TEST:BENQ GV1 – KINO ZUM MITNEHMEN

Kein Kabelsalat auf Partys und in der Küche. Der leichte LED-Projektor BenQ GV1 bietet jede Menge Großbildspaß für unterwegs. Dank leistungsstarker Akkus können Filme, Spiele und Präsentationen bis zu drei Stunden genossen werden. Das Smartphone dient dabei als Zuspieler.

Foto: Michael B. Rehders Der BenQ GV1 ist nicht viel größer als eine Cola-Dose. Mit nur einem Griff werden Bildhöhe und Schärfe eingestellt. Der „Kopf“ besitzt ein Kippgelenk, mit dem das projizierte Bild auf die gewünschte höhe gebracht wird. Die Schärfe wird mit dem Regler eingestellt, der sich an der Seite befindet.

Foto: Michael B. Rehders
Der BenQ GV1 ist nicht viel größer als eine Cola-Dose. Mit nur einem Griff werden Bildhöhe und Schärfe eingestellt. Der „Kopf“ besitzt ein Kippgelenk, mit dem das projizierte Bild auf die gewünschte höhe gebracht wird. Die Schärfe wird mit dem Regler eingestellt, der sich an der Seite befindet.

Ausstattung und Technik
Der BenQ GV1 ist ein handlicher Ein-Chip-DLP-Projektor mit LED-Lampentechnologie. BenQ beziffert die Laufzeit mit bis zu 20.000 Stunden im hohen Lampenmodus. Damit werden teure Lampenwechsel der Vergangenheit angehören, denn Ersatzlampen werden schlichtweg nicht mehr benötigt. Um die lange Laufzeit mal zu veranschaulichen: Wer den GV1 jeden Tag zwei Stunden nutzt, kann ihn satte 27 Jahre verwenden.
Der Stromverbrauch ist mit maximal 24 Watt angenehm gering.
Die Auflösung des BenQ GV1 beträgt 854 x 480 Pixel (480p), die Helligkeit wird mit 200 ANSI-Lumen beziffert – das nehme ich an dieser Stelle schon vorweg – dieser Wert wird in der Praxis auch erzielt.
Der BenQ GV1 erscheint in einer aufgeräumten Verpackung. Der Inhalt macht mich neugierig. Neben dem kleinen Projektor, der nicht viel größer als eine Cola-Dose ist, liegen Netz- und USB-C-Kabel bei sowie eine schicke Transporttasche, die den Bildwerfer unterwegs (beispielsweise zu Freunden oder auf Reisen) sicher schützt. Auf den ersten Blick ist mir klar, dass wir es hier mit einem stylischen Bildwerfer für unterwegs zu tun haben.
„Endlich kann ich meine Kochrezepte in der Küche auf die Wand projizieren“, jubelt meine Assistentin. „Keine fettigen Fingerabdrücke mehr in den Kochbüchern.“ Dem möchte ich erst gar nicht widersprechen, weil diese Aussage ein leckeres Essen verheißt.
Der GV1 besitzt eine USB-C-Schnittstelle. Hierbei handelt es sich um einen Anschluss, den neueste Smartphones, Tablets und Notebooks besitzen. Die Vorteile dieser Schnittstelle liegen auf der Hand. Mit einem einzigen Kabel können Serien, Filme und Präsentationen zum Projektor übertragen werden. Darüber hinaus können Tablet und Smartphone vom BenQ GV1 aufgeladen werden. Damit entfällt das lästige Ladekabel fürs Smartphone, das wohl jeder von uns schon mal zu Hause vergessen hat. Es wird lediglich das Smartphone mit dem BenQ verbunden – und anschließend wird es automatisch über das (zum Lieferumgang dazugehörige) USB-C-Kabel aufgeladen. Top-Feature!

Foto: Michael B. Rehders Die gute Verarbeitung setzt sich bei der Transporttasche fort. Sogar auf sauber verarbeitete Details, wie das BenQ-Logo, wird großen Wert gelegt.

Foto: Michael B. Rehders
Die gute Verarbeitung setzt sich bei der Transporttasche fort. Sogar auf sauber verarbeitete Details, wie das BenQ-Logo, wird großen Wert gelegt.

Foto: Michael B. Rehders Die elegante Transporttasche schützt kleinen BenQ GV1 auf dem Transportweg.

Foto: Michael B. Rehders
Die elegante Transporttasche schützt kleinen BenQ GV1 auf dem Transportweg.

 

Einrichtung und Bedienung
Die Installation des GV1 geht angenehm leicht von der Hand. Um eine kabellose Projektion zu erhalten, hilft das übersichtlich strukturierte und nahezu selbsterklärende On-Screen-Menü. Für die WLAN-Verbindung wird das entsprechende Symbol angeklickt und anschließend das eigene Netzwerk ausgewählt.
Via Dual-Band Wi-Fi und Bluetooth findet die Signalübertragung vom Smartphone, Tablet, Notebook und des PCs drahtlos statt. Sollte doch einmal kein Netzwerksignal zur Verfügung stehen, ermöglicht der im GV1 integrierte Wi-Fi-Hotspot, das von der Festplatte des Laptops kabellos gestreamt werden kann.
Da hier in wenigen Minuten eine Konferenz stattfindet, entschließe ich mich an dieser Stelle ganz spontan, eine kleine Präsentation mit dem BenQ GV1 durchzuführen.
Dafür stelle ich den BenQ GV1 auf den Tisch und richte das Bild mit Hilfe der Klappvorrichtung auf die gewünschte Höhe aus. Alternativ kann auch ein Fotostativ verwendet werden, da der GV1 auf der Unterseite ein passendes Gewinde besitzt.

Foto: Michael B. Rehders Das On-Screen-Menü ist sehr übersichtlich und selbsterklärend mit passenden Symbolen strukturiert.

Foto: Michael B. Rehders
Das On-Screen-Menü ist sehr übersichtlich und selbsterklärend mit passenden Symbolen strukturiert.

Foto: Michael B. Rehders Bereits an erster Stelle wird unser Netzwerk (Studionet) aufgeführt.

Foto: Michael B. Rehders
Bereits an erster Stelle wird unser Netzwerk (Studionet) aufgeführt.

Foto: Michael B. Rehders Jetzt noch schnell das Kennwort eingeben. Mehr ist nicht nötig, um den BenQ GV1 mit dem Netzwerk zu verbinden. Bei aromatischem Kaffee kann die Präsentation nun beginnen.

Foto: Michael B. Rehders
Jetzt noch schnell das Kennwort eingeben. Mehr ist nicht nötig, um den BenQ GV1 mit dem Netzwerk zu verbinden. Bei aromatischem Kaffee kann die Präsentation nun beginnen.

Foto: Michael B. Rehders Das Smartphone wird sofort vom BenQ GV1 erkannt. Wahlweise kann das Display meines Huawei G20 Pro gespiegelt werden oder (wie in diesem Fall) fungiert das Smartphone als Touchpad. Ich wische einfach über das Display meines Telefons und kann so alle Einstellungen auf dem projizierten On-Screen-Menü des GV1 vornehmen.

Foto: Michael B. Rehders
Das Smartphone wird sofort vom BenQ GV1 erkannt. Wahlweise kann das Display meines Huawei G20 Pro gespiegelt werden oder (wie in diesem Fall) fungiert das Smartphone als Touchpad. Ich wische einfach über das Display meines Telefons und kann so alle Einstellungen auf dem projizierten On-Screen-Menü des GV1 vornehmen. 

 

Messungen – Natürliche Farben und gute Werkseinstellungen
Unsere Kontrollmessung bestätigt die ehrliche Angabe des Herstellers. Punktgenau werden die beworbenen 200 Lumen erreicht, wenn auch mit einem leichten Grünüberschuss. Mit natürlichen Farben im Bildmodus „Kino“ verbleiben noch stattliche 150 Lumen (D65), was ausreicht, um Bildbreiten bis 1,35 Meter strahlend hell auszuleuchten. Von VGA- bis Full-HD-Auflösung gibt der GV1 alles mit 480p wieder. Die Farbtemperatur fällt mit 7300 Kelvin wohnzimmertauglich aus. Aus einem Projektionsabstand von 1,30 Meter gelingt eine Bildbreite von 1,00 Meter.
Im Öko-Modus hält der Akku satte drei Stunden. Selbst im normalen Lichtmodus läuft der BenQ GV1 zwei Stunden durch. Das reicht definitiv für Präsentationen in der Arbeitsumgebung und gesellige Video- und Spieleabende. Der Akku ist im Projektor integriert, kann also nicht versehentlich zu Hause vergessen werden.

Foto: Michael B. Rehders Für eine Einstellung mit natürlichen Farben reicht es, den BenQ GV1 in den Bildmodus „Kino“ zu schalten. Mehr ist nicht nötig, um prachtvolle Bilder zu erhalten.

Foto: Michael B. Rehders
Für eine Einstellung mit natürlichen Farben reicht es, den BenQ GV1 in den Bildmodus „Kino“ zu schalten. Mehr ist nicht nötig, um prachtvolle Bilder zu erhalten.

 

Kein Kabelsalat beim Kochen
Meine Testbilder stellt der BenQ GV 1 tadellos dar. Sämtliche Abstufungen einer Grautreppe sind zu sehen. Sehr gut!
Nun „entführt“ meine Assistentin den GV1 in unsere Küche. Sie will sich ein Omelette zubereiten. Doch anstatt ein Kochbuches aufzuschlagen, projiziert sie mit dem GV1 ein Rezept an die Küchenwand, das sie direkt vom Smartphone streamt. Drei Eier, einen Schuss Milch, drei Tomaten, Lachsschinken und etwas Pfeffer und Salz zum Würzen sind die Rezeptur. Beim Schneiden der frühreifen Tomaten spritzt etwas Gemüsesaft auf die Wand. Kein Problem, die Spritzer können ganz leicht abgewischt werden, weil das Rezept auf den Kacheln nicht gedruckt ist. Das Smartphone liegt auf dem gegenüberliegenden Tisch, wo auch der Projektor platziert ist – und sicher vor möglichen Fettspritzern geschützt ist.

Foto: Michael B. Rehders Originalgetreu wird in unserer kleinen Redaktionsküche das Rezept an die Wand projiziert und nachgekocht. Sollte es doch mal spritzen, wird die Wand einfach abgewischt. Das Rezept bleibt gut lesbar – und das Omelette sieht so richtig lecker aus. Hmmm!

Foto: Michael B. Rehders
Originalgetreu wird in unserer kleinen Redaktionsküche das Rezept an die Wand projiziert und nachgekocht. Sollte es doch mal spritzen, wird die Wand einfach abgewischt. Das Rezept bleibt gut lesbar – und das Omelette sieht so richtig lecker aus. Hmmm!

 

Lieblingsserien mit Freundinnen und Telefon
Ein Smartphone hat heute im Grunde jeder griffbereit. Die preiswerte Flatrate gehört zum Standard. Streamingdienste wie Netflix, Amazon Video und Sky Go haben mittlerweile viele abonniert. Damit können alle relevanten Sender unterwegs empfangen werden. Heute steht die TV-Serie Suits auf dem Programm. In der siebten Staffel gerät die Anwaltskanzlei von Harvey Specter in finanzielle Probleme. Es wird hinter den Kulissen mächtig integriert. Der hochbegabte Mike Ross bereitet sich währenddessen auf seine Hochzeit vor. Das Besondere an dieser Staffel ist der Cast. Neben Gabriel Macht (Love Song für Bobby Long) spielt Meghan Markle eine Anwältin. Wir erinnern uns. Meghan Marke hat kürzlich ins britische Königshaus eingeheiratet und führt seither den Titel Duchess of Sussex (Herzogin von Sussex). Ihr Ehemann: Prinz Harry.
Die Schärfe ist auf der gesamten Fläche gut, gleichwohl der Stellregler ein wenig Spiel hat. Limitieren tut bei der Projektion allenfalls die 480p-Auflösung. Dennoch bin ich angenehm überrascht, wie viele Details der BenQ GV1 abzubilden vermag. Die Farben von Suits sehen überaus natürlich aus. Der dunkle Teint von Meghan Markle erscheint realistisch. Sämtliche Einrichtungsgegenstände sind in den Büros zu sehen. Dazu gehören Lautsprecher des US-Herstellers Klipsch und die umfangreiche Vinyl-Plattensammlung von Harvey Specter.
Besonders praktisch finde ich am BenQ GV1, dass das Kennwort fürs örtliche WLAN-Netz gespeichert wird. Damit kann ich jederzeit auf das Netzwerk zugreifen, wenn ich vor Ort bin. Das ist sehr praktisch, weil nicht jeder Gastgeber seine Kennwörter parat hat.

Foto: Michael B. Rehders Auf der Rückseite befindet sich die einzige Schnittstelle des GV1. Der USB-C-Port befindet sich gleich neben der Anschlussbuchse für den Stromanschluss.

Foto: Michael B. Rehders
Auf der Rückseite befindet sich die einzige Schnittstelle des GV1. Der USB-C-Port befindet sich gleich neben der Anschlussbuchse für den Stromanschluss.

Foto: Michael B. Rehders Bei geringem Umgebungslicht gelingt es dem BenQ GV1, immer noch satte Bilder auf die Wand zu projizieren.

Foto: Michael B. Rehders
Bei geringem Umgebungslicht gelingt es dem BenQ GV1, immer noch satte Bilder auf die Wand zu projizieren.

Bluetooth-Lautsprecher inklusive
Der GV1 ist nicht nur ein stylischer Projektor, sondern obendrein auch noch ein gut klingender Bluetooth-Lautsprecher. Eingelassen ins silberne Gehäuse ist ein 5-Watt-Lautsprecher. Voll aufgedreht erreicht dieser immerhin Zimmerlautstärke. Ich bin verblüfft, wie gut der GV1 dabei tönt. Stimmen und Instrummente sind hervorragend zu verstehen, Höhen klingen klar und deutlich. Der Grundton besitzt ein angenehmes Volumen. Insgesamt klingt der BenQ GV1 deutlich besser als mein Notebook. Zur Beschallung eines kleinen Freundes- und Familienkreises, die in einem Wohnzimmer Platz genommen haben, ist der Ton ausgesprochen gut geeignet.
Heute steht die Fußball-Bundesliga auf dem Programm. Mittels Sky Go wird die Konferenz übertragen. Am sonnigen Samstagnachmittag sollten die Vorhänge geschlossen werden. Gegen pralles Sonnenlicht kommt der BenQ nämlich nicht an – was übrigens auch für alle anderen Heimkino-Projektoren Gültigkeit hat. Etwas Restlicht im Raum ist hingegen unproblematisch für den GV1, da er das Streulicht souverän überstrahlt. Der Rasen in den Fußball-Arenen sieht saftig grün aus. Die Spieler sind gut zu erkennen. Eine Zuordnung anhand der Rückennummern gelingt gleichfalls. Der Ball rollt schnell und lässt sich bei langen Pässen gut verfolgen. Die Spieler bewegen sich natürlich über das Spielfeld. In kleiner Runde ist das ein großartiges Erlebnis. Egal ob zu Hause im Wohnzimmer, im Wohnwagen auf dem Campingplatz oder sogar allein im Hotelzimmer – der BenQ GV1 sorgt überall für beste Unterhaltung.

Foto: Michael B. Rehders Sollte die handliche Fernbedienung mal nicht gleich zur Hand sein, um via Direkttasten den Ton lauter oder leiser zu stellen, kann diese Einstellung auch direkt am GV1 durchgeführt werden. Auf dem Projektor befinden sich zwei Sensortasten, mit denen der gewünschte Pegel zusätzlich eingestellt werden kann. Sehr durchdacht!

Foto: Michael B. Rehders
Sollte die handliche Fernbedienung mal nicht gleich zur Hand sein, um via Direkttasten den Ton lauter oder leiser zu stellen, kann diese Einstellung auch direkt am GV1 durchgeführt werden. Auf dem Projektor befinden sich zwei Sensortasten, mit denen der gewünschte Pegel zusätzlich eingestellt werden kann. Sehr durchdacht!

 

Fazit
Kino für unterwegs. So lässt sich der BenQ GV1 am besten beschreiben. Dem Projektor gelingt dabei die Symbiose aus kompaktem Design, einfacher Installation und unkomplizierter Verbindung mittels Notebook, Tablet oder Smartphone. Via Wi-Fi-, Bluetooth- und USB-C-Konnektivität gelingt es ganz leicht, Filme, Sportübertragungen und Präsentationen zu streamen. Der BenQ GV1 kann praktisch überall mit hingenommen werden. Egal ob daheim mit Freunden und Familie, im Büro oder allein im Hotelzimmer – der BenQ GV1 sorgt überall für beste Unterhaltung.

Test, Text und Fotos: Michael B. Rehders

Technische Daten und Messergebnisse
Modell: BenQ GV1
Preis: 369,00 Euro (UVP)
Garantie: 2 Jahre
Ausführungen: Silber/Gelb
Abmessungen (B x H x T): 80 mm x 155 mm x 80 mm
Gewicht: 708 Gramm
Technik: 1-Chip DLP mit LED-Lampentechnik
Helligkeit: 200 Lumen (150 nach Kalibrierung)
Kontrast (On/Off): 380:1 (nach Kalibrierung)
Schwarzwert: 0,39 Lumen (nach Kalibrierung)
Bildauflösung: 854 x 480 Pixel
Bildgröße 1 Meter aus 1,30 Meter Projektionsabstand
3D-Wiedergabe: Nein
3D-Transmitter Nein
3D-Brille: Nein
Eingänge 1 x USB-C

Pro und Kontra
+ LED-Lampentechnik
+ 20.000 Std. Lampenlaufzeit laut Hersteller
+ klein, leicht, leise, mobil
+ 3 Stunden Akkulaufzeit
+ Transporttasche
+ natürliche Farben
+ kabellose Bildübertragung via WLAN und Bluetooth
– etwas leiser Ton (max. Zimmerlautstärke)
– geringe Auflösung
– wenig Lichtausbeute

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