TEST: BenQ W8000 – THX-PROJEKTOR MIT HERAUSRAGENDER SCHÄRFE

Der BenQ W8000 ist der erste THX-zertifizierte Heimkinoprojektor, der für unter 4000,- Euro erhältlich ist. Mit seiner herausragenden Schärfe, der vorzüglichen Farbdarstellung und seinen Wechselobjektiven bietet dieses Modell schlicht und ergreifend das beste Bild, das ich bei einem aktuellen DLP-Projektor in dieser Preisklasse bislang gesehen habe:
Ob der W8000 die großen Erwartungen in den anderen Disziplinen erfüllt, habe ich mir mal genauer angesehen.

 

BenQ W8000 mit beleuchtbarer Fernbedienung. Foto: Michael B. Rehders

BenQ W8000 mit beleuchtbarer Fernbedienung.
Foto: Michael B. Rehders

THX – pures Kinovergnügen für zu Hause
Als George Lucas 1977 „STAR WARS“ ins Kino brachte, war er über die Bild- und Tonqualität dort sehr verärgert. Immerhin hatte er sich unglaublich viel Mühe gemacht, um das bestmögliche Filmerlebnis auf die Leinwand zu bringen. Doch heruntergebrannte Projektorlampen (Kolben) mit ins Gelb verschobenem Farbspektrum, Monoton und schlechte Akustik waren damals durchweg üblich – und schmälerten das mögliche Kinoerlebnis beträchtlich. Deshalb beauftragte der junge Filmemacher Tom Holman zu eXperimentieren, um einen neuen Standard für Kinos zu schaffen. Herausgekommen ist dabei THX – ein umfangreicher Katalog mit Anforderungen, um das Filmerlebnis in den Kinos deutlich zu steigern. Dazu gehören u. a. eine festgeschriebene Leuchtdichte für Filmprojektoren (16 Footlamberts im Mittel), festgeschriebene Tonpegel (105 dB am Hörplatz) und sogar Reihenabstände und Blickwinkel auf die Leinwand wurden spezifiziert. Hinzu kamen noch THX-lizenzierte Lautsprecher und Endstufen. Selbst die Saal-Maße, Akustikmaßnahmen und Schalldämmung von außen sind Bestandteil von THX. Kurz: Alles, was für die Bild- und Tonwiedergabe von Belangen ist, muss (bis heute) bestimmte Kriterien und Leistungsmerkmale erfüllen, damit das Kino die THX-Lizenz erhält.
Später erhielten auch Produkte aus dem Home-Entertainment das begehrte THX-Siegel. Darunter sind Lautsprecher, AV-Receiver, Vor/Endstufen und Projektoren.
BenQ ist das jüngste Unternehmen, das seinem Projektor die strenge THX-Norm spendiert. Ziel: Das pure Kinovergnügen kompromisslos ins Heimkino zu bringen.

BenQ W8000 und Standard-Zoom-Objektiv Foto: Michael B. Rehders

BenQ W8000 und Standard-Zoom-Objektiv
Foto: Michael B. Rehders

Verarbeitung und Design
Solide 8,8 Kilogramm wiegt der BenQ W8000. Von den verstellbaren Füßen bis hin zur Abdeckklappe auf der Gehäuseoberseite versprüht der Projektor eine solide und vertrauenserweckende Material- und Verarbeitungsqualität. Die Stecker sitzen wackelfrei in den Anschlussbuchsen, und das Silber/Schwarze Finish sieht nicht nur elegant aus, sondern erlaubt es, dass der W8000 weitgehend unauffällig im Heimkino montiert werden kann, ohne zusätzlich störendes Streulich zu verursachen. Das passende Objektiv kann sich der Heimkinofan vor dem Kauf aussuchen. So bestimmt nicht der Projektor, aus welcher Projektionsentfernung die angedachte Bildgröße ermöglicht wird. Sondern der Heimkinobetreiber sucht sich einfach das passende Objektiv aus, um vom angedachten Projektionsstandort auf die ausgewählte Bildwand zu projizieren. Dafür stehen 5 verschiedene Objektive zur Auswahl, die allesamt mit einwandfrei vergüteten Glaslinsen bestückt sind.

Die beleuchtete Fernbedienung ist angenehm handlich und erlaubt, dass selbst in dunklen Heimkinos sicher durch die Bildmenüs navigiert werden kann. Foto: Michael B. Rehders

Die beleuchtete Fernbedienung ist angenehm handlich und erlaubt, dass selbst in dunklen Heimkinos sicher durch die Bildmenüs navigiert werden kann.
Foto: Michael B. Rehders


Ausstattung und Technik

Der BenQ W8000 ist ein Ein-Chip-DLP-Projektor und verfügt über eine Full-HD-Auflösung. Die Farben werden sequenziell mit einem 6-Segment-Farbrad erzeugt, das die Farben Rot, Grün Blau, Rot, Grün, Blau besitzt.
Horizontaler und vertikaler Lens-Shift erleichtern die Ausrichtung des Bildes auf die Leinwand, weil der Projektor nicht genau mittig aufgestellt werden muss.
Ausgeliefert wird der W8000 zunächst ohne Objektiv! Das ist durchaus ein Vorteil gegenüber anderen Projektoren, weil der W8000 genau dort aufgestellt werden kann, wo es sich der Heimkinobesitzer vorstellt. 3 Meter Bildbreite können auf diese Weise aus einer Entfernung von 2,34 – 15,00 Meter projiziert werden. Das bedeutet höchste Flexibilität.
Schärfe und Zoom werden direkt am Wechselobjektiv eingestellt. Der Zoomfaktor beträgt beim Standardobjektiv 1,25, so dass sich eine 16:9-Leinwand als Projektionsfläche anbietet. Ein größerer Zoomfaktor ist den „Semi Long“ (1,5x) und „Long Zoom“-Objektiven (1,67x) vorbehalten.
Nutzer einer Cinemascope-Leinwand können einen Anamorphoten nutzen. Dieser Anamorphot kann fix vor dem Projektor stehenbleiben, weil sowohl eine vertikale Anpassung möglich ist, um das 16:9-Bild mit dem Seitenverhältnis 2,39:1 darzustellen, als auch das 16:9-Bild geometrisch „richtig“ innerhalb der Cinemascope-Leinwand abzubilden.
Die Signalübertragung kann mit dem optional erhältlichen Wireless-Full-HD-Kit sogar kabellos übertragen werden. Wie ich in einem früheren Test ermittelt habe, gelingt die Signalübertragung hier sogar störungsfrei durch zwei gemauerte Wände hindurch. Der Empfänger erhält den Strom von der USB-Schnittstelle des Projektors. Ein externer Stromanschluss ist dafür also nicht erforderlich.
Authentische Farben verspricht der integrierte Rec.709-Standard für HDTV-Kontent. Filme mit Full-HD-Auflösung von Blu-ray, TV und Streamingdiensten werden mit richtigen Farben wiedergegeben.
Die Frame Interpolation (Motion Enhancer) besitzt gleich mehrere Stufen. Damit kann der Nutzer Bewegungsabläufe wahlweise flüssiger abbilden, indem bis zu 36 Bilder zwischen einzelne Sequenzen interpoliert werden.
Praktisch finde ich obendrein den „Pixel Enhancer“, der Feindetails im Bild noch etwas besser herausarbeitet, so dass dem Bild zusätzlich noch mehr Plastizität verliehen wird.
3D-Filme werden mit nahezu flimmerfreien 144 Hz (Triple-Flash) dargestellt. Störende Crosstalk-Effekte gibt es aufgrund der DLP-Technik ebenfalls nicht.
Exklusiv hat BenQ dem W8000 die 3D-Farbanpassung für die Primärfarben spendiert. Mit dem neuen Farbmanagement-Tool kann jedes Farbrad-Segment individuell abgestimmt werden, um den technisch bedingt dunkleren 3D-Bildern mehr Farbbrillanz zu verleihen.
Das „isf“-Zertifikat beinhaltet ein Farbmanagement, das sich hinter einem Passwort versteckt. Damit können „isf“-zertifizierte Kalibrierer weitere Bildeinstellungen vornehmen. Notwendig ist diese Nutzung allerdings nicht, weil bereits das vorhandene Color Management System (CMS) alle notwendigen Einstellmöglichkeiten anbietet, um Farben, Graustufen und Gamma wunschgemäß einzustellen.
Wer seine Fotos auf dem Smartphone oder Tablet hat, kann diese relativ einfach auf die Leinwand projizieren. Dafür muss nur das Smartphone oder Tablet an den Projektor angeschlossen werden. Ermöglichen tut das die MHL-fähige HDMI-Schnittstelle. Kabellos funktioniert die Signalübertragung mit dem Wireless-Full-HD-Kit.

Sämtliche Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite. Der Ein/Aus-Schalter trennt den Projektor vollständig vom Netz. Darüber hinaus kann der W8000 in den Standby-Modus versetzt werden, oder aus dem Standby-Modus gestartet werden. Sämtliche Kabel sitzen fest und wackelfrei in den Buchsen, was eine störungsfreie Signalübertragung gewährleistet. Foto: Michael B. Rehders

Sämtliche Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite. Der Ein/Aus-Schalter trennt den Projektor vollständig vom Netz. Darüber hinaus kann der W8000 in den Standby-Modus versetzt werden, oder aus dem Standby-Modus gestartet werden. Sämtliche Kabel sitzen fest und wackelfrei in den Buchsen, was eine störungsfreie Signalübertragung gewährleistet.
Foto: Michael B. Rehders

Aufstellung und Inbetriebnahme
Der Nutzer bestimmt, welche Bildgröße er haben möchte – und wie weit der Projektor von der Leinwand entfernt stehen soll. Das bietet nicht nur höchsten Komfort und beste Flexibilität, sondern eine unauffällige Integration ins Heimkino oder Wohnzimmer. Vorbei sind mit den Wechselobjektiven die alten Zeiten, in denen Projektoren die Projektionsdistanz und/oder die Bildgröße vorgaben.
Wenn Objektive mehr kosten als ein Projektor in der Einstiegsklasse, stellt sich natürlich die Frage nach dem Sinn. Wäre es nicht einfacher, einen preiswerten neuen Projektor zu kaufen, anstatt eines neuen Wechselobjektivs? – Kurze Antwort: Nein. Begründung: Wenn der Projektor so hochwertig ist, dass dieser sämtliche DLP-Projektoren bis zu dieser Preisklasse qualitativ distanziert, und obendrein eine vorzügliche Verarbeitungsqualität liefert, halte ich die Wechselmöglichkeit eines Objektivs für sinnvoll. Nach einem Umzug muss nämlich kein neuer Projektor gekauft werden, sondern einfach nur das passende Objektiv.

Das vorab ausgewählte Objektiv wird mit dem Projektor zusammen geliefert. Foto: Michael B. Rehders

Das vorab ausgewählte Objektiv wird mit dem Projektor zusammen geliefert.
Foto: Michael B. Rehders

 

Im Handumdrehen ist das Objektiv eingesetzt. Foto: Michael B. Rehders

Im Handumdrehen ist das Objektiv eingesetzt.
Foto: Michael B. Rehders

 

Durch die Wechselobjektive bestimmt der Nutzer, wo der Projektor stehen soll und wie groß das projizierte Bild sein soll. Foto: Michael B. Rehders

Durch die Wechselobjektive bestimmt der Nutzer, wo der Projektor stehen soll und wie groß das projizierte Bild sein soll.
Foto: Michael B. Rehders

 

Zwischen den Drehknöpfen für den horizontalen/vertikalen Lens-Shift befindet sich die Entriegelung für das Objektiv. Ganz sind die Tasten zu sehen für sämtliche Menüeinstellungen, falls die Fernbedienung mal nicht zur Hand sein sollte. Foto: Michael B. Rehders

Zwischen den Drehknöpfen für den horizontalen/vertikalen Lens-Shift befindet sich die Entriegelung für das Objektiv. Ganz sind die Tasten zu sehen für sämtliche Menüeinstellungen, falls die Fernbedienung mal nicht zur Hand sein sollte.
Foto: Michael B. Rehders

 

Direkt nach dem ersten Einschalten wird der Nutzer Schritt für Schritt durch das Installationsmenü geführt. Nach wenigen Minuten kann der Filmspaß bereits beginnen.

Direkt nach dem ersten Einschalten wird der Nutzer Schritt für Schritt durch das Installationsmenü geführt. Nach wenigen Minuten kann der Filmspaß bereits beginnen.

Optimale Einstellungen für Laien
Bereits in der Werkseinstellung steht der BenQ W8000 im Bildmodus THX. Ohne einen Finger zu krümmen werden jetzt bereits farbenprächtige und knackscharfe Bilder projiziert.
Mit wenigen Handgriffen lässt sich diese tolle Performance sogar noch steigern, ohne dass dafür teures Messequipment notwendig ist. So funktioniert es:

„Helligkeit“ auf 48 absenken, um den Schwarzwert zu verbessern. „Kontrast“ auf 55 erhöhen, um die Maximalhelligkeit zu steigern. „Bildschärfe“ auf 10 belassen. Danach auf „Erweitert…“ klicken.

„Helligkeit“ auf 48 absenken, um den Schwarzwert zu verbessern. „Kontrast“ auf 55 erhöhen, um die Maximalhelligkeit zu steigern. „Bildschärfe“ auf 10 belassen. Danach auf „Erweitert…“ klicken.

 

Im Bildmenü „Erweitert…“ die „Gamma-Auswahl“ auf 2.2 setzen und die „Geräuschreduktion“ auf 0. Danach auf „Farbtemperatur“ klicken.

Im Bildmenü „Erweitert…“ die „Gamma-Auswahl“ auf 2.2 setzen und die „Geräuschreduktion“ auf 0. Danach auf „Farbtemperatur“ klicken.

 

Die Regler „Grün Plus“ und „Blau Plus“ jeweils auf 100 setzen. Fertig!

Die Regler „Grün Plus“ und „Blau Plus“ jeweils auf 100 setzen.
Fertig!

Das Ergebnis entspricht nun nahezu dem Rec.709-Standard und bietet verfärbungsfreie und natürliche Farben mit bester Durchzeichnung und maximal ausgeschöpfter Luminanz.

Messungen und Bildeindrücke
BenQ verspricht eine Maximalhelligkeit von 2000 Lumen. Diese wird mit dem Preset „Bright“ annähernd erzielt. Durch den deutlich sichtbaren Grünüberschuss ist dieser Bildmodus allerdings für Filme und Games kaum zu gebrauchen. Allenfalls für Präsentationen sollte dieser Modus in Betracht gezogen werden, wenn keine Farbverbindlichkeit erforderlich ist.
In der Werkseinstellung steht der BenQ W8000 im Bildmodus „THX“. Out of the Box erzielt er hier eine Maximalhelligkeit von 976 Lumen. Allerdings erscheinen Schwarz/Weiße-Testbilder ganz leicht rötlich verfärbt. In den anderen Bildmodi wie Game, Vivid und User ist das nicht der Fall; hier werden die Testbilder unverfärbt dargestellt.
Ein Blick ins Farbtemperaturmenü deckt die Ursache im THX-Modus auf – ebenso die Graustufenmessung.

Das Burosch-Testbild erscheint in der Werkseinstellung des THX-Modus leicht verfärbt (links). Sobald die „Grün Plus“- und „Blau Plus“-Regler auf 100 gesetzt werden, ist die Verfärbung weg. Das Testbild erscheint nun vollständig farbneutral in Schwarz/Weiß.

Das Burosch-Testbild erscheint in der Werkseinstellung des THX-Modus leicht verfärbt (links). Sobald die „Grün Plus“- und „Blau Plus“-Regler auf 100 gesetzt werden, ist die Verfärbung weg. Das Testbild erscheint nun vollständig farbneutral in Schwarz/Weiß.

 

Die Graustufenmessung geht mit dem subjektiven Bildeindruck einher. Rot, Grün und Blau sollen auf der 100-%-Linie verlaufen, um einen optimalen Graustufenverlauf zu gewährleisten. Rot ist allerdings bis knapp 20 % erhöht.

Die Graustufenmessung geht mit dem subjektiven Bildeindruck einher. Rot, Grün und Blau sollen auf der 100-%-Linie verlaufen, um einen optimalen Graustufenverlauf zu gewährleisten. Rot ist allerdings bis knapp 20 % erhöht.

 

Nach der geringen Korrektur verschwindet nicht nur der leichte Rotfarbstich aus dem Testbild, auch der Graustufenverlauf ist nur annähernd perfekt. Sämtliche DeltaE-Werte liegen im grünen Bereich. Die Farbtemperatur beträgt ordentliche 6526 Kelvin und das RGB-Niveau geht mit Werten von Rot: 100,2 %, Grün: 99,9 %, Blau:100,7 % kaum besser.

Nach der geringen Korrektur verschwindet nicht nur der leichte Rotfarbstich aus dem Testbild, auch der Graustufenverlauf ist nun annähernd perfekt. Sämtliche DeltaE-Werte liegen im grünen Bereich. Die Farbtemperatur beträgt ordentliche 6526 Kelvin und das RGB-Niveau geht mit Werten von Rot: 100,2 %, Grün: 99,9 %, Blau:100,7 % kaum besser.

 

Nachdem das Gamma auf 2.2 gesetzt wurde, bedarf der Gammaverlauf kaum einer Änderung.

Nachdem das Gamma auf 2.2 gesetzt wurde, bedarf der Gammaverlauf kaum einer Änderung.

 

Nach der Kalibrierung des „THX“-Modus verbesserte sich das Gamma sogar noch ein wenig.

Nach der Kalibrierung des „THX“-Modus verbesserte sich das Gamma sogar noch ein wenig.

 

Der Farbraum des W8000 kommt der Referenz (schwarzes Dreieck) ab Werk bereits sehr nahe (linkes Diagramm). Allenfalls Magenta ist ein wenig zu weit in Richtung Rot verschoben, was Hautfarbtönen sogar einen gesünderen Teint verschafft. Nach der Kalibrierung treffen die Primär- und Sekundärfarben ihre Sollkoordinaten fast punktgenau (rechts Diagramm).

Der Farbraum des W8000 kommt der Referenz (schwarzes Dreieck) ab Werk bereits sehr nahe (linkes Diagramm). Allenfalls Magenta ist ein wenig zu weit in Richtung Rot verschoben, was Hautfarbtönen sogar einen gesünderen Teint verschaffen kann.
Nach der Kalibrierung treffen die Primär- und Sekundärfarben ihre Sollkoordinaten fast punktgenau (rechts Diagramm).

 

In nur drei Minuten ist das CIE nahezu perfekt eingestellt. Die DeltaE-Werte zeigen die prozentualen Abweichungen vom Referenzwert an. Sämtliche Werte liegen im grünen Bereich.

In nur drei Minuten ist das CIE nahezu perfekt eingestellt. Die DeltaE-Werte zeigen die prozentualen Abweichungen vom Referenzwert an. Sämtliche Werte liegen im grünen Bereich.

Leider sind die Helligkeits- und Kontrastregler ab Werk suboptimal eingestellt. Dadurch wird nicht nur Kontrast (1130:1 On/Off) unnötigerweise verschenkt, sondern obendrein die Maximalhelligkeit nicht ausgeschöpft. Nach der Anpassung dieser beiden Regler steigt die Maximalhelligkeit auf 1260 Lumen, der Schwarzwert beträgt für einen DLP-Projektor normale 0,62 Lumen und der Kontrast steigt auf 2004:1.
Diese Lichtleistung reicht aus, um Bildbreiten bis 3,80 Meter strahlend hell auszuleuchten, wenn die 14 fL angesetzt werden, die THX für „Digitale Kinos“ vorschreibt.
Wer mehr Helligkeit benötigt, kann „Brilliant Color“ einschalten. Dadurch erhöht sich die Lichtausbeute auf 1540 Lumen. Allerdings geht die Farbtreue ein wenig verloren.

Als nächstes werden die üblichen Testbilder zugespielt. Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Der BenQ W8000 projiziert das schärfste Bild, dass ich bislang bei einem aktuellen Full-HD-Projektor gesehen habe. Jedes auch noch so kleine Detail wird gestochen scharf auf die Leinwand gebrannt.

Vollkommen verfärbungsfrei und mit voller Auflösung werden selbst einzelne Pixel in Full-HD-Auflösung (oben links) des Schachbrettmusters abgebildet. Dank des hervorragenden ANSI-Kontrastwertes von 573:1 sind nur minimalste und allenfalls aus nächster Nähe sichtbare Überstrahlungen zu erahnen, die in der Praxis aber mal so gar keine Rolle spielen.

Vollkommen verfärbungsfrei und mit voller Auflösung werden selbst einzelne Pixel in Full-HD-Auflösung (oben links) des Schachbrettmusters abgebildet. Dank des hervorragenden ANSI-Kontrastwertes von 573:1 sind nur minimalste und allenfalls aus nächster Nähe sichtbare Überstrahlungen zu erahnen, die in der Praxis aber mal so gar keine Rolle spielen.

 

Darüber hinaus ist die Schärfe über die gesamte Bildfläche homogen. In der Ausschnittsvergrößerung werden die Fadenkreuze am linken Bildrand (links) und in der Leinwandmitte (rechts) perfekt abgebildet. Die Uniformität (Helligkeitsverlauf) ist über das gesamte Bild ausgesprochen gleichmäßig. Mit bloßem Auge ist kein Helligkeitsabfall zu den Rändern festzustellen. Bravo!

Darüber hinaus ist die Schärfe über die gesamte Bildfläche homogen. In der Ausschnittsvergrößerung werden die Fadenkreuze am linken Bildrand (links) und in der Leinwandmitte (rechts) perfekt abgebildet. Die Uniformität (Helligkeitsverlauf) ist über das gesamte Bild ausgesprochen gleichmäßig. Mit bloßem Auge ist kein Helligkeitsabfall zu den Rändern festzustellen. Bravo!

 

Das Foto von Hamburg habe ich aus der 21. Etage geschossen. Der BenQ W8000 projiziert das Bildwerk originalgetreu auf die Leinwand.

Das Foto von Hamburg habe ich aus der 21. Etage geschossen. Der BenQ W8000 projiziert das Bildwerk originalgetreu auf die Leinwand.

 

Der Schriftzug auf dem roten Doppeldecker „STADTRUNDFAHRT“ ist vollständig zu lesen. Selbst die Richtungspfeile auf dem runden Straßenschild, das sich oberhalb der Ampel befindet, werden detailliert abgebildet. Die schwarzen Dichtungsgummis der U-Bahntüren sind zu erkennen, weil die Farben nicht zulaufen, sondern mit normgerechter Sättigung wiedergegeben werden.

Der Schriftzug auf dem roten Doppeldecker „STADTRUNDFAHRT“ ist vollständig zu lesen. Selbst die Richtungspfeile auf dem runden Straßenschild, das sich oberhalb der Ampel befindet, werden detailliert abgebildet. Die schwarzen Dichtungsgummis der U-Bahntüren sind zu erkennen, weil die Farben nicht zulaufen, sondern mit normgerechter Sättigung wiedergegeben werden.

 

Die Wolkenstrukturen über dem Schloss Charlottenburg sind vollumfänglich zu sehen. Selten habe ich so eine gute Plastizität in hellen Szenen erlebt. Auch die Goldfarbtöne der Statue sehen prächtig aus.

Die Wolkenstrukturen über dem Schloss Charlottenburg sind vollumfänglich zu sehen. Selten habe ich so eine gute Plastizität in hellen Szenen erlebt.
Auch die Goldfarbtöne der Statue sehen prächtig aus. Foto: Michael B. Rehders

 

Dieser Projektor macht mir so viel Spaß, dass ich gleich noch ein neues Bildwerk zuspiele, das ich vor wenigen Wochen in Rom geschossen habe. Es zeigt im Hintergrund das Kolosseum, rechts daneben ein rotes gemauertes Gebäude und verschiedenste Grünfarbtöne.

Dieser Projektor macht mir so viel Spaß, dass ich gleich noch ein neues Bildwerk zuspiele, das ich vor wenigen Wochen in Rom geschossen habe. Es zeigt im Hintergrund das Kolosseum, rechts daneben ein rotes gemauertes Gebäude und verschiedenste Grünfarbtöne. Foto: Michael B. Rehders

 

Die Ausschnittsvergrößerung offenbart, das die in Stein gemeißelten Buchstaben gut lesbar sind. Einzelne Personen auf den Wegen sind zu erkennen und selbst die Streben der Zäune werden fein säuberlich abgebildet.

Die Ausschnittsvergrößerung offenbart, das die in Stein gemeißelten Buchstaben gut lesbar sind. Einzelne Personen auf den Wegen sind zu erkennen und selbst die Streben der Zäune werden fein säuberlich abgebildet.

Blu-ray-Wiedergabe:
Welcher Film liegt näher für den THX-zertifizierten BenQ W8000, als „STAR WARS 7 – DAS ERWACHEN DER MACHT“?
Bereits der Sternenhimmel mit dem gelben STAR-WARS-Schriftzug  entzückt. So viele Sterne, die fein herausgearbeitet und gestochen scharf erscheinen, bilden nur wenige Projektoren ab. Der Schwarzwert ist auf einem guten Niveau in dieser Szene, auch wenn das Schwarz des W8000 nicht so dunkel dargestellt wird wie von aktuellen LCD- und D-ILA-Projektoren in dieser Preisklasse. Doch sobald hellere Szenen auftauchen, spielt der BenQ seinen sehr guten ANSI-Kontrast aus. Dunkle Elemente vor hellen Hintergründen werden vollumfänglich dargestellt. In Kombination mit der herausragenden Bildschärfe erhalten diese Szenen eine Plastizität, die den Zuschauer förmlich ins Filmgeschehen eintauchen lassen. Absolut authentisch werden die Farben reproduziert. Während der Gefechte werden die Laserstrahlen überaus leuchtstark projiziert.
Der RBE (Regenbogen-Effekte) fällt mir in kontrastreichen Szenen störend auf. Der W8000 bewegt sich hier aber auf dem niedrigen Niveau, aktueller DLP-Technik.
Die Bewegungsschärfe ohne Frame Interpolation ist bereits ohne Fehl und Tadel.Der Millennium Falke von Han Solo fliegt schön scharf durch den Sternenzerstörer.
Motion Enhancer: Hierbei handelt es sich um eine 4-Stufige-Zwischenbildberechnung, die bis zu 36 Bilder interpoliert laut BenQ.
Im Modus „Niedrig“ nimmt die Bewegungsschärfe schon sichtbar zu. Sich bewegende Elemente im Bild, die im Quellmaterial scharf sind, verschmieren deutlich später. Positiv finde ich, dass sich kein „Soap“-Effekt einstellt. Artefakte habe ich während des Fluges des Millennium Falken nicht gesehen. Für mich als „FI-Gegner“ eine tolle Bereicherung.
Im FI-Modus „Mittel“ nimmt die Bewegungsschärfe weiter zu. Hin und wieder kommt die FI aber schon mal aus dem Tritt. Die Folge sind typische Artefakte an diagonalen Elementen. Der „Soap“-Effekt ist immer noch niedrig.
Im FI-Modus „Hoch“ nehmen Bewegungsschärfe, „Soap“-Effekte und Artefakte sichtbar zu. Ich kann diesen Modus nicht empfehlen.
Lobenswert ist das geringe Betriebsgeräusch des BenQ W8000. Bereits in der Lampenstufe „Hoch“ ist der Projektor kaum zu hören – und sogar leiser als mein JVC DLA-X30. Im Lampenmodus „Niedrig“ muss der Zuschauer schon genau hinhören, ob der BenQ überhaupt eingeschaltet ist.

In meinem Heimkino „Lumière“ projiziert der BenQ W8000 die gewünschte Bildgröße exakt aus der angedachten Entfernung – dem passenden Wechselobjektiv sein Dank. Foto: Michael B. Rehders

In meinem Heimkino „Lumière“ projiziert der BenQ W8000 die gewünschte Bildgröße exakt aus der angedachten Entfernung – dem passenden Wechselobjektiv sein Dank.
Foto: Michael B. Rehders

 

Fazit
Der BenQ W8000 ist der erste THX-Projektor für unter 4000,- Euro. Dank fünf verschiedener Wechselobjektive gestaltet sich die Montage ausgesprochen flexibel. In der Kombination von hohem ANSI-Kontrast und hochwertigen Glasoptiken gelingt es, herausragend scharfe und brillante Bilder auf Leinwandbreiten bis zu 3,80 Meter zu projizieren. Die Zwischenbildberechnung arbeitet in der niedrigen Stufe angenehm unauffällig, so dass die Bewegungsschärfe verbessert wird; der unschöne „Soap“-Effekt tritt hierbei nicht auf. Obendrein wird der Rec.709-Standard nahezu perfekt eingehalten. Auf Wunsch gelingt die Full-HD-Signalzuspielung ganz ohne Kabelverbindung. Mit dem optionalen Wireless-Full-HD-Kit gelang es hier, die Bildsignale störungsfrei durch zwei gemauerte Wände zu übertragen. Leider sind Zoom, Fokus und Lens-Shift nicht elektrisch einstellbar. Für anspruchsvolle Heimkinofans und Cineasten ist der BenQ W8000 somit  einen Blick wert, um auf 16:9-Leinwänden ein knackscharfes und farbenprächtiges Filmerlebnis zu erhalten.

Pro & Kontra
+ sehr hell mit 1260 Lumen kalibriert
+ herausragende Schärfe
+ 3D-fähig mit 144 Hz (Triple-Flash)
+ sehr guter ANSI-kontrast  (573:1)
+ 5 Wechselobjektive für flexible Installation
+ sehr leise (im Eco-Modus)
+ FI ohne „Soap“-Effekt in Stufe „Niedrig“
+ normnahe Werkseinstellungen für Farben und Gamma
– kein elektrischer Zoom, Fokus, Lens-Shift

Messwerte und technische Daten
Helligkeit: 1958 Lumen (Bildmodus „Bright“)
Helligkeit: 1260 (D65)
Kontrast (On/Off): 2004:1
Kontrast (ANSI): 573:1
Schwarzwert: 0,62 Lumen (D65)
Technik: Ein Chip DLP
Auflösung: 1920 x 1080 Pixel
Zoom: 1,25 mit „Standard-Zoom“-Objektiv
Fokus, Zoom, Lens-Shift: händisch
Gewicht: 8,8 kg + Objektiv
Maße (B x H x T): 431 x 167 x 321 mm‎
Lampe: UHP
Stromverbrauch: 280 Watt
Besonderheiten: 5 Wechselobjektive zur Auswahl, Wireless-Full-HD-Kit optional, Lens-Shift (v/h), THX
Preis (UVP): 3599,- Projektor ohne Objektiv
599,- bis 1679,- Euro je nach Objektiv

 

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