Alle guten Dinge sind Drei. Nach den beiden Toppmodellen VPL-XW6100ES und VPL-XW8100ES folgt mit dem VPL-XW5100ES der günstigste 4K-Heimkinoprojektor von Sony. Ob dieser in der Performance mithalten kann, muss er auf dem Testparcours unter Beweis stellen.

Inhaltsangabe:
- Kurz und knapp
- Lieferung und Design
- Ausstattung und Technik
- Installation und Bedienung
- Die beste HDR-Einstellung
- Cinemascope in der Praxis
- Messungen und Diagramme
- Einstellungstipps
- Bildeindrücke
- Pro & Contra
- Technische Daten und Messergebnisse
Kurz und knapp
Der VPL-XW5100ES wird von Sony auch als BRAVIA Projektor 7 bezeichnet. Er ist das 4K-Einstiegsmodell des japanischen Herstellers, für das ordentliche 6.999 Euro aufgerufen werden. Mit 13,0 Kilogramm und einer Stellfläche von 46 x 47,2 Zentimeter ist er für den stationären Einsatz wie geschaffen.
Die Aufstellung gestaltet sich flexibel, weil der Projektor ein 1,6-faches Zoomobjektiv besitzt, das manuell zu bedienen ist. Eine 2,50 Meter breite 16:9-Leinwand kann aus einer Entfernung von 3,45 bis 5,53 Meter komplett ausgeleuchtet werden. Dabei ist eine mittige Platzierung nicht zwingend nötig, weil das Lens-Shift genügend Spielraum für eine außermittige Installation lässt. Nutzer einer Leinwand im Cinemascope-Format profitieren von der „Aspect Ratio Scaling“-Funktion, die auf Knopfdruck das Bild digital anpasst.
Neu ist das dynamische Tone-Mapping für HDR, das gut funktioniert und HDR-Filme zu ungeahntem Glanz verhilft. Die hohe Lichtausbeute von über 1800 Lumen reicht aus, um Bildbreiten bis 3,70 Meter strahlend hell auszuleuchten. Auf 3D und Smartfunktionen muss beim Sony hingegen verzichtet werden. Darüber hinaus ist der Beamer mit 34 Dezibel kein Leisetreter, sondern während der Dialoge bereits wahrnehmbar.
Wer einen messerscharfen Laserprojektor sucht, der über echte UHD-Auflösung verfügt und HDR-Inhalte in hervorragender Qualität darstellt, sollte sich den Sony VPL-XW5100ES unbedingt ansehen.

Lieferung und Design
Der BRAVIA Projektor 7 (VPL-XW5100ES) ist mit 6.999 Euro der preiswerteste 4K-Heimkino-Beamer der Japaner. Er bietet den Einstieg in die Welt des Homecinemas mit nativer UHD-Auflösung. Damit ist es 10.000 Euro günstiger als der VPL-XW6100ES (BRAVIA Projektor 8) und sogar 20.000 Euro preiswerter als der VPL-XW8100ES (BRAVIA Projektor 9).
Geliefert wird der VPL-XW5100ES in einem stabilen Pappkarton, der von innen mit Styropor verkleidet ist, um den Lichtwerfer unterwegs bestmöglich vor unsachgemäßer Handhabung zu schützen. Zum Lieferumfang gehören außerdem: eine Fernbedienung mit zwei Batterien, eine Objektivklappe als Transportschutz, Netzkabel und ein Konfigurationshandbuch in Deutsch.
Mit einer Stellfläche von 46 x 47,2 Zentimetern ist er geringfügig kleiner bemessen als die nominell größeren Modelle, und mit 13 Kilogramm wiegt er ein Kilogramm weniger. Die Leistungsaufnahme ermitteln wir mit 256 Watt. Das ist erfreulich, denn dieser Wert liegt unterhalb der Herstellerangabe von 295 Watt.
Den Lichtwerfer gibt es mit weißen und schwarzen Finish. Gerade in hell eingerichteten Wohnzimmern lässt sich das weiße Gerät hervorragend integrieren, während in dedizierten Heimkinos die schwarze Maschine bestens aufgehoben ist.
Die kostenlose 5-jährige Prime-Garantie wurde mit dieser Modellreihe gestrichen. Dafür bieten Händler nun eine „Prime Support Elite“-Garantieverlängerung auf 5 Jahre oder 12.000 Stunden an (was zuerst eintritt), die aber mit happigen 2.000 Euro zusätzlich erworben werden muss.
Alle Bildsignalanschlüsse sind in die rechte Seite des Projektors eingelassen. Die beiden HDMI-2.1-Schnittstellen (48 Gbps, HDCP 2.3) nehmen Signale bis zu 4K mit 120 Hz entgegen. Der 12-Volt-Trigger dient der Leinwandsteuerung, mittels Remote und LAN können externe Steuerungssysteme eingebunden werden, der USB-Port ist Updates vorbehalten.

Ausstattung und Technik
Der VPL-XW5100ES ist mit drei 0,61 Zoll großen SXRD-Chips ausgestattet, die eine native Auflösung von 3840 x 2160 Pixel besitzen. Hier wird demzufolge nicht mit einer Shift-Technologie getrickst, wie es bei allen DLP- und LCD-4K-Projektoren in diesem Preissegment üblich ist.
Die Laserlichtquelle aus blauen Dioden und Phosphor-Element emittiert Weiß. Die Maximalhelligkeit wird mit 2200 Lumen vom Hersteller beziffert. Die Lebensdauer soll laut Hersteller 20.000 Stunden betragen, bis sich die Lichtausbeute halbiert hat. Die Helligkeit lässt sich in 100 Stufen regulieren.
Der Sony VPL-XW5100ES besitzt den neu konstruierten XR-Prozessor für Projektoren. In Anlehnung an die BRAVIA-TV-Technologie heißt das Gerät deshalb auch: BRAVIA Projektor 7.
Die XR-Deep-Black-Technologie regelt die Laserdioden Bild für Bild, das reduziert die Leistungsaufnahme in dunklen Szenen, und der Kontrast wird dynamisch verbessert.
Das 1,6-fache Zoomobjektiv ist nicht motorisch steuerbar. Auf dem Gehäuse sind zwei Regler für das Lens-Shift eingelassen, um das Bild nach oben und zur Seite zu verschieben. Der Fokus wird direkt am Objektiv angepasst. Darüber hinaus rastet der Deckel nicht ein, der über den Lens-Shift-Reglern das Gehäuse verschließt, sondern fällt einfach herunter, wenn der Beamer überkopf montiert werden sollte. Diese Dinge sollten in diesem Preissegment besser gelöst werden.
Neu ist das „Aspect Ratio Scaling“. Hierbei handelt es sich um eine Skalierung des Bildseitenverhältnisses, um Cinemascope-Leinwände zu beleuchten, ohne das Objektiv verstellen zu müssen (siehe unten).
Für die Kalibrierung sind alle nötigen Presets an Bord: RGB-Gain/Offset-Regler zum Trimmen von Weißpunkt und Graustufen, Gamma-Menü mit festen Werten sowie ein sechs Achsen umfassendes Color-Management-System zum Anpassen des Gamuts.
Die Frame Interpolation trägt bei Sony den schönen Namen Motionflow. Diese wurde ebenfalls modifiziert und ist im Modus „Schwach glätten“ schlicht und ergreifend die beste Zwischenbildkompensation, die uns bislang unter die Augen gekommen ist.
Während die statischen High-Dynamic-Range-Technologien HDR10 und HLG unterstützt werden, gibt es für die dynamischen Derivate HDR10+ und Dolby Vision keinen Support. Allerdings ist das nicht weiter schlimm, weil der VPL-XW5100ES – ebenso wie die größeren Geschwistermodelle – ein vollständiges dynamisches Tone-Mapping besitzt, das alle HDR-Signale selbständig optimiert.
Gamer profitieren von HDMI 2.1 mit 4K@120 Hz und einem Input Lag von gerade einmal 12 Millisekunden, was diesen Projektor vollkommen spieletauglich macht.
Darüber hinaus sind im prallvollen Ausstattungspaket noch enthalten: XR Triluminos Pro für bessere Farben, XR Clear Image, Anamorphot-Kompatibilität, Blanking und eine Heimsteuerungsmöglichkeit mit Control4, Crestron, Savant, AMS sowie Fernwartungsdienste wie OvrC und Domotz. Auf Streamingdienste und die Wiedergabemöglichkeit von 3D-Inhalten muss bei allen aktuellen 4K-Heimkinoprojektoren von Sony verzichtet werden. Der VPL-XW5100ES stellt hier keine Ausnahme dar.
Die große Fernbedienung von Sony besitzt eine blau illuminierte Tastatur und Direktwahltasten für die HDMI-Eingänge und diverse Bildmodi. Etwas lieblos finden wir die Implementierung der 3D-Taste, weil der Projektor kein 3D unterstützt. Demzufolge ist sie ohne Funktion auf dem Tastenfeld. Mit dem „Aspect“-Button können die Seitverhältnisse der projizierten Bilder durchgeschaltet werden.

Installation und Bedienung
Die Anschlussports für das Netzkabel und HDMI sind tief ins Gehäuse eingelassen, damit die Kabel bei einer Überkopfprojektion unter der Zimmerdecke von unten nicht zu sehen sind.
Die Installation ist wie von Sony gewohnt ganz leicht. Die gewünschte Bildgröße wird am Objektiv von Hand eingestellt, ebenso der Fokus. Das Zoomobjektiv bietet viel Flexibilität im Rahmen der Aufstellung. So kann eine 2,50 Meter breite Leinwand aus einer Distanz von 3,45 bis 5,53 Meter komplett ausgeleuchtet werden. Das Lens-Shift besitzt einen hilfreichen Verschiebereich (Vertikal: ± 71 Prozent / Horizontal: ± 25 Prozent). Allerdings ist die Wirkungsweise der beiden Stellräder etwas hakelig. Das Bild „springt“ ein wenig während der Anpassungen. Letztendlich gelingt aber eine präzise und wunschgemäße Ausrichtung auf der Leinwand.
Die teureren Sony-Modelle bieten mit ihren 2,1-fachen Zoomobjektiven nicht nur einen größeren Stellbereich, sondern auch mehr Komfort, weil die Anpassungen via Fernbedienung erfolgen.
Unser Testgerät besitzt ab Werk eine hervorragende Konvergenz. Farbige Säume sind nicht vorhanden.
Die Fernbedienung gibt die Befehle eher gemächlich als rasant weiter. Beim Wechseln von SDR auf HDR und zurück wechselt der VPL-XW5100ES die eingestellten Bildmodi nicht selbstständig. Wir haben „Referenz“ für SDR und „Kino Hell“ für HDR kalibriert. Demzufolge müssen wir nach jedem Signalwechsel auch die Bildmodi von Hand ändern. Für diese Bildmodi gibt es separate Tasten auf der Fernbedienung.
Aber es gibt eine Möglichkeit, das zu umgehen:
HDR-Inhalte werden z. B. mit „HDR Kino Hell“ geschaut. Hier können alle Anpassungen wie gewünscht erfolgen.
SDR-Inhalte werden dann mit „Kino Hell“ geschaut. Dieser SDR-Bildmodus kann zusätzlich wie gewünscht eingestellt werden.
Allein auf diese Weise schaltet der Sony VPL-XW5100ES von SDR zu HDR zu SDR in den jeweils eingestellten Bildmodus – und man muss sich um nichts weiter kümmern.
Das dynamische Tone-Mapping kann im „Kino hell“-Modus eingeschaltet werden, während unter „HDR Referenz“ nur ein statisches Tone-Mapping vorhanden ist. Weiter unten sind wir noch tiefer auf die HDR-Einstellungen eingegangen, um die bestmögliche Bildqualität für High-Dynamic-Range-Inhalte auszuloten. Die Unterschiede sind beachtlich.
Lediglich 20 Sekunden benötigt der Lichtwerfer, bis er nach dem Einschalten das zugespielte Bildsignal auf der Leinwand zeigt. Das Herunterfahren geht mit 13 Sekunden sogar noch schneller.


On Screen Display
Das OSD (On Screen Display) ist zwar übersichtlich strukturiert, aber tief verschachtelt. Darüber hinaus interagieren viele Regelungen. Wer sich zum ersten Mal mit dem BRAVIA Projektor 7 befasst, sollte etwas Zeit einplanen, um sich mit der Wirkungsweise der Regler vertraut zu machen.









Beste HDR-Einstellung
Wie schon beim BRAVIA Projektor 8 und BRAVIA Projektor 9 bietet auch der BRAVIA Projektor 7 ein dynamisches Tone-Mapping mit zahlreichen Konfigurationsmöglichkeiten, die an verschiedenen Stellen im On-Screen-Menü vorgenommen werden können.
High Dynamic Range erfordert anfangs ein wenig Aufmerksamkeit, denn nicht alle Bildmodi im VPL-XW5100ES unterstützen das dynamische Tone-Mapping. Dazu gehören die Presets: „IMAX Enhanced“, „Kino Hell“ und „Kino Film 1“. Die Modi „Referenz“ und „Benutzer“ verfügen hingegen nur über ein statisches Tone-Mapping, das von Film zu Film zum Teil größere individuelle Anpassungen erfordert.
Eingeschaltet wird das dynamische Tone-Mapping im OSD unter „Bild“ in „Kino Schwarz plus“ und heißt „HDR Tone-Mapping“. Hierin sollte die „Laserlichtleistung“ Maximal, „Dyn. HDR-Verstärk.“ Hoch und das „HDR Tone-Mapping“ Modus 2 betragen, um die maximale Durchzeichnung in dunklen und hellen Filmszenen zu erhalten. Wer den Projektor im Wohnzimmer betreibt, kann dem Streulicht überdies mit dem „Gamma“ noch etwas entgegenwirken, ohne Lichtausbeute zu opfern.



Cinemascope in der Praxis
Sony hat den VPL-XW5100ES mit der Funktion „Aspect Ratio Scaling“ ausgestattet. Hierbei handelt es sich um die Möglichkeit, das Bildseitenverhältnis auf einer Cinemascope-Leinwand zu skalieren, ohne dass Zoom, Fokus und Lens-Shift des Objektivs verstellt werden müssen.
Hierfür wird das Bild digital verkleinert und passt mit konstanter Höhe auf der Leinwand. Der Formatwechsel geschieht in Echtzeit. Dafür muss lediglich auf dem Controller die „ASPECT“-Taste gedrückt werden, um ins entsprechende Menü zu gelangen. Hier kann nun das Bildseitenverhältnis geändert werden. Was von 2,39:1 auf 16:9 mit einem Klick geschieht, ist umgekehrt etwas umständlicher, weil der Nutzer sich durch die anderen Formate durchklicken muss.
Darüber hinaus gibt es lediglich zwei Formate, die eingestellt werden können. In unserem Fall sind das 16:9 und 2,39:1. Neben diesen zwei Seitenverhältnissen liegen Filme und TV-Serien in weiteren Formaten vor: 1,85:1, 1,90:1, 2,00:1, 2,20:1, 2,35:1, 2,55:1, 2,76:1. Da es keine Speicherbänke dafür im Sony gibt, müssen diese Inhalte von Hand angepasst werden.



Durch die digitale Skalierung um rund 33 Prozent verliert das verkleinerte 16:9-Bild an Auflösung. Dieser Verlust erscheint aber geringer als es die tatsächlichen Zahlen vermuten lassen (siehe Screenshots). Kommt Bewegung ins Spiel, ist kaum noch ein Unterschied auszumachen.


Messungen und Diagramme
Wie schon beim VPL-XW8100ES besitzt auch der VPL-XW5100ES teilweise voneinander abweichende Grundeinstellungen. Out-of-the-Box ist der Bildmodus „Kino Film 1“ aktiv. Dieser besitzt einen leicht erweiterten Farbraum und ein Gamma, das dunkle Inhalte abdunkelt und hellere Elemente aufhellt. Das Resultat ist ein beeindruckendes Bild mit hoher Plastizität, das vielen gefallen dürfte. Da wir ein normgerechtes Bild anstreben, wechseln wir in den Bildmodus „Referenz“. Dieser ist so gut von Sony konfiguriert, dass praktisch keine weiteren Anpassungen notwendig sind. Wir trimmen den Weißpunkt trotzdem, um zu sehen, wie gut das CMS arbeitet. Mit nur wenigen Klicks gelingt es uns, Referenzwerte bezüglich Graustufen, Weißpunkt und HDTV-Farbraumdarstellung zu erhalten.
Während wir im Bildmodus „Referenz“ das Gamma auf „Aus“ mit 2,2 ein hervorragendes Ergebnis liefert, liegt das Gamma-Preset „2,4“ leicht neben dem Optimum – und lässt sich nicht weiter trimmen, weil es die dafür notwendigen Regler nicht gibt.
Darüber hinaus ermitteln wir ein Betriebsgeräusch von 34 Dezibel in höchster Laserlichtstufe. Damit ist der VPL-XW5100ES kein Leisetreter mehr, sondern bei Dialogen im Film durchaus zu hören.
Helligkeit:
Die Maximalhelligkeit beziffert Sony mit 2200 Lumen. Diese Angabe ist sehr ehrlich. Mit „Kino Hell“ und der Farbtemperatur „Benutzerdef. 5“ messen wir sogar 100 Lumen mehr, allerdings mit einer zu kühlen Farbtemperatur.
Im Rahmen der Kalibrierung verbleibt eine Lichtausbeute von 1660 Lumen (SDR) und 1822 Lumen (HDR). Der kalibrierte Lichtstrom reicht aus, um Bildbreiten mit HDTV-Signalen bis 3,70 Meter mit 20 Footlambert zu befeuern. Für HDR-Inhalte legen wir 32 Footlambert zugrunde. Diese erzielt der VPL-XW5100ES auf 3,05 Meter Leinwandbreite.
Nachfolgend habe ich die Lichtausbeute in allen Bildmodi aufgeführt:
| Bildmodus | Lichtausbeute | Anmerkungen |
| Referenz (SDR) | 1660 Lumen | D65-kalibriert |
| Kino Hell (HDR) | 1822 Lumen | D65-kalibriert |
| Kino Hell | 2300 Lumen | Benutzerdef. 5 |
| Kino Film 1 | 1660 Lumen | |
| Kino Film 2 | 1580 Lumen | |
| TV Hell | 1860 Lumen | |
| Foto | 1460 Lumen | |
| Benutzer | 1580 Lumen | |
| IMAX-Enhanced | 1660 Lumen |
Kontrast und Schwarzwert:
Der native Kontrastumfang beträgt nach der Kalibrierung 16.500:1 (On/Off), 8750:1 (Inbild) und 460:1 (ANSI). Allerdings haben wir festgestellt, dass der Projektor bei einem schwarzen Frame (0 IRE) die Laser noch weiter herunterdimmt. Mit einem 1-Pixel-Testpattern hebeln wir diese „Schummelei“ aus und erhalten einen statischen Wert von 10.900:1.
Der dynamische Kontrast reicht von 16.842:1 bis unendlich zu Eins. Demzufolge beträgt der Schwarzwert bis 0,16 Lumen (statisch) und 0,11 Lumen (dynamisch). Das sind herausragende Ergebnisse, die nur von ganz wenigen Projektoren übertroffen werden.
Color Uniformity:
Mit 96 Prozent verzeichnen wir eine exzellente Ausleuchtung (Color Uniformity) von der Mitte zu den Rändern. Weder Farbverschiebungen noch ein Helligkeitsabfall sind zu verzeichnen. Diese liegen unterhalt der Wahrnehmungsschwelle von 10 Prozent.
Farbdarstellung:
Der Rec.709-Farbraum wird 100 Prozent abgedeckt, so dass sehr natürliche Farben geliefert werden. Die vom Hersteller bezifferten über 95 Prozent DCI-P3-Abdeckung erfüllt unser Proband mit 96 Prozent vorbildlich. Lediglich Grün und Rot verfehlen ihre Zielvorgabe minimal. Praxisrelevant ist diese geringe Abweichung nicht, weil sie unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegt.
Die Graustufen sind ebenfalls auf Referenzniveau, was von durchschnittlich 1,3 DeltaE bescheinigt wird. Die Farbtemperatur fällt in der Werkseinstellung mit 6.482 Kelvin bereits sehr gut aus und macht nach der Kalibrierung mit 6.508 Kelvin eine Punktlandung.








Die DeltaE-Werte sehen bereits ab Werk exzellent aus. Der Graustufenverlauf erreicht in der Werkseinstellung einen herausragenden Durchschnitts-Wert von 1,2 DeltaE und 2,9 DeltaE im Maximum. Diese Farbabweichungen sind so niedrig, dass sie im Film nicht mehr relevant sind.
Nach der Kalibrierung erreichen die DeltaE-Ergebnisse durchschnittlich 1,3 und 2,3 im Maximum.


Die Primär- und Sekundärfarben weisen ab Werk 1,1 DeltaE im Durchschnitt und 2,9 im Maximum aus. So ein gutes Ergebnis erreichen viele Projektoren nicht einmal kalibriert.
Im Rahmen der Kalibrierung im Bildmodus „Referenz“ verbessern sich die Ergebnisse auf durchschnittlich 0,5 und 0,9 DeltaE in der Spitze, so dass wir auch hier Referenz vermelden.


Einstellungstipps vom Color-Management-Experten:
Die Einstellungsempfehlungen fußen auf zahlreichen Messergebnissen, die wir im Rahmen des Testprozederes ermittelt haben. Sie bieten eine gute Grundlage für die Kalibrierung. Wer kein Messequipment besitzt, erhält damit eine normnahe Wiedergabe.
SDR
| Bildmodus | Referenz |
| Realismus | Ein |
| Kontrast | Max |
| Helligkeit | 50 |
| Farbe | 50 |
| Farbton | 50 |
| Schärfe | 55 |
| Farbtemperatur | D65 |
| Gamma | 2,4 |
| Farbraum | BT.709 |
| Motionflow | Schwach glätten |
| Dynamikkontrolle | Aus |
HDR
| Bildmodus | Kino Hell |
| Realismus | Ein |
| Kontrast (HDR) | Max |
| Helligkeit | 50 |
| Farbe | 65 |
| Schärfe | 55 |
| Farbton | 50 |
| Farbtemperatur | D65 |
| Laserlicht | Max |
| Dyn. HDR-Verstärkung | Hoch |
| HDR Tone-Mapping | Modus 2 |
| Gamma | Aus |
| Motionflow | Schwach glätten |
Bildeindrücke
Der Sony VPL-XW5100ES nutzt blaue Laserdioden und kombiniert diese mit einem Phosphor-Element. Diese Kombination emittiert Weiß, das anschließend in Rot, Grün und Blau separiert wird und zu den drei SXRD-Chips gelenkt wird. Diese Laser-Phosphor-Technologie erzeugt kein Laserspeckle.
Die Wiedergabe von Kinofilmen mit 24 Hz gelingt dem VPL-XW5100ES fehlerfrei. 50- und 60 Hz-Signale werde ebenfalls originalgetreu projiziert. Puristen kommen hier voll auf ihre Kosten. Wer die Bewegungsschärfe noch weiter steigern möchte, aktiviert Motionflow auf „Schwach glätten“. Im Gegensatz zu älteren Sony-Projektoren, erzeugt der BRAVIA Projektor 7 keinen Seifenoper-Effekt. Wenn in „West Side Story“ Maria und ihre Freunde auf den Straßen von New York tanzten und singen, bleibt das Bild durchweg stabil. Die bunten Kleider schwingen natürlich, ohne dass die Kanten ausreißen. Bis zum Rand werden feinste Elemente messerscharf dargestellt. Sogar Linien in UHD-Pixelauflösung werden vollständig reproduziert. Über die gesamte Laufzeit bleibt die Schärfe stabil. Schwarz-Weiß-Bildwerke sind farbneutral, und feine Chiffon-Strukturen sind frei von Schlieren, wie sie der BRAVIA Projektor 9 in unserem Test noch darstellte.
Sportübertragungen von WOW, DAZN und RTL werden präzise von 720p und 1080i auf die native UHD-Auflösung hochskaliert.
Vielfach wird behauptet, dass echte 4K-Projektoren keine einzelnen UHD-Pixel darstellen können. Das ist falsch. Der Sony VPL-XW5100ES zeigt sogar schwarze und weiße Linien vollständig in UHD-Pixelgröße direkt nebeneinander. Allenfalls wird der maximale Kontrast nicht ganz ausgeschöpft von unserem Testgerät, wie an der leichten Einfärbung zu sehen ist.

High Dynamic Range:
High Dynamic Range erfordert anfangs ein wenig Aufmerksamkeit, denn nicht alle Bildmodi im BRAVIA Projektor 7 unterstützen das dynamische Tone-Mapping. Dazu gehören die Presets: „Referenz“ und „Benutzer“, die nur eine statische Wiedergabe erlauben. „IMAX Enhances HDR“ und „Kino Hell HDR“ unterstützen hingegen das dynamische Tone-Mapping.
HDR-Signale werden mit voller Lichtausbeute bis zu 4000 Nits wiedergegeben. Inhalte darüber clippen ins Weiß. Auf den Displays in „Sully“ ist demzufolge nicht alles vollständig zu sehen. Die übrigen Szenen begeistern aber, weil dunkle Bereiche perfekt durchgezeichnet werden. Das Schwarz erscheint wirklich dunkel, dank des hervorragenden Kontrastumfangs. Als Maria nachts in „West Side Story“ auf der Feuerleiter steht, wird jede Strebe herausgeschält. Ins Restaurant Frankfurters können wir sogar hineinschauen, während die Frauen zum Putzen Richtung Gimbels gehen. Der rote Neonschriftzug sieht einfach umwerfend aus. Es gibt keinen Grauschleier, vielmehr heben sich die Buchstaben mit hoher Plastizität von der Dunkelheit drumherum ab. In dieser Szene kann der Sony sein großes Farbspektrum voll ausspielen.


Mit schwierigen Filmen wie „Superman“, deren Highlights unter 200 Nits betragen, geht der Sony souverän um. Als der Superheld gleich am Anfang verletzt im Schnee liegt, ist das Weiß um ihn herum farbneutral und strahlendhell. Sein rot-blauer Dress hebt sich farbstark davon ab.
Als Elvis in dem gleichnamigen Film auf der Bühne steht und „Trouble“ anstimmt, sind die Zuschauer allesamt zu erkennen. Bis in die letzte Reihe werden Gesichter und Kleider fein herausgearbeitet. So scharf, farb- und kontraststark bilden nur ganz wenige Projektoren diese Szenen ab.



Fazit
Der Sony VPL-XW5100ES ist ein 4K-Heimkinoprojektor und wird auch als BRAVIA Projektor 7 angeboten. Er liefert echte UHD-Auflösung ganz ohne Shift-Tricks. Mit seiner exzellenten Farbdarstellung, hoher Lichtausbeute, sehr gutem Kontrast, aktuell bester Zwischenbildberechnung, sehr guter Schärfe und der dynamischen HDR-Darbietung setzt der Sony VPL-XW5100ES Maßstäbe unter den Heimkino-Projektoren bis 7.000 Euro. Die Abstriche zu den großen Geschwistermodellen sind kleiner als es der Preisunterschied erwarten lässt.
Pro & Contra
+ Langlebige Laserlicht-Hybrid-Technologie
+ Dynamisches Tone-Mapping für HDR
+ Echte UHD-Auflösung mit 3840 x 2160 Pixel
+ sehr gute Farbdarstellung ab Werk
+ Aktuell die beste Zwischenbildberechnung
– kein Dolby Vision, HDR10+
– kein 3D
– kein motorisches Objektiv
Technische Daten und Messergebnisse
Modell: Sony VPL-XW5100ES / BRAVIA Projektor 7
Technik: 3-Chip SXRD
Helligkeit: 1660 Lumen (SDR), 1822 Lumen (HDR)
Kontrast On/Off: 10.900:1 (statisch), 16.842:1 bis Unendlich (dynamisch)
Kontrast ANSI: 460:1
Kontrast Inbild: 8750:1
Schwarzwert: bis 0,15 Lumen (statisch), 0,10 Lumen bis Licht aus (dynamisch)
Bildauflösung: 3840 x 2160 Pixel (nativ)
Lichtquelle: Laser-Phosphor
Leistungsaufnahme: 256 Watt
Betriebsgeräusch: 34 dB
Lens-Shift: ja
3D-Wiedergabe: nein
3D-Transmitter: nein
3D-Brille: nein
Zwischenbildinterpolation 2D / 3D: ja / nein
Ausführungen: Schwarz und Weiß
Abmessungen (B x H x T): 460 mm x 200 mm x 472 mm
Gewicht: 13,0 Kg
Preis: 6.999 Euro (UVP)
Garantie: 2 Jahre
Test, Text und Fotos: Michael B. Rehders
Titelfoto: Michael B. Rehders
Screenshots im Rahmen des Zitatrechts: Hamburg Panorama (Michael B. Rehders), Elvis (Warner Bros. /Plaion Pictures), West Side Story (Walt Disney / LEONINE), Sully (Warner Bros. /Plaion Pictures), Superman (Warner Bros.)
