzielen. Der Farbraum (unten) verbessert sich auf 2,4 dE im Durchschnitt und 5,2 dE im Maximum. Diese Abweichungen sind so gering, dass sie selbst dem geschulten Auge kaum auffallen.

Einstellungstipps vom Experten

SDR
Bildmodus                                  Film
Helligkeit                                    50
Kontrast                                     50
Sättigung                                    52
Schärfe                                      5
Gamma                                     Dunkel
Farbraum                                   Rec.709
MEMC                                       Niedrig
Dyn. Schwarzwertverbesserung  Aus
Projector Super Frame               Aus
Adaptive Luma-Steuerung           Aus
Lokalen Kontrast                        Aus



3D
Bildmodus                                  Film
Helligkeit                                    50
Kontrast                                     50
Sättigung                                    52
Schärfe                                      5
Gamma                                     Dunkel
Farbraum                                   Rec.709
MEMC                                       Aus
Dyn. Schwarzwertverbesserung  Aus
Projector Super Frame               Aus
Adaptive Luma-Steuerung          Mittel
Lokalen Kontrast                        Aus



HDR
Bildmodus                                  Standard HDR
Helligkeit                                    50
Kontrast                                     50
Sättigung                                   55
Schärfe                                      5
Gamma                                     Mittel
Farbraum                                   Nativ
MEMC                                       Niedrig
Dyn. Schwarzwertverbesserung  Aus
Projector Super Frame               Aus
Adaptive Luma-Steuerung           Aus
Lokalen Kontrast                        Niedrig



Bildeindrücke: SDR, HDR und 3D

Halbe Zeilenauflösung
Während unserer Untersuchung stellten wir fest, dass der Xgimi Horizon 20 Max die vertikale Auflösung halbiert – und zwar für alle zugespielten Bildsignale inklusive 3D. Unsere Makroaufnahmen von Testbildern bestätigen das. Die Ursache dafür ist im On-Screen-Menü zu finden und heißt: „Projector Super Frame“. Ist das Feature eingeschaltet, kommt es zur Halbierung der Bildzeilen. Das geht deutlich über das hinaus, was bei einer deaktivierten XPR-Shift-Technologie sonst der Fall ist.

Dem begegnen wir, in dem wir die Funktion ausschalten. Jetzt werden alle Inhalte in 2D-SDR, HDR und 3D mit voller Auflösung vom Projektor reproduziert.

Schauen wir uns das Ergebnis im Detail an:

Projector Super Frame: Ein sorgt nicht nur für eine leichte Verfärbung, sondern auch dafür, dass einzelne Zeilen nicht mehr dargestellt werden. Da „A“ in Aktualisierungsrate weist deutliche Treppenstufen auf, die so nicht da sein sollten. Selbst dann nicht, wenn XPR-Shift deaktiviert ist.
Projector Super Frame: Aus erzeugt nicht nur ein farbneutraleres Bild, auch die Treppenstufen am „A“ von Aktualisierungsrate sind nun fast weg.


Originalaufnahme: Hamburg-Panorama
Projector Super Frame: Aus – Es sind die Buchstaben „Stadtrundfahrt“ allesamt vorhanden. Das Hamburg-Wappen links daneben ist vollständig.
Projector Super Frame: Ein – Nicht nur das XPR-Shift ist ausgeschaltet, so dass die verikalen Streben am Geländer im Vorderungs verschwinden, auch einzelne Zeilen sind halbiert, was am Schriftzug „Stadtrundfahrt“ und vor allem auf dem jetzt matschigen „Hamburg-Wappen“ daneben ersichtlich ist.
Projector Super Frame: Aus – Abgesehen von den chromatischen Aberrationen (rote und grüne Säume) wird das Ziffernblatt der Uhr ordentlich dargestellt.
Projector Super Frame: Ein – Wird das Feature eingeschaltet, verschwinden ganze Punkte zwischen den Ziffern auf der Uhr.
Projector Super Frame: Ein – Im HDR-Film „Sully“ ist das Tool ab Werk aktiviert. Bei genauerer Betrachtung und sehr geringen Sitzabständen von unter 1:1 vor der Leinwand fallen die Defizite sofort auf.
Projector Super Frame: Ein – Im Detailausschnitt ist gut zu sehen, wie Sullys Haare und seine linke Schulter Treppenabstufungen aufweisen, die im Quellmaterial nicht vorhanden sind. Auch der Tapas-Papas-Schriftzug links neben dem Schauspieler ist in der vertikalen Auflösung limitiert.
Projector Super Frame: Aus – Im deaktivierten Zustand sind die Haare und die Schulter frei von Treppenstufen. Auch das Tapas-Papas-Logo lässt sich nun fast lesen.

Dynamischer Kontrast
Wir empfehlen den dynamischen Kontrast nicht zu nutzen. Das Features „Dynamische Schwarzwertverbesserung“ sollte zwingend auf „Aus“ stehen, weil die aktivierte Regelung zu sichtbaren Bildfehlern führt. Die nachfolgenden Bilder veranschaulichen die Auswirkungen des Tools.

Dynamische Schwarzwertverbesserung:  Ein – In Blockbuster „Sully“ wird bereits das Warner-Logo auf schwarzen Hintergrund magenta-rot verfärbt.
Dynamische Schwarzwertverbesserung: Aus – Sobald das Tool ausgeschaltet ist, sind die Farben des Warner-Logos stimmig.
Dynamische Schwarzwertverbesserung: Ein – Mit aktivierter dynamischer Helligkeitsregelung wird die kleine Schrift in „Sully“ ebenfalls magenta-rot verfärbt. Den Schleier um die Buchstaben ist in der Fotoaufnahme leider nicht zu sehen, in der Praxis aber vorhanden.
Dynamische Schwarzwertverbesserung: Aus – Sofort sind die Verfärbungen verschwunden.

Wir haben Xgimi die Diagnosen unserer Untersuchung mitgeteilt.
Es soll zeitnah ein Firmware-Update erfolgen. Damit sollen die Einfärbungen beseitigt werden, die von der aktiven „Dynamische Schwarzwertverbesserung“ erzeugt werden.

Der Auflösungsverlust durch den Wegfall von Bildzeilen lässt sich schon jetzt durch die Deaktivierung der „Projector Super Frame“ entgegenwirken.

SDR
Spielfilme werden mit 24 Hz originalgetreu abgebildet. Ebenso werden Serien und Live-Sportübertragungen mit 50 und 60 Hz korrekt projiziert. Bis in die Ecken ist das Bild messerscharf. Die Bewegungsschärfe lässt sich sogar noch steigern, indem MEMC (die Zwischenbildberechnung) auf „Niedrig“ geschaltet wird. Sichtbare Fehler treten damit nicht auf. Selbst in schwierigen Szenen kommt die FI nicht aus dem Tritt. Sehr gut.

Leichtes Laserspeckle und RBE (Regenbogen Effekt) sind hingegen sichtbar. Überdies ist ein Grauschleier ist in Nachtaufnahmen zu verzeichnen, der sich aber lichtet, sobald helle Elemente im Bild erscheinen. Die chromatischen Aberrationen sind aus normalen Betrachtungsabständen nicht sichtbar und daher nur der Vollständigkeit halber erwähnt.


Hotel Atlantic in Hamburg wird mit vollständiger Auflösung und farbneutral reproduziert, wenn alle Einstellungen wie von uns empfohlen vorgenommen sind.

HDR
Der Xgimi Horizon 20 Max zeigt in HDR-Spielfilmen alle Signale von 0,0 bis 6000 Nits. Das aktuelle dynamische-Tone-Mapping kann mit statischen HDR-Inhalten überzeugen. Als in „Sully“ der Flugzeugkapitän über den Times Square joggt, sind auf den Displays fast alle Inhalte zu sehen. Es überstrahlt praktisch nichts ins Weiß. Letterboxbalken sind hingegen nur dunkelgrau, ebenso Schattenbereiche. Dank des riesigen Rec.2020-Farbraums strahlen die Farben so beeindruckend, dass wir mehrfach mit der Zunge schnalzen vor Begeisterung. Mit unseren Einstellungsempfehlungen stellen sich regelmäßig echte HDR-Wow-Momente ein.

„Elvis“ in HDR10+ offenbart knackige Farben und profitiert ebenso wie „West Side Story“ von der hohen Lichtausbeute des Beamers.

Als Maria zum Warenhaus „Gimbels“ geht, um mit ihren Kolleginnen die Verkaufsräume zu putzen, befällt das Straßenpanorama. Der neonrote Schriftzug leuchtet prachtvoll. Alle Fenster des hinteren Gebäudes sind klar erkennbar. Auf der rechten Seite lassen sich die großen und kleinen Schriftzüge lesen. Die Kittel der Putzfrauen erscheint präzise.

In „Elvis“ rockt der King die Bühnen und unser Testgast gibt sich keine Blöße. Er stellt die Bewegungen von Elvis perfekt dar. In den hinteren Reihen sind noch Zuschauer klar auszumachen, die von anderen Projektoren schon mal vorenthalten werden. All das spricht für die exzellente HDR-Implementierung.

West Side Story: Dank des erweiterten Farbraums erscheinen rote und blaue Inhalte atemberaubend. Die Zeichnung in dunklen Bereichen ist sehr gut, so dass wir quasi ins „Frankfurters“ hineinschauen können.
West Side Story: Als Maria mit ihren Freunden das Warenhaus am Abend reinigt, sehen die Kittel originalgetreu aus. Die Bewegungsschärfe ist mit eingeschalteter MEMC sehr gut.
Elvis – Während eines Rückblicks in die Kindheit des Kings, entdeckt der junge Elvis eine ganz neue Musik für sich. Alle Detals von der UHD-Blu-ray wird vom Projektor vollständig reproduziert.

3D-Wiedergabe
Die 3D-Brillen werden via Rotblitz mit dem Projektor synchronisiert. Die Gläser schlucken das Rot zuverlässig, so dass sich herrlich farbneutrale und helle 3D-Bilder ergeben. Über 650 Lumen messen wir hierbei.

Einen Auflösungsverlust verzeichnen wir nicht, wenn „Projector Super Frame“ ausgeschaltet ist. Die Wiedergabe erfolgt in Full-HD-Auflösung, wie es bei 3D-Filmen üblich ist.

Die Kontrastregelungen, allen voran die „Dynamische Schwarzwertverbesserung“ sollten nach Möglichkeit ausgeschaltet bleiben, da diese für Fehler im Bild sorgen, die ohne diese Tools nicht vorhanden sind.

Crosstalk-Effekte sind selbst in schwierigen Szenen nicht vorhanden.

In Summe machen 3D-Filme mit dem Xgimi riesengroßen Spaß auf unserer Cinemascope-Leinwand von Screen Research, weil das Gewebetuch ClearPix das Laserspeckle wirkungsvoll unterbindet.

Projector Super Frame solle ausgeschaltet sein, um 3D-Filme in volle Full-HD-Auflösung zu erleben.
„Avatar – The Way Of Water“ gefällt mit seinen prächtigen Farben und räumlichen Effekten in der 3D-Version.

Foto: Michael B. Rehders – Xgimi Horizon 20 Max

Fazit

Der Xgimi Horizon 20 Max ist ein mobiler 4K-Heimkino-Projektor im angesagten Wüfeldesign. Zu seinen Stärken gehören die exzellente Farbdarstellung, sehr gute Schärfe via Autofokus und eine langlebige RGB-Laserlichtquelle, die kalibriert satte 3220 Lumen erzeugt. Einzig die dynamische Kontrastregelung schwächelt im derzeitigen Zustand. Smartfunktionen und alle bekannten Apps bieten jede Menge Filmspaß via Google TV. Darüber hinaus wird 3D unterstützt. HDR bringt Dolby Vision und HDR10+ mit. Der Xgimi Horizon 20 Max gehört zu den besten Projektoren seiner Preisklasse und kann zu den Kollegen bis 5.000 Euro aufschließen. Wer einen mobilen und smarten 4K-Projektor unter 3.000 Euro sucht, kommt am Horizon 20 Max kaum vorbei.

Technische Daten und Messergebnisse

Modell:Xgimi Horizon 20 Max
Preis (UVP):2.999,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:Grau-Schwarz
Abmessungen (HBT):249 x 298 x 19 mm
Gewicht:5,4 kg
Technik:1-Chip DLP
Helligkeit (kalibriert):3220 Lumen (SDR) / 3220 Lumen (HDR)
Kontrast (kalibriert):1810:1 (On/Off) / 1796:1 (Inbild) / 420:1 (ANSI) / 16.600:1 – 630.000:1 (dynamisch)
Schwarzwert (kalibriert):1,79 Lumen (statisch), bis 0,24 Lumen (dynamisch)
Bildauflösung:1920 x 1080 Pixel (3840 x 2160 mit XPR-Technologie)
HDR-TechnikenDolby Vision, HDR10+, HDR10, HLG
Lens-Shift H/Vja / ja
3D-Wiedergabe:ja
3D-Transmitterja
3D-Brille:nein
Zwischenbildberechnungja (aber nicht für 3D)
Zoom1,25 x
2,50 Meter Bildbreite aus3,00 – 3,75 Meter
Projektionsverhältnis1,2:1 – 1,5:1
Betriebsgeräusch22 Dezibel
Stromverbrauch195 Watt / 0,0 Watt (Stand by)
Eingänge2 x HDMI (HDMI-2.0/HDCP-2.2-fähig)
2 x USB
1 x WLAN
1 x SPDIF
Ausgänge:1 x 3,5 mm Mini Jack
Lieferumfang:Xgimi Horizon 20 Max
Netzteil
Fernbedienung
Batterien
Quickstart-Anleitung
Garantiekarte

Pro & Contra

+ 4K/UHD via XPR-Technologie
+ Dynamisches Tone Mapping
+ Dolby Vision, HDR10+
+ Smartfunktionen
+ Google TV mit allen bekannten Apps
+ Vollständiges Color Management System
+ Präzise Farbdarstellung für SDR und HDR
+ extrem leise
+ 3D Wiedergabe
– Verfärbungen mit „Dynamische Schwarzwertverbesserung“
– Schwarzwert verbesserungswürdig

Test, Text und Fotos: Michael B. Rehders
Titelbild: Michael B. Rehders
Screenshots im Rahmen des Zitatrechts: Hamburg Panorama (Michael B. Rehders), Hotel Atlantic (Michael B. Rehders), Elvis (Warner Bros /Universal Pictures)
, West Side Story (Walt Disney / LEONINE), Sully (Warner Bros /Universal Pictures), Avatar: The Way Of Water (Walt Disney / LEONINE)

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