TEST: EPSON EH-TW7000 – Heller 4K-Beamer mit HDR und 3D

Für HDR entworfen: Der Epson EH-TW7000 ist ein lichtstarker 4K-Projektor, der mit 3D und HDR gut ausgestattet ist. Doch wie schlägt er sich in Heimkino und Wohnzimmer?

Foto: Michael B. Rehders – Elegant und Lichtstark: Der Epson EH-TW7000.

Design und Styling

Mit seiner geschwungenen Form und dem weißen Finish bietet sich der Epson EH-TW7000 förmlich an, ihn im Wohnzimmer zu installieren. Unter der Zimmerdecke oder weiter hinten im Regal dürfte er sich unauffällig einfügen. Dank seines geringen Gewichts von 6,5 Kilogramm können handelsübliche Deckenhalterungen verwendet werden, um unseren Testgast sicher zu montieren. Die Fernbedienung besitzt hinterleuchtete Tasten. Damit lässt sich schnell und präzise durch das On-Screen-Menü navigieren. Wer den Epson im Heimkino nutzen möchte, profitiert von der hohen Lichtausbeute, die Bildbreiten von über vier Meter gestatten.

Foto: Michael B. Rehders – Die handliche Fernbedienung besitzt übersichtlich angeordnete Tasten.


Ausstattung und Technik

Der EH-TW7000 ist ein Heimkino-Beamer, für den Epson keine native Auflösung angibt. Vielmehr bezeichnet der Hersteller ihn als 4K PRO-UHD-Projektor. Dahinter verbirgt sich eine 3LCD-Technologie. Zum Einsatz kommen drei  0,61-Zoll-Chips C2 Fine. Die native Auflösung beträgt laut meinen Testbildern 1.920 x 1.080 Pixel. Via E-Shift-Technologie kann mein Testsample allerdings volle 3.840 x 2.160 Pixel annehmen, verarbeiten und projizieren. Obwohl die Pixel im Grunde nur übereinander dargestellt werden, können Linienmuster bis runter zu feinster UHD-Auflösung abgebildet werden. Hierbei macht sich Epson die LCD-Technologie zu Nutze. Da das Grit, also die Leiterbahnen zwischen den einzelnen Pixel, groß genug ist, können nahezu komplette Pixel mittels Shift-Funktion darauf projiziert werden, ohne das Bildinformationen verloren gehen. Die sequentielle Darstellung erfolgt so schnell, dass der Zuschauer ein vollständiges Bild sieht.
Das Lens-Shift gestattet eine Verschiebung des Bildes nach oben, unten, links und rechts. Der Regelbereich ist groß genug, um einen Spielfilm final auf einer Leinwand auszurichten, selbst wenn der Beamer oberhalb der Leinwand unter der Zimmerdecke hängt.
Der Zoomfaktor ist mit 1,6 brauchbar groß, verschafft den nötigen Spielraum für eine bequeme Installation. Für ein zwei Meter breites Bild kann der Epson von 2,98 – 4,76 Meter von der Leinwand entfernt platziert werden.
Die Lichtleistung beziffert Epson mit 3.000 Lumen. Die Lebensdauer der Lampe soll 5.000 Stunden im Eco-Modus halten. Das reicht für knapp sieben Jahre, wenn jeden Tag ein Spielfilm geschaut wird. Mit rund 120 Euro ist die Ersatzlampe überdies angenehm preiswert. Gut gefällt mir auch die eingeräumte Lampen-Garantie von 3.000 Stunden oder drei Jahre, je nachdem, was zuerst eintritt. Darüber hinaus gibt es 24 Monate Carry-In auf das Gerät selbst.
3D-Filme werden ebenfalls unterstützt.
Das Highlight ist aber High Dynamic Range (HDR). Hierbei handelt es sich um eine relativ neue Technologie. Diese ermöglicht einen viermal höheren Kontrastumfang und bis zu 100-mal hellere Inhalte.

Foto: Michael B. Rehders – Alle Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite des Epson EH-TW7000.

Installation und Bedienung

Epson macht die Aufstellung wie gewohnt sehr leicht. Wird der AV-Receiver als Schaltquelle verwendet, werden von dort alle Bildsignale übertragen zum Beamer. Egal ob Live-Sport und die Lieblings-Serien von verschiedenen Streaming-Diensten, spannende Blockbuster von Blu-ray, der Epson gibt sich keine Blöße und erkennt alle eingehenden Bildsignale zuverlässig.
Via Zoom- und Lens-Shift-Regler gelingt es mir, den Epson innerhalb von wenigen Minuten perfekt auf die Leinwand auszurichten.
Die Bildmenüs sind im Grunde selbsterklärend. Hier können alle gewünschten Einstellungen vorgenommen werden.

Foto: Michael B. Rehders – Auf dem Gehäuse sind die Regler für horizontalen und vertikalen Lens-Shift. Zoom und Fokus werden direkt am Objektiv eingestellt.
Das Bildmenü ist übersichtlich strukturiert und die Begrifflichkeiten selbsterklärend.
Gleich drei Lampenleistungsstufen bringt der Epson EH-TW7000 mit.
Profis und Enthusiasten können via Gain/Offset-Regler die Farbtemperatur perfekt einstellen.

Messungen und Diagramme

Mit 3.560 Lumen wird die Herstellerangabe von 3.000 Lumen deutlich übertroffen. Wie üblich geht diese hohe Lichtausbeute mit einem Grünfarb-Look einher. Für Sportübertragungen am Nachmittag bei Sonne mag das funktionieren, wenn alles an Lichtleistung aufgerufen werden muss, um sich gegen das Tageslicht durchzusetzen. Mein Fall ist das aber nicht, weil ich natürliche Farben präferiere. Dafür stehen fünf Farbmodi zur Verfügung. Der Bildmodus „Natürlich“ liefert dabei die besten Farben. Mit kalibrierten 2.000 Lumen ist er strahlend hell. Im dunklen Heimkino reicht diese Lichtausbeute, um 4,80 Meter Bildbreite strahlend hell zu befeuern oder entsprechend kleiner Leinwände bei zunehmendem Restlicht im Raum. Der On/Off-Kontrast beträgt verbesserungswürdige 880:1 und der ANSI-Kontrast ordentliche 200:1. Mit Aktivierung der Auto-Blende kann der Ein/Aus-Kontrast dynamisch auf bis zu 4.500:1 gesteigert werden. HDR-Inhalte von 0,005 – 10.000 Nits werden vom Epson via Tone Mapping dargestellt.

Farbraum HDTV ab Werk: Der Farbraum wird fast komplett abgedeckt. Die meisten Soll-Koordinaten des Rec.709-Farbraums werden dabei nahegekommen. Lediglich Magenta ist ein wenig Richtung Blau verschoben. Der Weißpunkt ist ein bisschen zu kühl mit 8200 Kelvin.
Farbraum HDTV kalibriert: Nach geringen Korrekturen passen nun auch Magenta und Weißpunkt (6500 Kelvin) perfekt.
Gamma ab Werk: Hier gibt es überhaupt nichts zu Kritteln. Der Helligkeitsverlauf nah der Vorgabe und bedarf keiner Änderung.
Graustufenverlauf ab Werk: Der Graustufenverlauf mutet etwas abenteuerlich an. Während Grün nahe dem Taget von 100 Prozent verläuft, weichen Rot und Blau zunehmend vom Soll ab. Daraus resultiert die hohe Farbtemperatur von 8200 Kelvin.
Graustufenverlauf kalibriert: Mit nur wenigen Korrekturen verlaufen Rot, Grün und Blau mustergültig über alle Helligkeitsabstufungen.
Farbraum HDR kalibriert: Der BenQ TK850 deckt den Farbraum Rec.2020/P3 zu etwa 80 Prozent ab. Vor allem Grün und Rot sind im Spektrum limitiert.

Bildtest

Mit den Bildmodus „Natürlich“ und den obigen Korrekturen ergibt sich ein realistischer Farbeindruck. Der Epson EH-TW7000 skaliert Full-HD-Filme sehr gut. Mittels der E-Shift-Technologie erscheinen Inhalte noch einen Hauch detailreicher. Das Fliegengitter (auch Screendoor genannt), das ich noch aus einer Entfernung von fünf Metern erkennen kann, ist für mich mit Aktivierung von E-Shift vom Sitzplatz aus nicht mehr zu sehen. Allenfalls mit der Nasenspitze vor der Leinwand kann ich es jetzt noch erkennen. Spielfilme mit 24 Hz werden originalgetreu reproduziert. Einen RBE (Regenbogen-Effekt) gibt es aus physikalischen Gründen nicht, aufgrund der 3LCD-Technologie. Die Arbeitsweise der dynamischen Blende ist durchaus unauffällig. Sie regelt recht langsam. Bei  Schwarzblenden macht sie ganz zu und ich kann erkennen, wie das Bild noch nachdunkelt. Für den weiteren Test habe ich sie ausgeschaltet. Die Farben vom Epson erscheinen realistisch und vollkommen störungsfrei. Farbverläufe gelingen nahtlos.

Foto: Michael B. Rehders – Diese Panoramaaufnahme habe ich in Lissabon geschossen. In der abgebildeten Ausschnittsvergrößerung ist gut zu sehen, wie klar und scharf der Epson EH-TW7000 feinste Elemente abbildet.

3D-Filme

3D-Filme von Blu-ray spielt der Epson EH-TW7000 fehlerfrei ab. Geisterbilder (Crosstalk-Effekte) sind kaum einmal auszumachen. Die Farben erscheinen realistisch und die Inhalte sind gestochen scharf. Als Brillen kommen die Modelle von X-Pand und JVC zum Einsatz. „Avengers: Endgame“ brilliert durch die hohe Lichtausbeute. Hier macht es sich bezahlt, dass der Epson über 2.000 Lumen raushaut. Hinter der 3D-Brille kommt zwar nur ein kleiner Teil der Lichtausbeute an, aber die strahlenden Farben machen ganz großen Spaß.  

Foto: Michael B. Rehders – Die Panoramaaufnahme von Hamburg in UHD-Auflösung wird mit originalgetreuen Farben auf der Leinwand dargestellt. Der Schriftzug „STADTRUNDFAHRT“ ist vollständig auf dem roten Doppeldecker zu lesen.

HDR

Starten wir die 4K-Blu-ray „Illuminati“. In HDR gelingt der Schwenk über Venedig ohne sichtbare Fehler. Wasser und Himmel erscheinen authentisch. Landschaftsaufnahmen lassen grüne Wiesen ein wenig limettenfarbig aussehen. Hier kommt das fehlende Farbspektrum ein wenig durch. Überdies liegt ein leichter Grauschleier auf dunklen Szenen. Dieser ist der hohen Lichtausbeute in Verbindung mit dem verbesserungswürdigen Kontrast geschuldet. Kommen helle Objekte hinzu, wie eine leuchtende Straßenlaterne, nimmt die Plastizität sofort sichtbar zu. Spitzlichter werden mit bis zu 2.050 Lumen (D65) auf die Leinwand geworfen. Die roten Blutkonserven sehen tadellos aus. Es bietet sich übrigens an, den Farberegler auf 70 hochzuziehen, um das HDR-Feeling noch weiter zu intensivieren. Dank des etwas erweiterten Farbspektrums (Rec.2020/P3) reproduziert unser Testgerät die Farben nun noch eine Spur kraftvoller als in der Full-HD-Fassung mit ihrem kleineren Rec.709-Farbraum. Während der Tageslichtaufnahmen in „Illuminati“ läuft unser Testgast dann zur Hochform auf. Wenn Tom Hanks durch den Vatikan läuft, leuchten der blaue Himmel und die weißen Gebäude in wahrer Pracht. Wolken zeigen alle vorhandenen Strukturen. Sogar einzelne Elemente an den Säulen sind erkennbar. So macht HDR wirklich Spaß.

Sollte ein HDR-Film zu hell oder gar zu dunkel erscheinen, lässt sich das via „Einstellung HDR10“ im HDR-Menü wunschgemäß ändern. Hier steht der Regler übrigens auf 10.
Ich empfehle die Einstellung 4 für wirkliche helle HDR-Bilder mit sehr guter Plastizität.
Foto: Michael B. Rehders – BenQ TK850

Fazit

Vorhang auf. Der Epson EH-TW7000 ist ein formschöner LCD-Projektor, der UHD, HDR und 3D unterstützt. Mit Zoom und Lens-Shift wird eine komfortable Aufstellung ermöglicht. Dank der sehr hohen Lichtausbeute ist er wie geschaffen, um am Nachmittag kraftvolle Bilder zu erzeugen oder große Leinwände strahlend hell zu befeuern. Im kalibrierten Bildmodus „Natürlich“ deckt er den Rec.709-Farbraum fast zu 100 Prozent ab. HDR-Filme stellt er mit etwas erweitertem Farbraum und strahlenden Spitzlichtern dar. Der Epson EH-TW7000 ist somit bestens geeignet, um gleichermaßen in Heimkino und Wohnzimmer ein begeisterndes XXL-Kinoerlebnis zu erzeugen.

Technische Daten

Modell: Epson
EH-TW7000
Preis: 1599,00 Euro
Garantie: 2 Jahre + 3 Jahre/3.000 Stunden auf die Lampe
Ausführungen: Weiß
Abmessungen (B x H x T): 41 x 15 x 31 cm
Gewicht: 6,6 Kg
Technik: 3LCD-Technologie
Helligkeit: 3560 Lumen (2000 nach Kalibrierung)
Kontrast (On/Off): 880:1 (nativ nach Kalibrierung) / 4.500:1 (dynamisch nach Kalibrierung)
Kontrast (ANSI): 200:1
Schwarzwert: 2,26 Lumen (nach Kalibrierung)
Bildauflösung: 1920 x 1080 Pixel (3840 x 2160 mit E-Shift-Technologie)
Lens-Shift: Ja, vertikal/horizontal
3D-Wiedergabe: Ja (96 Hz)
3D-Transmitter Ja
3D-Brille: Optional erhältlich
Eingänge 2 x HDMI (HDMI-2.0/HDCP-2.2-fähig)
2 x USB
Ausgänge: 1 x Mini Jack (Audio Out)
Lieferumfang: Epson EH-TW7000
Netzkabel
Fernbedienung
Batterien
Bedienungsanleitung
Pro & Contra + 4K/UHD via E-Shift-Technologie
+ HDR10
+ sehr hell
+ Rec.709 Farbraum (100 %)
+ 3D fähig
+ scharfe Bilddarstellung
+ beleuchtete Fernbedienung
+ Zwischenbildberechnung
– Kontrast und Schwarzwert
– HDR-Farbraum begrenzt

Test, Text und Fotos: Michael B. Rehders

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