TEST: ViewSonic X10-4K – Mobiler LED-Projektor mit HDR und 3D

ViewSonic präsentiert einen mobilen 4K-LED-Beamer mit 3D, Bluetooth/WLAN, Sprachsteuerung, eingebauten Lautsprechern und HDR, der aus kurzer Distanz die Wohnzimmerwand komplett ausleuchten kann. Das ist für mich Fundament genug, um den ViewSonic X10-4K mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Macht in meinem Heimkino ein gutes Bild: Der ViewSonic X10-4K. Foto: Michael B. Rehders

Macht in meinem Heimkino ein gutes Bild: Der ViewSonic X10-4K.
Foto: Michael B. Rehders

Styling und Design
Optisch gefällt der ViewSonic X10-4K mit seinen luxuriösen Leder- und Metalloberflächen so gut, dass er verdientermaßen mit dem „if Design Award“ ausgezeichnet wurde.
Im Lieferpaket des ViewSonic X10-4K ist alles enthalten, was für die Projektion zu Hause benötigt wird, sogar HDMI- und USB-C-Kabel hat der US-Hersteller spendiert. Dank eines stabilen Tragegriffs und geringer Größe, kann er leicht verstaut und transportiert werden. Die Anschlüsse befinden sich hinter einer praktischen Blende, die obendrein mit hellbraunem Leder bezogen ist. Ein zur Ausstattung gehöriger WLAN-Stick kann „unsichtbar“ eingesetzt werden. Da die LED-Lampen ein relativ helles Licht erzeugen, sollten Kinder nicht in das Objektiv hineinschauen, wenn gerade eine Filmvorführung zuhause oder unterwegs stattfindet. Sollte das allerdings doch einmal vorkommen, schalten die LEDs in Sekundenschnelle ab, damit niemand einen Sehschaden erleiden kann. Obendrein ist eine Sprachsteuerung via Alexa möglich, und Harman Kardon liefert zwei leistungsstarke Lautsprecher, die unauffällig im Projektor verbaut sind. Das finde ich praktisch. Falls bei Freunden auf der Großbildwand Live-Sport angedacht ist, dort aber leider kein Soundsystem zur Verfügung steht, bekommt der Zuschauer den Ton vom X10-4K serviert. Das alles ist überaus durchdacht konzipiert worden.

Die Klappe auf der Rückseite ist überaus praktisch und wird magnetisch gehalten. Foto: Michael B. Rehders

Die Klappe auf der Rückseite ist überaus praktisch und wird magnetisch gehalten.
Foto: Michael B. Rehders

 

Unter der Klappe befinden sich alle Anschlussmöglichkeiten für 4K-Blu-ray-Player, Spielekonsole, Smartphone, Notebook, Tablet und einen WLAN-Dongle. Foto: Michael B. Rehders

Unter der Klappe befinden sich alle Anschlussmöglichkeiten für 4K-Blu-ray-Player, Spielekonsole, Smartphone, Notebook, Tablet und einen WLAN-Dongle.
Foto: Michael B. Rehders

 

Für den WLAN-Dongle gibt es ein Fach, das dank einer Klappe bündig mit der Rückseite abschließt. Foto: Michael B. Rehders

Für den WLAN-Dongle gibt es ein Fach, das dank einer Klappe bündig mit der Rückseite abschließt.
Foto: Michael B. Rehders

 

Ausstattung und Technik
Der ViewSonic X10-4K ist ein Ein-Chip-DLP-Projektor mit nativer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel (Full HD). Der US-Hersteller wirbt obendrein damit, dass auch UHD (3840 x 2160 Pixel) unterstützt wird. Das ist eine viermal höhere Auflösung als Full HD. Um nun diese viermal höhere Auflösung überhaupt abbilden zu können, greift ViewSonic zu einem cleveren technischen Kniff. Der Beamer stellt einfach jeden Pixel viermal dar, mittels der sogenannten XPR-Technologie. Durch die sequenzielle Wiedergabe werden tatsächlich 3840 x 2160 Pixel auf der Leinwand abgebildet. Allerdings werden die Pixel aus physikalischen Gründen übereinander projiziert. Wie gut das in der Praxis funktioniert, darauf gehe ich unten im Bildtest näher ein.
Mit Hilfe des eingebaute Weitwinkelobjektivs gelingt es, aus 2,40 Meter Entfernung ein 3-Meter-Bild zu projizieren.
Moderne Filme in High Dynamic Range (HDR) werden ebenfalls reproduziert. Das Beste daran ist das Tone Mapping, welches der Projektor ab Werk bereits beherrscht.
Ein weiteres Highlight ist die LED-Lichttechnik. Gerade einmal 140 Watt verbraucht der ViewSonic X10-4K, was ihn zum ausgesprochen preiswerten Großbildwerfer macht. Die Maximalhelligkeit beziffert der Hersteller mit 2400 LED-Lumen, nicht ANSI-Lumen. Was es mit diesen LED-Lumen auf sich hat, darauf gehe ich ebenfalls später noch ein.
Die Vorteile der neuen LED-Lichttechnik sind allgegenwärtig. Der Projektor kann sofort nach dem Einschalten verwendet werden, weil es keiner „Aufwärmphase“ mehr bedarf (wie bei UHP-Lampen). Farben sind ab der ersten Minute präzise. Auch erlauben viele LEDs ein größeres Farbspektrum, ganz ohne zusätzliches und lichtschluckendes Filter im Lichtweg. Überdies verspricht die lange LED-Lebensdauer von bis zu 20.000 Stunden langjährigen Heimkinospaß.
Wer will, kann den Projektor mit Alexa sprachsteuern.
Im Gegensatz zu aktuellen TV-Geräten unterstützt der X10-4K sogar 3D.
Auf einen lokalen Speicher können bis zu 12 GB mit Videos, Filmen und Fotos abgelegt werden. Beispielsweise können von einer Micro SD Karte Daten direkt übertragen werden. Ein dafür erforderlicher Kartenleser ist ins Gehäuse eingebaut.

Ein Knopfdruck genügt, und mit diesem Regler kann der Projektor ein- und ausgeschaltet werden. Darüber hinaus lässt sich damit die Lautspärke einstellen. Foto: Michael B. Rehders

Ein Knopfdruck genügt, und mit diesem Regler kann der Projektor ein- und ausgeschaltet werden. Darüber hinaus lässt sich damit die Lautspärke einstellen.
Foto: Michael B. Rehders

 

Die Tastatur der handlichen Fernbedienung ist beleuchtet. Somit gelingt die Navigation durch das On-Screen-Menü bequem und zügig. Foto: Michael B. Rehders

Die Tastatur der handlichen Fernbedienung ist beleuchtet. Somit gelingt die Navigation durch das On-Screen-Menü bequem und zügig.
Foto: Michael B. Rehders

 

Montage und Installation
Wie von ViewSonic gewohnt, gestalten sich Montage und Installation einfach. Im Grunde muss der X10-4K lediglich an eine Steckdose angeschlossen werden.
Der ViewSonic X10-4K besitzt ein Weitwinkelobjektiv, so dass er meine Drei-Meter-Leinwand aus einer Projektions-Distanz von lediglich 2,40 Meter komplett ausgefüllt. Dabei steht er an der Unterkante der Bildwand. Eine Deckenmontage ist natürlich auch noch möglich. Überkopf sollte der Beamer auf Höhe der Leinwandoberkante abstrahlen. Da der ViewSonic weder Zoom noch Lens-Shift besitzt, sondern lediglich eine Festbrennweite, muss der exakte Aufstellungsort penibel ausgelotet werden. Eine Bildverschiebung auf der Leinwand, beziehungsweise eine Größenanpassung vom Aufstellungsort ist nicht möglich. Mit ein wenig Fingerspitzengefühl gelingt es mir, den Beamer zügig auf die Leinwand auszurichten.
Im Wohnzimmer stelle ich den ViewSonic X10-4K vor mir auf den Tisch. Als Leinwand eignen sich besonders gut sogenannte Hochkontrast-Bildwände. Die von mir getesteten Elite Screens Aeon Cinefrey 3D harmoniert bestens mit dem ViewSonic. Die Leinwand lenkt seitlich einfallendes Streulicht einfach zur Seite, so dass allein das projizierte Kinobild zu mir gelangt. Dadurch wird der Kontrast gegenüber einer mattweißen Gain-1,0-Leinwand (zumindest unter diesen Bedingungen) verbessert. Wer am Nachmittag Live-Sport schauen möchte auf XXL-Größe, muss mit dieser Kombination den Raum nicht vollständig abdunkeln.

Besonders angetan hat es mir der Autofocus. Üblicherweise muss die Schärfe aus größerer Entfernung von der Leinwand direkt am Objektiv des Projektors eingestellt werden. Nicht so mit dem ViewSonic X10-4K. Dieser macht das automatisch, denn er besitzt einen Autofocus, der vortrefflich funktioniert. Besser lässt sich die Schärfe auch von Hand nicht einstellen.

Der ViewSonic-Autofokus stellt das Bild von ganz allein auf der Leinwand scharf. Ein tolles Feature! Foto: Michael B. Rehders

Der ViewSonic-Autofokus stellt das Bild von ganz allein auf der Leinwand scharf. Ein tolles Feature!
Foto: Michael B. Rehders

 

Dank eines stabilen Haltegriffes, der mit hellbraunem Leder bezogen ist, eignet sich der ViewSonic X10-4K bestens, um ihn mit zu Freunden zu nehmen. Foto: Michael B. Rehders

Dank eines stabilen Haltegriffes, der mit hellbraunem Leder bezogen ist, eignet sich der ViewSonic X10-4K bestens, um ihn mit zu Freunden zu nehmen.
Foto: Michael B. Rehders

 

Leichte Netzwerkverbindung. Foto: Michael B. Rehders

Leichte Netzwerkverbindung.
Foto: Michael B. Rehders

 

Beim ViewSonic X10-4K werden Smartphone und Tablet zum Zuspieler. Dafür wird im übersichtlich gestalteten Menü der Reiter „Netzwerk“ aufgerufen. Jetzt werden alle verfügbaren WLAN-Netze aufgelistet. Ich wähle mein Netzwerk namens „Studionet“ (siehe Foto oben), gebe das Kennwort mit der Bildschirm-Tastatur ein, und schon bin ich online.
Auf diese Weise kann nicht nur die aktuellste Firmware-Version aufgespielt werden, sondern überdies viele Apps verwendet werden. Etwas einfacher geht das mittels Bluetooth. Hier wird das Mobiltelefon mit dem Projektor gekoppelt – und Sekunden später wird das Display des Smartphones auf die Leinwand gespiegelt. Jetzt kann der Nutzer wie gewohnt seine Lieblingsfilme am Mobile starten, zum Beispiel aus dem eigenen YouTube-Kanal, von Netflix oder Amazon Video, und alles ist auf der Großbildwand zusehen.
Wer es noch bequemer mag, dem gelingt die Verbindung via USB-C- und HDMI-Kabel. Egal ob DVD-, 4K-Blu-ray-Player oder Spielekonsole. Einfach seinen Zuspieler verbinden und los geht’s.

Besonders praktisch ist die Möglichkeit, sich das Kennwort für die WLAN-Verbindung bei der Eingabe anzeigen zu lassen. Tippfehler sind damit sofort sichtbar. Foto: Michael B. Rehders

Besonders praktisch ist die Möglichkeit, sich das Kennwort für die WLAN-Verbindung bei der Eingabe anzeigen zu lassen. Tippfehler sind damit sofort sichtbar.
Foto: Michael B. Rehders

 

Messungen und Diagramme
ViewSonic beziffert die Lichtleistung mit 2500 LED-Lumen. Hierbei handelt es sich um keine näher spezifizierte Norm. LED-Lumen beschreiben lediglich die empfundene Helligkeit. Real gemessen ergibt sich eine Lichtausbeute von 939 Lumen im TV-Modus (Werkseinstellung) und 786 Lumen (D-65 kalibriert). Das reicht allemal aus, um Bildbreiten bis zu 3,30 Meter strahlend hell auszuleuchten.
Zurück zu den LED-Lumen: Mein AB-Vergleich mit dem von mir getesteten ViewSonic PX706HD offenbart, dass die projizierten Bilder nahezu gleich hell aussehen. Das ist insofern bemerkenswert, weil der PX706HD immerhin satte 2137 Lumen auf die Leinwand knallt. Kurz: LEDs erscheinen aus physikalischen Gründen rund 2,5-Mal heller als UHP-Gasentladungslampen.
Der Kontrast 570:1 im TV-Modus ist im Rahmen dessen, was aktuelle 4K-DLP-Projektoren in diesem Preissegment zu leisten imstande sind. Kalibriert verbleiben davon noch 374:1 (On/Off).

Farbraum: Das schwarze Dreieck ist die Vorgabe, das weiße Dreieck beschreibt das Messergebnis. Ab Werk (links) ist die Farbdarstellung durchaus verbesserungswürdig. Zwar wird der Farbraum Rec.709 für HDTV mehr als vollständig abgedeckt, doch vor allem Blau, Magenta und Rot sind zu intensiv. Nach der Kalibrierung (rechts) sind vor allem die Sekundärfarben noch etwas näher am Soll, aber das große Farbsegel lässt sich nicht wirklich sinnvoll einfangen und verkleinern, weil durch die Farbanpassung auf Norm die Darstellung von natürlichen Farben leidet. Somit eignet sich der Bildmodus „Kino“ deutlich besser für realistische Farben als der Bildmodus „TV“, der ab Werk eingestellt ist.

Farbraum:
Das schwarze Dreieck ist die Vorgabe, das weiße Dreieck beschreibt das Messergebnis. Ab Werk (links) ist die Farbdarstellung durchaus verbesserungswürdig. Zwar wird der Farbraum Rec.709 für HDTV mehr als vollständig abgedeckt, doch vor allem Blau, Magenta und Rot sind zu intensiv. Nach der Kalibrierung (rechts) sind vor allem die Sekundärfarben noch etwas näher am Soll, aber das große Farbsegel lässt sich nicht wirklich sinnvoll einfangen und verkleinern, weil durch die Farbanpassung auf Norm die Darstellung von natürlichen Farben leidet. Somit eignet sich der Bildmodus „Kino“ deutlich besser für realistische Farben als der Bildmodus „TV“, der ab Werk eingestellt ist.

 

Graustufenverlauf: In Werkseinstellung (links) reißt vor allem Blau unter 50 IRE ungebremst nach oben aus und führt zu sichtbarem Farbclipping. Im Bildmodus „Kino“ (rechts) sieht es nach der Kalibrierung deutlich besser aus. Ab 30 IRE ist der Graustufenverlauf bereits ordentlich.

Graustufenverlauf:
In Werkseinstellung (links) reißt vor allem Blau unter 50 IRE ungebremst nach oben aus und führt zu sichtbarem Farbclipping. Im Bildmodus „Kino“ (rechts) sieht es nach der Kalibrierung deutlich besser aus. Ab 30 IRE ist der Graustufenverlauf bereits ordentlich.

 

Graustufenverlauf: Schauen wir uns dazu mal die Tabelle etwas genauer an. Ab Werk (links) beträgt die Farbtemperatur 8640 Kelvin, das ist viel zu kühl (Blau). Die farblich unterlegten Delta-E-Werte liegen fast alle im roten Bereich. Das sorgt für sichtbare Verfärbungen von Schwarz/Weiß-Inhalten. Nach der Kalibrierung (rechts) sind alle Delta-E-Werte buchstäblich im grünen Bereich, was für eine farbneutrale Wiedergabe sorgt. Die Farbtemperatur macht mit 6505 Kelvin (D65) eine Punktlandung.

Graustufenverlauf:
Schauen wir uns dazu mal die Tabelle etwas genauer an. Ab Werk (links) beträgt die Farbtemperatur 8640 Kelvin, das ist viel zu kühl (Blau). Die farblich unterlegten Delta-E-Werte liegen fast alle im roten Bereich. Das sorgt für sichtbare Verfärbungen von Schwarz/Weiß-Inhalten. Nach der Kalibrierung (rechts) sind alle Delta-E-Werte buchstäblich im grünen Bereich, was für eine farbneutrale Wiedergabe sorgt. Die Farbtemperatur macht mit 6505 Kelvin (D65) eine Punktlandung.

 

Gamma: Die weiße Linie (Gamma 2.2) zeigt die Vorgabe. Die Gelbe Linie den Messwert. Die Werkseinstellung (links) sieht abenteuerlich aus. Dunkle Inhalte werden zu dunkel dargestellt, helle Inhalte viel zu hell. Im Bildmodus „Kino“ (rechts) werden dunkle Inhalte zwar auch noch zu dunkel abgebildet, aber vor allem hellere Elemente profitieren von der korrekten Wiedergabe ab 50 IRE.

Gamma:
Die weiße Linie (Gamma 2.2) zeigt die Vorgabe. Die Gelbe Linie den Messwert. Die Werkseinstellung (links) sieht abenteuerlich aus. Dunkle Inhalte werden zu dunkel dargestellt, helle Inhalte viel zu hell. Im Bildmodus „Kino“ (rechts) werden dunkle Inhalte zwar auch noch zu dunkel abgebildet, aber vor allem hellere Elemente profitieren von der korrekten Wiedergabe ab 50 IRE.

 

Farbraum HDR: Hier ist gut zu sehen, dass das grüne Farbspektrum nicht ganz reproduziert werden kann. Darunter „leiden“ dann auch ein wenig die Sekundärfarben Cyan und Gelb. Dafür fallen Blau, Rot und Magenta etwas größer aus.

Farbraum HDR:
Hier ist gut zu sehen, dass das grüne Farbspektrum nicht ganz reproduziert werden kann. Darunter „leiden“ dann auch ein wenig die Sekundärfarben Cyan und Gelb. Dafür fallen Blau, Rot und Magenta etwas größer aus.

 

Grautreppe von Burosch: In der Werkseinstellung (Bildmodus TV) sind Blauüberschuss und Farbclipping gut zu erkennen. Vor allem die hellen Bereiche leiden ein wenig unter den sichtbaren Verfärbungen. Außerdem gehen Details nahe Weiß und Schwarz verloren.

Grautreppe von Burosch:
In der Werkseinstellung (Bildmodus TV) sind Blauüberschuss und Farbclipping gut zu erkennen. Vor allem die hellen Bereiche leiden ein wenig unter den sichtbaren Verfärbungen. Außerdem gehen Details nahe Weiß und Schwarz verloren.

 

Grautreppe von Burosch: Nach der Kalibrierung (Bildmodus Kino) ist die Grautreppe vollkommen farbneutral. Auch sind jetzt alle Abstufungen nahe Schwarz und Weiß vorhanden.

Grautreppe von Burosch:
Nach der Kalibrierung (Bildmodus Kino) ist die Grautreppe vollkommen farbneutral. Auch sind jetzt helle und dunkle Bereiche wesentlich besser durchgezeichnet.

 

Full-HD-Schachbrettmuster: Das sieht auf den ersten Blick wirklich gut aus. Erst beim ganz genauen Hinsehen fällt auf, dass kleinste Abbildungen ganz leicht grün verfärbt sind. Während Schachbrettmuster in UHD-Pixelauflösung als graue Flächen dargestellt werden vom X10-4K, sind einzelne Full-HD-Pixel sauber und vollständig reproduziert

Full-HD-Schachbrettmuster: Das sieht auf den ersten Blick wirklich gut aus. Erst via Makroaufnahme ist zu erkennen, dass kleinste Abbildungen ganz leicht grün verfärbt sind. Während Schachbrettmuster in UHD-Pixelauflösung als graue Flächen dargestellt werden vom X10-4K, sind einzelne Full-HD-Pixel sauber und vollständig reproduziert

 

Expertentipp: Natürliche Farben mit wenigen Änderungen
An dieser Stelle zeige ich, wie mit wenigen Einstellungen dem ViewSonic X10-4K natürliche Bilder entlockt werden können. Engagierte Nutzer können diese Parameter als Grundsetting nutzen, beispielsweise um den X10-4K selbst zu kalibrieren.
– Farbmodus: Film
– Helligkeit: 64
– Kontrast: -4
Farbtemperatur: 6500 K
Gamma: 2.2

Mit wenigen Änderungen ergibt sich eine gute Durchzeichnung von hellen und dunklen Inhalten. Alle Abstufungen nahe Weiß sind jetzt erkennbar und frei von Farbstichen. Foto: Michael B. Rehders

Mit wenigen Änderungen ergibt sich eine gute Durchzeichnung von hellen und dunklen Inhalten. Alle Abstufungen nahe Weiß sind jetzt erkennbar und frei von Farbstichen.
Foto: Michael B. Rehders

 

Filme und Fotoaufnahmen
Fotoaufnahmen in sRGB, Videos und Spielfilme stellt der ViewSonic X10-4K überaus realistisch dar. Wiesen und Felder werden in einer Farbenpracht reproduziert, wie es ausschließlich Projektoren gelingt, die das Rec.709-Farbsegel komplett abdecken. Hautfarben sind hingegen ein wenig rötlicher als gewohnt, aber mir gefällt der etwas wärmere Teint sehr gut. Da auch Feuer und Neolichter brillanter erscheinen, sehe ich über die nicht ganz normgerechte Farbreproduktion wohlwollend hinweg. 24 Hz-Content wird naturgetreu wiedergegeben. Der X10-4K wandelt also nicht auf 60 Hz um, wie es andere 4K-Projektoren mit XPR-Shift machen. Dadurch tritt beim X10-4K eben kein unschönes Stottern auf, sondern er lässt die Protagonisten angenehm smooth durchs Bild wandern. Zu bekritteln gibt es eigentlich nur das verbesserungswürdige Schwarz. Dem zufolge sehen schwarze Letterboxbalken eher dunkelgrau aus. Eine Zwischenbildberechnung (FI) ist ebenfalls vorhanden, die im niedrigen Modus wunderbar fehlerfrei läuft. Die Schärfe nimmt mit diesem Feature sichtbar zu. Wie immer ist der Look dieser Technologie Geschmacksache. Freunde dieser Technik dürfen sich aber darüber freuen, dass die FI für Full-HD, UHD/HDR und 3D nutzbar ist.

Meine UHD-Fotoaufnahme aus Lissabon wird vom ViewSonic X10-4K sehr natürlich reproduziert. Allenfalls das blaue Meer sieht etwas farbenprächtiger aus. Dank der XPR-Technologie sind sogar kleine Fenster detailreich abgebildet. Dieser leichte Postkarten-Look wird vielen Zuschauer zusagen. Foto: Michael B. Rehders

Meine UHD-Fotoaufnahme aus Lissabon wird vom ViewSonic X10-4K sehr natürlich reproduziert. Allenfalls das blaue Meer sieht etwas farbenprächtiger aus. Dank der XPR-Technologie sind sogar kleine Fenster detailreich abgebildet. Dieser leichte Postkarten-Look wird vielen Zuschauer zusagen.
Foto: Michael B. Rehders

 

HDR
Der ViewSonic X10-4K kann alle HDR-10-Filme wiedergeben. Sogar ein automatisches Tone Mapping ist integriert, womit der kleine Bildwerfer Inhalte bis zu 10.000 Nits in Bereiche verschiebt, die er darstellen kann. Und das macht er sehr gut!
„Avengers: Endgame“ strotzt auf der 4K-Blu-ray vor Farbenpracht. New Asgard besitzt herrlich grüne Wiesen. Diese sind nicht nur heller in HDR, sondern auch etwas feiner abgebildet. Beim Ortsschild muss ich hingegen zweimal hinschauen, um einen kleinen Unterschied in der Auflösung zwischen Full-HD und UHD/HDR auszumachen. Hier zahlt sich die XPR-Technologie aus. Farbverläufe sehen vor allem im HDR-Film gleichmäßiger aus. Explosionen besitzen mehr Zeichnung. Darüber hinaus projiziert der ViewSonic HDR-Content bis zu 30 % heller und mit besserem Kontrast als Filme mit Full-HD-Auflösung.
Besonders angenehm finde ich, dass dank LED-Technologie der berüchtigte Regenbogen-Effekt (RBE) kaum noch der Rede wert ist. Er ist deutlich geringer als bei DLP-Projektoren mit UHP-Lampentechnik. Diesbezüglich empfindliche Gemüter dürfen gerne einen Blick riskieren, es könnte sich lohnen.
Im niedrigen Eco-Modus ist der ViewSonic X10-4K angenehm leise. Das ändert sich kaum im hohen LED-Modus. Das Betriebsgeräusch beträgt etwa 30 Dezibel im Maximum, was ich persönlich als gering erachte. Das XPR-Shift-Geräusch fällt dabei nicht nennenswert heraus.

In Full-HD-Auflösung und Standard Dynamic Range (SDR) ist das Bild angenehm hell. Bäume sehen natürlich aus und die Halle offenbart viele Details.

In Full-HD-Auflösung und Standard Dynamic Range (SDR) ist das Bild angenehm hell. Bäume sehen natürlich aus und die Halle offenbart viele Details.

 

In HDR nehmen Helligkeit, Auflösung und Farbpracht deutlich zu. Die Halle weist hetzt sogar Details im Inneren auf, die von der normalen Blu-ray verschluckt werden.

In HDR nehmen Helligkeit, Auflösung und Farbpracht deutlich zu. Die Halle weist hetzt sogar Details im Inneren auf, die von der normalen Blu-ray verschluckt werden.

 

Mit EOTF lässt sich das Tone Mapping fein tunen. Auf „Hoch“ schöpft der Projektor seine Maximalhelligkeit aus und trotzdem bleiben alle im Bildsignal enthaltenen Inhalte vorhanden. Damit sehen HDR-Filme auf Leinwandbreiten um 3 Meter sehr ansprechend aus.

Mit EOTF lässt sich das Tone Mapping fein tunen. Auf „Hoch“ schöpft der Projektor seine Maximalhelligkeit aus und trotzdem bleiben alle im Bildsignal enthaltenen Inhalte vorhanden. Damit sehen HDR-Filme auf Leinwandbreiten um 3 Meter sehr ansprechend aus.

 

3D
Es gibt bislang nur wenige 4K-LED-Projektoren, die auch 3D unterstützen. Dazu gehört der ViewSonic X10-4K. Mittels DLP-Link-3D-Brillen wird der „Rotblitz“ zur Synchronisation bestens geschluckt. Dadurch sehen dunkle Inhalte unverfärbt aus. Die Räumlichkeit und Tiefenstaffelung begeistern. In „Avengers: Endgame“ machen vor allem Weltraumaufnahmen ganz großen Spaß. Helle Farben und die Abwesenheit von Ghosting (Crosstalk-Effekte), also unschöne Doppelbilder, begeistern. Mit hinzu geschalteter Zwischenbildberechnung sind auch bewegte Elemente gestochen scharf.

Der gute Ton
Bestenfalls sind in Projektoren eingebaute Lautsprecher Notbehelfe, falls unterwegs mal kein Soundsystem vorhanden sein sollte. Zumindest Ton ist damit zu hören, wenn auch meistens dünn und schwach im Bass und Grundtonbereich. Dem haben sich die Ingenieure des ViewSonic X10-4K angenommen. Sie beauftragten die Spezialisten von Harman Kardon, zwei Lautsprecher für den X10-4K zu entwickeln, um mehr als allenfalls dünne Stimmen wiederzugeben – und das Ergebnis lässt sich hören: Musik und Spielfilme klingen voluminös. Männliche Stimmen herrlich sonor, Frauenstimmen glasklar. Explosionen können richtig viel Druck entfalten. Dieser Klang übertrifft locker die ein oder andere Soundbar.

In meinem Wohnzimmer fühlt sich der ViewSonic X10-4K wohl. Foto: Michael B. Rehders

In meinem Wohnzimmer fühlt sich der ViewSonic X10-4K wohl.
Foto: Michael B. Rehders

 

Fazit
Der ViewSonic X10-4K ist ein mobiler 4K-DLP-Projektor, der mit langlebiger LED-Lichttechnik ausgestattet ist. Montage und Installation gelingen zügig. Das Weitwinkelobjektiv und die hohe Lichtausbeute sorgen für große Bilder aus kurzer Distanz. Nach geringen Korrekturen gelingen dem ViewSonic X10-4K natürliche Farben, und sogar die kabellose Signalübertragungen vom Smartphone, Tablet und Notebook  – Bluetooth und WLAN sei Dank. Die HDR-Performance mit automatischem Tone Mapping sowie 3D-Darstellung gefallen. Darüber hinaus bietet der ViewSonic X10-4K einen überraschend guten Sound, welcher der einen oder anderen Soundbar deutlich überlegen ist.

Technische Daten
Modell: ViewSonic X10-4K
Preis: 1399,- Euro
Garantie: 2 Jahre (Projektor)
Ausführungen: Silber/Schwarz
Abmessungen (HBT): 166 x 261 x 271 mm
Gewicht: 4,1 Kg
Technik: 1-Chip DLP
Helligkeit: 786 Lumen (nach Kalibrierung)
Kontrast (On/Off): 374:1 (nach Kalibrierung)
Kontrast (ANSI): 210:1 (nach Kalibrierung)
Schwarzwert: 2,10 Lumen (nach Kalibrierung)
Bildauflösung: 1920 x 1080 Pixel (3840 x 2160 mit XPR-Technologie)
Lens-Shift: Nein
3D-Wiedergabe: Ja
3D-Transmitter Ja
2 Meter Bildbreite aus: 1,60 Meter Entfernung

Eingänge:
2 x HDMI 2.0 (HDCP2.2)
2 x USB (1 x USB-C)
1 x SD Card
16 GB interner Speicher

Ausgänge:
1 x Audio 3,5 mm
2 x Lautsprecher 8 W Cube
1 x USB Type A (Power 5V/2 A)
Lieferumfang: – ViewSonic X10-4K
– Netzkabel
– HDMI-Kabel
– USB-C-Kabel
– Fernbedienung
– Batterien
– Kurzbeschreibung

Pro und Kontra:
+ LED-Lampentechnik mit geringem Energieverbrauch
+ WLAN
+ Bluetooth
+ 16 GB interner Speicher
+ 4K/UHD via XPR-Technologie
+ HDR-10 fähig
+ 3D-fähig
+ FI für Full-HD-, 3D- und UHD/HDR-Filme
+ Autofocus
+ beleuchtete Fernbedienung
+ kaum noch RBE (Regenbogen-Effekte)
– suboptimale Werkseinstellung
– verbesserungswürdiger Kontrast

Test, Text und Fotos: Michael B. Rehders

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